Vegetarier zwingt Landwirt zum Abriss

Eigentlich sollte dies keine Fortsetzungsgeschichte werden. Aber die Kinder haben an vier Tagen in der Woche Sachunterricht, da geht also noch was ;)

Mit dem kürzlich beschriebenen Ansatz weniger aber gutes Fleisch zu produzieren, anstatt Tiere nicht artgerecht zu halten und mit Gewalt zu mästen konfrontiert nun der Zweitklässler seine Lehrerin um folgende Antwort zu erhalten:

Wie soll das denn gehen, da müsste der Bauer ja seine Ställe abreißen und alles neu bauen.

Genau… Wie kann man nur an Veränderung denken. Stelle man sich das doch mal vor, wenn es keine Massentierhaltung mehr gäbe, da müsste man ja den Lehrplan ändern.

Im Hinterkopf hat man dann zum Beispiel Zahlen vom WWF nach denen der Deutsche jährlich mehr als 60 Kilogramm Fleisch vertilgt.

Jug Saxony Day 2018

Quelle: WWF - Fleisch frisst Land

Wie sangen einst die Ärzte zu so unveränderlichem: Es ist nicht deine Schuld…

Vegetarier vernichtet Arbeitsplätze

Szenen einer zweiten Klasse, Sachunterricht zum Thema Landwirtschaft. Die Lehrerin erklärt das ein Schwein nur ein halbes Jahr lebt bevor es geschlachtet wird.

Schüler: Deshalb essen wir zu Hause kein Fleisch.

Lehrerin: Das ist aber nicht gut. Wenn das alle machen hat der Bauer bald keine Arbeit mehr.

Das gute daran, daheim sprechen wir darüber das der Bauer halt statt 1000 Mastschweinen vielleicht lieber nachhaltige Landwirtschaft betreiben könnte und lieber verschiedenes Vieh in kleinerer Zahl langsam wachsen lassen könnte.

Jug Saxony Day 2018

Hier noch meine verspäteten Mindnotes vom Jug Saxony Day.

Die Keynote von Shaun Smith - Serverless Java:

Challenges and Triumphs war im Vergleich zu anderen Keynotes angenehm realistisch und durch viel Demonstration geprägt. Mitgenommen habe ich die Hoffnung das es in Zukunft Wege geben wird den Ressourcenhunger von Java Applikationen zu bändigen. Projekte wie das vorgestellte fnproject.io geben zumindest Hoffnung irgendwann serverless Apps mit einer vernünftigen Sprache entwickeln zu können.

Markus Herrer - Software Analytics

Legacy Code ist immer ein Schrecken, mit statischer Codeanalyse und ein bisschen Code-Big-Data lässt sich den Monstern zumindest ein Wenig der Schrecken nehmen. Die vorgestellte Methodik der Notebooks ist ganz nett aber eigentlich nichts neues und vor allem auch nur ein weiteres Datengrab wie ich finde. Der Stack aus Jupiter, Pandas und Neo4J scheint mir auch alles andere als trivial. Auf jeden Fall mal anschauen werde ich mir aber jqAssistant.

Michael Wiedeking - Der eilige Graal

In der Keynote auf die GraalVM neugierig geworden ließ ich mich zum Vortrag von Michael verlocken. Es ist tatsächlich erstaunlich wie dieser Mann Dinge wie eine Virtual Machine soweit herunter brechen kann das man tatsächlich das Gefühl bekommt zu verstehen wie diese funktioniert. Key Learning aus der Session: Man kann den C2 Compiler der JVM austauschen, Graal macht vieles besser als der orgninale C2 und Graal geht nicht gut mit Ahead of Time compilation zusammen.

Jörg Domann - Warum man mit Visionen nicht zum Arzt gehen sollte

Sorry das war der einzige richtig schlechte Talk den ich hatte.

Yvonne Horn - Gedanken begreifbar machen

Der interaktive Workshop war gnadenlos überrannt. Dank meines Kollegen Sebastian bin ich aber dennoch pünktlich gewesen und es wäre Schade gewesen. In 20 Minuten konnte Yvonne ein paar simple Beispiele vermitteln wie man an einem Whiteboard oder Flipchart besser präsentieren kann. Zum Nachmachen empfohlen!

Sven Oppermann - State of the Art CI

Die CI Pipeline von Sven ist nett, leider fusst sie einmal mehr auf den Tools von Atlassian und diesem Monster der Integrationserver Jenkins. An dem Ding kommt man leider immer noch nicht vorbei. Was ich hier mitgenommen habe ist der feste Entschluss eines Tages Jenkins zu töten und wenn das nicht geht ihn zumindest auch bei uns in der Firma in einen Container zu sperren :P

Roland Meuel und Jan Mosig - Irgendwie agil

Ich hätte den Vortrag fast geskipped weil ich dachte, dass ist bestimmt wieder nur noch ein Vortrag wie toll agil ist (und das weiß ich selbst). Am Ende war es aber doch lohnend. Die beiden Referenten hatten einen Sack von 10 Antipatterns geschnürt, den sie locker garniert mit fetzigen Folien und einer guten Portion Optimismus vortrugen. Mein Keylearning: Meister Yoda wäre sicher ein guter Coach, denn er holt sicher nicht die Batterien für Luke Skywalkers Lichtschwert.

Jug Saxony Day 2018

{devday.18}

Hier nun meine Mindnotes zum DevDay 2018. Was die Tracks jetzt gezielt mit dem Thema Digital Reality zu tun hatten sei erst einmal dahingestellt. Die Mischung aus technischen und “psychologischen” Themen war meiner Meinung nach in Ordnung, wobei mich tatsächlich die technischen Parts eher weniger angesprochen haben.

Den Einstieg gabs von fefe mit einer langen Version seines Vortrags zu Antipatterns in der Softwareentwicklung. Alles in allem nichts wirklich neues für jemanden der den Entwicklungsprozess in verschiedensten Teams erlebt hat. Im Kern aber ist die Aussage für mich, dass von oben gesteuerte und von Budgets eingeengte Softwareentwicklung gepaart mit der natürlichen Faulheit des Entwicklers eine explosive Mischung sind.

In der Folge habe ich mir den Vortrag von Dennis Traum, Vom Bildschirm in die Notaufnahme - Performance, Perfektionismus und Burnout in der IT, angehört. Ich muss zugeben der Inhalt war so nicht erwartet und hart an der Herzschmerz Grenze, aber sein Plädoyer: “Wenn es nicht Perfekt sein muss, kannst du es auch schaffen” spricht dem Agilisten in mir aus der Seele.

Weniger gefallen hat mir der Vortrag von Torsten Weber unter dem Titel: Mehr Hirn im Team, bitte. Torsten verlor sich ziemlich stark in grundlegenden psychologischen Theorien mit sanftem Bezug zu Entwicklungsunternehmen. Nett fand ich, das er sehr intensiv herausgearbeitet hat das die Herangehensweise von HR Abteilungen und Rekrutern zu stark dem Schema: “Zahl für das was im CV steht” tendiert. Weniger nett fand ich den Start von konkreten Tipps als er schon die rote Karte bekommen und die Pause angefangen hatte.

Bevor es in die Abschlusskeynote ging habe ich mir dann aus aktuellem Interesse den Vortrag zur Integration von Springboot und Hashicorp Vault angehört. Ein schöner Überblick über die verschiedenen Backends. Was für mich fehlte waren Gedanken wie Vault in vollautomatischen Deploymentprozessen für mehr Sicherheit sorgen kann.

Sicherheit war dann zum Abschluss das Thema von Thomas Haase der in seinem Vortrag Hack me if you can! aus dem Nähkasten der Pentester geplaudert hat. Ein schöner Abschluss, in jedem Fall besser als der Clown von Microsoft im letzten Jahr.

Der Orga kann ich nur danken, denn in Summe war der Besuch wieder lohnend, auch wenn das Gedränge bei Kuchen und Suppen ein klares Indiz für die Kapazität der Location in dieser Konfiguration ist.

DevDay 2018 - Digital Reality

Agile Meetup in den DWH

Ein Agile Meetup, mal nicht in einem IT-Unternehmen mit eifrigen Recruitern im Hintergrund. Gibt’s nicht? Gibt’s doch!

Der Einheimische erinnert sich sicher noch an Möbel aus dem Vorzeige Unternehmen, Deutsche Werkstätten Hellerau made in GDR. Heute fertigt das Traditionsunternehmen komplette Inneneinrichtungen für Luxusyachten und Häuser an. Dabei verfolgt man eine sehr offene Philosophie, ein großes Office, eine große flexible Werkhalle. Die Show der letzteren war natürlich ein haptisches Highlight, spannend war aber auch die Feststellung der Unternehmer das sie mit den aktuellen Prozessen an die Grenzen des Machbaren stoßen.

Am Anfang steht nicht mehr als eine fixe Idee. Oft nur eine Skizze aus der am Ende eine 180 Meter Yacht entstehen soll, ganz nach den Wünschen des Kunden. Zum festen Preis, zum festen Termin.

Im aktiven Part des Meetups ging es dann auch darum Ideen für den Start in die Agilität zu finden. Als Brainstorming Game kam 1-2-4-All zum Einsatz, womit gleich auch Liberating Structures am praktischen Beispiel demonstriert wurde. Spannend war am Ende der Outcome der doch bei vielen sehr in Ähnliche Richtungen ging:

  • Vorleben und Einführen von agilen Methoden in kleinen Teams
  • Schnelles Liefern von Prototypen
  • Experimentieren mit Methoden wie Kanban

Die zweite Session konzentrierte sich auf ein anderes Problem. Anett stellt die Frage in die Runde wie ein perfekter Moderationskoffer aussehen sollte. Für mich in Teilen war die Frage nur zum Teil interessant, denn meiner Meinung nach gibt es sowas wie den perfekten, standardisierten Koffer einfach nicht. Mir reichen Grundmaterialien, Schreibzeug, Stickies aus. Alles weitere liegt viel zu stark an den Nutzern.

Agile Meetup Dresden