C3D2 TA: Beyond rwx-rw-r--
Unter dem Motto:
Was es so alles außer chmod a+s * auf aktuellen Betriebssystemen gibt, um Zugriffsrechte zu kontrollieren, füllt den 22.6.06 eine Nacht.
fand termingerecht am 22.6.06 endlich mal wieder ein Themenabend des Chaos-Treffs Dresden statt. Das Programm war wie versprochen voll gespickt und reichte von Anfangs Informativen Vorträgen über verschiedene Sicherheitslösungen bis hin zu einem erheiternd, fast schon zynischen Vortrag über Windows Vista.
Den Auftakt machte Tristan-777 mit einer Einführung in die POSIX-ACLs. Kurz aber informativ, allein hier hätten mir ein paar Demos gefehlt, jedoch war dies am ehesten der knappen Zeit geschuldet und nicht dem Vortragenden. Ebenfalls von Tristan-777 gab es später noch einen Vortrag über GRSecurity, einer Sicherheitserweiterung für den Linux-Kernel die gleich ein ganzes Paket an Funktionen nachrüstet, bzw. absichert.
Nicht fehlen durften auch Vorträge über sudo und chroot. Und wieder einmal ging mir die default Einstellung von SUSE durch den Kopf bei der man für ein sudo das root Passwort eingeben muss. Dabei ist es doch genau das was verhindert werden soll ;) Ausgefallen ist leider Robos Vortrag über jails, von dem ich mir eigentlich einen Einstieg in die Thematik erwartet hatte.
Weiterhin wurden auch noch RSBAC und SELinux vorgestellt, wobei ich hier mit einem halben Ohr weggehorcht habe, da es ersteres recht komplex klang und SELinux im Schatten von des großartigen Vortrag zu AppArmor von Chris Schläger, dem Chef von AMDs noch recht neuen OSRC (Operating System Research Center), stand.
Ende des Themenabends schließlich war eine Collage über den Kernel- und Userspace von Windows Vista. Wo ich noch nachvollziehen kann wenn die Grafik in den Kernel gepackt wird (Windows ist nunmal eine monolithische Struktur) wusste ich bei dem Statement über den IIS (Internet Information Server = Webserver) im Kernelspace nicht mehr ob ich lachen oder weinen sollte. Manche Dinge sind sicher sinnvoll aber irgendwie doch zum Schmunzeln, aber alles wiederzugeben fällt mir schwer, zumal es dann schon nach 12 war und aufgrund des Mate Mangels die Konzentration langsam nachlies ;)
Alles in allem ein sehr informativer und gut organisierter Themanabend mit einer Menge Besucher. Bei weitem nicht alles konnte man sich merken, aber mein tapferes Notebook hat mit ganzen 10 zwischenzeitlichem Laden den Abend über durchgehalten so das ich mir Notizen machen konnte!
Unidentified Flying Raw (UFRaw)
Was ist besser als ein perfektes Photo, mit richtiger Belichtung, Schärfe und Weißabgleich. Kein langes rumbasteln mit den Farben und einfach zum Drucker / Entwickler schicken. Klingt einfach, ist es aber manchmal nicht. Vor allem der Weißlichtabgleich macht mir immernoch ein wenig zu schaffen. Die Bilder sehen gut aus aber mit ein wenig Handarbeit wirken sie schließlich noch knackiger. Arbeiten mit der DSLR ist eben doch wieder mehr als mit der kleinen Knipsmich Kamera und in Ermangelung eines Labors muss man also zur Software greifen.
Sowohl Licht, Schärfe als auch der Farbabgleich lassen sich mit Photoshop unter Windows und ebenso mit den Gimp korrigieren. Jedoch zu welchem Preis, einmal entfernte Helligkeit ist für immer weg und mit jedem Speichern nimmt die Artefaktbildung zu. Der Ausweg ist RAW, hier werden die Bilder nicht verlustbehaftet mit JPEG komprimiert abgespeichert sondern wie der Name impliziert die rohen Sensordaten in einer Datei gespeichert. Daraus resultiert eine etwa doppelt so große Datei, jedoch hat man nachträglich die Möglichkeit Belichtung und Farbabgleich zu korrigieren.
Problem dabei: RAW ist kein Standard und die wenigsten Programme unterstützen es nativ. Arbeitet man mit dem Fenster-Betriebssystem, so hat man eine gute Chance vom Kamerahersteller eine CD mit Tools und Plugins für den Photoshop zu bekommen unter Unix sieht es da aber sehr Mau aus.
Doch Abhilfe naht, UFRaw unterstützt den Benutzer beim Import von RAW Dateien im Gimp und stellt zugleich eine Standalone Applikation zum Bearbeiten ohne Gimp bereit. Problemlos manipulierbar sind dabei Belichtungswert (+/- 3 EV), Belichtungskurve und Weißabgleich (Vorgabe +/- 3 und manuell). Das Plugin arbeitet ist jetzt endlich auf FreeBSD portiert und verrichtet bei mir bisher klaglos seinen Dienst, so dass ich endlich die RAW-Funktion meiner Dynax 7D nutzen kann. Einzig größere Speicherkarten muss ich mir jetzt wohl besorgen ;)
Spargel Lasagne (SpaSchiToLa)
Zutaten (für 3 Personen)
- 500g Spargel
- 100g Kochschinken
- 3 Tomaten
- 6 Lasaganeplatten
- 300g Käse
- 400ml Mild
- 40g Butter
- 2 EL Mehl
Zubereitung
Zuerst den Spargel schälen, in Stücke schneiden und ca. 10 Minuten kochen. In der Zwischenzeit die Tomaten in Scheiben und den Schinken in kleine Würfel schneiden. Die Lasagneform einfetten. Wenn der Spargel fertig ist die Butter in einer Kaserole schmelzen, mit dem Mehl vermengen und Milch und etwa 200ml des Spargelwassers zugeben. Kurz aufkochen und 100g des geriebenen Käses unter rühren bis die Soße feinsämig ist. Spargel, Schinken und Tomaten abwechselnd mit Lasagneplatten in die Form schichten und mit Soße bedecken. Als letzte Schicht noch den restlichen geriebenen Käse darüber streuen und etwa 20 Minuten bei 200° im Ofen überbacken.
Überwachen ist ein Produkt der Demokratie
Wunderbar, unsere Demokratie funktioniert also doch… Zwar nicht so wie ich mir das vorstelle aber sicher hat es seinen Grund wenn die Koalitionspolitiker eine Klage gegen die Voratsdatenspeicherung als unnötig empfinden. Einheitlich bis auf einen mutigen der sich seiner Stimme enthielt (oder den falschen Knopf drückte). Da geistern mir wieder die Zeilen des Grundgesetzes Art. 38 durch den Kopf:
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
Und bei einer Sache die jeden einzelnen Bürger, also auch die Abgeordneten in ihrer Rolle als solcher betrifft stimmen alle gleich? Das klingt für mich nach Koalitionszwang oder allgemeiner Verdummung. Doch sucht man näher stößt man über bei der Suche nach Gewissensfreiheit und Abgeordnete bei Google auf die Seiten des Bundestages, welche da sagen:
In der politischen Praxis ist der Abgeordnete gewissen Regeln unterworfen, da er nicht als Einzelner, sondern als Vertreter einer Partei in den Bundestag gewählt wurde. Das Grundgesetz schreibt den Parteien ausdrücklich ein Mitwirkungsrecht an der politischen Willensbildung zu (Artikel 21) und setzt so dem freien Mandat des Abgeordneten Grenzen. Dennoch gibt es keinen Fraktionszwang, davor schützt den Abgeordneten die in Artikel 38 der Verfassung bestimmte Gewissensfreiheit.
Sehr schön, an was sind sie denn nun gebunden? Die Partei, den Willen des Bürgers, ihr Gewissen oder gar ans Zaumzeug der Regierung? Der vom Bundestag angesprochene Artikel 21 zumindest beschreibt das die Parteien an der “politischen Willensbildung des Volkes” mitwirken und nicht das diese den politischen Willen ihrer Mitglieder steuern.
Aber in Zeiten der FIFA WM ist doch sowieso nur Artikel 22 wichtig:
Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.
Freiheit statt Sicherheitswahn (Eindrücke)
Unter der Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz sollte es eigentlich beginnen aber hier fanden sich nur zwei Einsame Posten die Suchende wie uns zum Springbrunnen vor der Galeria dirigierten. Zwar war auch hier noch nicht viel zu sehen aber wir waren ja auch früh dran ;) Ein gutes Zeichen für den Start der Demo unter dem Motto “Freiheit statt Sicherheitswahn” hatte sich aber schon in Form des Megafon bewaffneten padeluun eingefunden. Die von Stefan entworfenen und von mir unter Einsatz mehrerer Klebestifte konstruierten Einmann Schilder waren dann der Anlass des ersten öffentlichen Photos ;)
Nachschub ließ aber in Form zweier großer Stofftransparente nicht lange auch sich warten und die Kundgebung nahm recht schnell Gestalt an. Die Kundgebung selbst sollte von einigen witzigen Aktionen am Rande begleitet werden. So wurden Passanten über einen freiwilligen Speicheltest zur Suche nach Terrorverdächtigen in Gespräche verwickelt und ein symbolischer “Bürger” mit Kameras quer über den Alex verfolgt. Die dabei ins Bild geratene Mime war sogleich sehr erpicht auf die Aufnahme. Sri, aber “Staat”, “BND”, “U-Bahn” und “Arbeitgeber” waren eher zahnlos und nur mit funktionsuntüchtigen Kameras bewaffnet ;)
Der Versuch sich mit den Kameras direkt auf die Passanten zu stürzen war im Gegensatz zu ersterer Aktion weniger erfolgreich. Bei der oben erwähnten Verfolgung wurde das Treiben durchaus beobachtet und registriert, wohingegen der harte Angriff auf die Individuen nur verständnislose Lacher produzierte und von der eigentlichen Kundgebung ablenkte. Der mündige Bürger will eben mit Inhalten Unterhalten werden ohne selbst Teil der Unterhaltung selbst zu werden.
Bevor dann der Marsch selbst los ging wurden am Rande noch eifrig Transparente auf Pappen geklebt, während die Massen schonmal die Schlachtrufe wie “Die Welt bei uns zu Gast, fühl dich wie im Knast”, “Stoppt den Überwachungswahn” und “Freiheit stirbt mit Sicherheit” probten.
Schließlich ging es dann mit Polizeieskorte durch das WM-trunkene Berlin über Straßen und Plätze deren Namen ich als Ortsfremder nicht behalten habe ;) Nicht weit vom Bundesjustizministerium (BJM) gab es einen ungewollten Stopp, die Eskorte hatte festgestellt das am Haupteingang des BJM bereits eine bis 17:00 genehmigte künstlerische?! Veranstaltung lief. Da wir “die lieben sind” (padeluun) nahmen wir also mit dem Seiteneingang des BJM vorlieb (Politiker sind ja erfahrungsgemäß eh eher selten daheim und schon gar nicht in ihrem Büro) und erweiterten den Sprechchor um ein lautes “Voratsdatenspeicherung, teuer, sinnlos, einfach dumm” bevor wir nach der Zwischenkundgebung mit Rückblicken auf die Big Brother Awards unseren Rückweg zur Alexanderplatz antraten.
Publikumswirksam marschierten wir durch die gut besuchte Einkaufsmeile auf der Friedrichstraße wo mancher Touri seine Kamera zückte. Ob in den Augen nun Ahnungslosigkeit, Neugier, Amüsement oder Verständnis lagen kann ich schlecht sagen. Aber ich denke wenn von den Passanten auch nur die Hälfte in den ruhigen fünf Minuten über die Parolen und Transparente nachdenken und dann wenn sie in den Medien von den neuen “Tentakeln des Datenkraken” hören, sich daran erinnern ist schon ein erster Schritt getan und einiges gewonnen.
Etwas nach 17 Uhr erreichten wir dann mit dem “Sicherheitswahn” Song den Ausgangspunkt des Marsches und ließen die Aktion mit abschließenden Worten ausklingen.
Alles in allem war es eine, so denke ich, sehr erfolgreiche Veranstaltung. Wenn sich die Berichterstattung durch die Medien auch vorerst nur auf einen Beitrag vom Deutschlandfunk beschränkte so sind doch mehr als 250 Anwesende allein durch Mundpropaganda und Internet nach Berlin gekommen. Was ich angesichts der kurzen Vorwarnzeit für beachtlich halte.
