Towel Day

Gerade in Tagen wie diesen wo die Viren amoken und die Menschen bekloppen bewahrheitet sich die Weisheit des Guides. Das Handtuch mag in diesen Tagen eines der sinnvollsten Gegenstände sein die man als intergalaktischer Reisender bei sich trägt. Sei es um mit dem Strandtuch den Mindestabstand zu sichern, sich die Hände nach dem regelmäßigen Waschen zu trocknen oder Zutritt zum Supermarkt zu bekommen wenn man zwecks Sommer den Schal daheim vergessen hat ;)

Towel Day

Bildquelle: Irgendwo im Netz

Lernen fördern durch Schulpause?!

Als ich noch in der Schule war, damals… Da hieß es: “Ab Mitte 20 lässt die Lernfähigkeit nach!”. Dann war ich an der Uni und es hieß, dass wäre dann so Anfgang 30 und heute weiß ich und glaube daran, dass die Lernfähigkeit nicht nachlassen muss. Das Lernen einfach anders funktioniert.

Meine Tochter (8) sagt über die alte Schule: “In der alten Schule da war Lernen immer Kopf auf, Wissen rein, Test und dann hab ich es wieder vergessen.” Und sie hat recht, sie ist da selbst drauf gekommen, vielleicht mit ein bisschen Hilfe vom nörgelnden Papa. Unser Gehirn lernt nicht auf Befehl, es lernt aus Erfahrungen. Erfahrungen? Dass ist ein bunter Mix aus intrinsischer Neugier und Übung. Ich werde zum Beispiel nie lernen mit einem Hobel umzugehen wenn ich keine Lust habe Holz zu verarbeiten, ich werde es aber auch nicht lernen wenn ich es nach dem ersten erfolglosen Versuch sein lasse.

Wir reden gerade im Kontext der Corona Pandemie ganz viel davon das es auch eine Chance ist. Aber wenn ich dann sehe wie alle daran hängen das ja die Schule schnell weitergeht, könnte ich kotzen. Die Prüfungen müssen unbedingt am Termin abgeschlossen werden, sonst. Ja was denn sonst? Was wäre so schlimm daran einfach das Schuljahr um ein Halbjahr zu verlängern? Prüfungen schieben, Kinder ein halbes Jahr später einschulen. Dann streckt man den Stoff eben und lässt sich mal Zeit und rettet nebenbei Leben weil man dem Virus ein riesen Feld zur Verbreitung nimmt. Glaubt denn irgendwer daran das Kinder daheim von Homeschoolenden Eltern adäquat beim ausfüllen von Arbeitsblättern begleitet werden?

Wenn ich eine Chance sähe, hier aus der Krise etwas zu gewinnen, dann den Kindern Zeit zu geben. Zeit auf dem Hof zu toben und zu lernen. Sich mit Themen zu beschäftigen, die sie gerade interessieren und aufzuatmen aus dem straffen Lernalltag. Mir ist es egal ob die Kids nun einen Checker Tobi schauen der zum Lehrplan passt oder nicht. Mich schmerzt es nur das ich nicht die Zeit habe sie besser dabei zu begleiten Antworten auf ihre Fragen zu finden die sie gerade haben.

Aber auch das werden sie überleben. Schlimmstenfalls regenieren sich dabei die Gehirne und wenn sie dann wieder in die Schule kommen stellen sie den Lehrern plötzlich Fragen, welche die dann nicht beantworten können ;) Und ich beobachte schon jetzt bei den Kindern das ihre Kreativität sich neue Bahnen sucht, nach gerade mal einem Monat Schulpause!

Schulpause

Bildquelle: Pexels

Lasttests in Einfach mit Artillery

Einfach mal schnell ein bisschen Last auf ein System legen? Checken ob die Grafana Metriken oder Alerts anschlagen? Möglichst gleich noch automatisiert abfeuern? Ein schönes einfaches Tool für diesen Zweck ist Artillery. Kann man per npm installieren oder einen der vielen fertigen Docker Container für ziehen.

Für den ganz schnellen Test geht per Kommandozeile fast wie früher mit Apache Bench oder mit in yaml vorgefertigten Szenarien, dann geht auch ganz einfach der Test von Custom Headern oder Authentifikation.

Als Report kommt dann etwa so etwas heraus:

All virtual users finished
Summary report @ 19:19:50(+0000) 2020-03-10
  Scenarios launched:  100
  Scenarios completed: 100
  Requests completed:  2000
  RPS sent: 166.53
  Request latency:
    min: 29.9
    max: 1526.2
    median: 74.5
    p95: 235.6
    p99: 504.8
  Scenario counts:
    0: 100 (100%)
  Codes:
    200: 2000

Artillery

Halbjahresinformation - Schule von Morgen

Heute geht das schulamtliche Halbjahr zu Ende, an der Unisschule gibt es zwar keine Ferien und der Lehrplan wird nicht linear getrichtert doch ich finde es ist ein guter Augenblick ein Resümee zu ziehen.

Auf der haben Seite stehen in jedem Fall die Kinder, die gehen noch immer gern in die Schule. Es gibt immer mal Hänger wenn unliebsame Aufgaben anstehen, das ist aber normal wie ich finde.

Die größten Schmerzen bereitet leider das sozial emotional aufgeladene Umfeld. Hier sieht man auf der einen Seite große Erfolge im Zusammenarbeiten der Kinder, es gibt aber auch immer wieder die gleichen Namen die negativ belastet nach Hause getragen werden. Die Herkunft der Schüler ist sehr heterogen, so heterogen wie vermutlich die Gründe von Eltern ihre Kinder an der Schule anzumelden.

Ganz klar erfolgreich ist die Projektzeit. Das ist freie, kreative Gruppenarbeit pur. Mit Sicherheit werden hier, mit Blick auf den Lehrplan, die Fächer Werken, Sachunterricht und Kunst abgebildet. Aber auch die Medienkompetenz wird gefördert da viel im Netz recherchiert wird. Durch das freie Schreiben von Texten, Plakaten und Protokollen wird aber auch der Schriftspracherwerb gefördert. Jedes Projekt endet mit einer Gruppenpräsention, das schärft das Selbstbewusstsein und die Kritikfähigkeit denn man muss sich auch Fragen stellen lassen. Noten gibt es keine, aber Wertschätzung in Form von verbalen Urteilen die Stärken und Potentiale aufzeigen.

Englisch, Mathematik und Deutsch gibt es noch einmal als Werkstatt Unterricht, dieser ähnelt klassischem Fachunterricht, wird aber durch Phasen von Freiarbeit und Nutzung von Apps unterstützt. Das gibt viel Raum zur Differenzierung.

In beiden Bereichen muss man aber klar kritisieren das die Schule personell unterbesetzt ist. Das ist nicht den LernbegleiterInnen oder der Schulleitung anzulasten sondern klar der Politik und dem Amtsschimmel. Ich kann mir sehr gut vorstellen das die Unisschule und das Konzept mit der gleichen Zahl von PädagogInnen funktioniert wie eine Regelschule aber die Unisschule wird gerade aus dem Boden gestampft und drei Viertel der Schüler sind vom System Regelschule versaut.

Den Kindern wurde, bis auf die ersten Klassen, das natürliche und explorative Lernen abgewöhnt. Kopf auf, Wissen rein, Test, vergessen, das ist der Trott unseres Systems. Hauptsache der Lehrplan ist erfüllt. Was bedeutet das aber für die PädagogInnen? Sie müssen diesen Kindern dieses Lernen wieder beibringen und dabei verhindern daß die Schüler sich in Vermeidungsstrategien flüchten und eben gar nichts machen weil ja niemand die Ansagen macht. Und das kostet Zeit und Aufmerksamkeit und für diesen Kraftakt braucht es mehr Personal.

Man würde also für die Anlaufphase, also die Zeit in der noch Schüler aus dem Regelsystem nachrücken mehr Pädagogen benötigen. Ebenfalls nicht sinnvoll gelöst ist die Betreuung von Kindern außerhalb der Lernzeiten, hier fehlen Gelder für zusätzliche Pädagogen um die Kinder während des gebundenen Ganztages zu begleiten. Warum? Weil die Unisschule die einzige sächsische Ganztagsschule ist und Gesetze zu ihren Ungunsten ausgelegt werden.

Wichtig ist hier zwischen den üblichen GTA Angeboten in sächsischen Schulen und dem gebundenen Ganztag zu differenzieren. Ersteres bedeutet nur das in der Hortzeit noch Angebote von externen Dienstleistern angeboten werden. Formal endet aber der Unterricht mit der letzten Unterrichtsstunde. An der Unisschule haben sie Schüler von 8 bis 16 Uhr Zeit zu lernen. Wie oben beschrieben in Form von selbstständiger Arbeit, Projekten, Werkstätten oder durch externe Ganztagsangebote. Einen Hort gibt es eigentlich nicht.

Hier fehlt es aber an Mitteln um die Kinder gezielt zu beschäftigen, sei es durch pädagogische oder durch andere Angebote. Im Resultat ist der Nachmittag der Grundschüler von freiem Spiel geprägt, wie im Hort und das ist nicht schlimm aber die Anzahl der ErzieherpädagogInnen ist dennoch zu gering.

Man muss aber dennoch sagen, das hier in einem Schulhalbjahr großes gelungen ist! Vieles wurde erreicht und vieles ist noch im Entstehen. Es gibt eine motivierte Schulleitung, motivierte und engagierte LernbegleiterInnen, einen aktiven Förderverein und es formiert sich langsam ein Elternrat der aktiv arbeitet und nicht nur tagt.

Dabei ist eines sehr schön und auch für mich sehr motivierend, alle Arbeiten zusammen und konstruktiv miteinander. Auf das dies noch mindestens 14 1/2 Jahre so bleibt, denn dann endet der Schulversuch hoffentlich nicht!

Universitätsschule Dresden

Herz und Leidenschaft

Der Scrum Master ist im Mainstream angekommen. Wenn schon die FAZ schreibt das Scrum Master ein Beruf der Zukunft ist, heißt es um so mehr auf der Hut zu sein vor schicken Stellenanzeigen und großen Reden auf Konferenzen.

Scrum Master sein heißt mehr als zwei Blogs zu abonieren und ein Zertifikat vorzuweisen. Scrum Master ist einer dieser Berufe die man mit Leidenschaft und Herzblut muss leben können. Alles andere mutiert in kürzester Zeit zum Zombie Scrum. Scrum und Agilität entstehen nicht allein durch neue Prozesse. An Scrum angelehnte Prozesse können freilich in fast jeder Umgebung helfen, aber High Performing geht nicht ohne ein entsprechendes Mindset.

Die Rolle des Scrum Masters auf den Punkt gebracht hat Barry Overeem in seinen 8 Stances of a Scrum Master, ein Whitepaper das ich jedem Unternehmen ans Herz legen kann, bevor es eine Stelle für Scrum Master auszuschreibt weil es gerade in der FAZ gestanden hat.