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        <title><![CDATA[bunix blog]]></title>
        <description>Mein Blog über Technik, Computer, Chaos, Kochen, Politik und das echte Leben</description>
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      <pubDate>Wed, 19 Jun 2024 19:07:24 +0000</pubDate>
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        <title><![CDATA[Urlaub statt Ferien: Ein Fazit nach vier Jahren]]></title>
        <description><![CDATA[<p>Die Universitätsschule Dresden hat mit ihrem “Urlaub statt Ferien” Konzept einen weiteren innovativen Baustein im Petto. Statt starren Ferienzeiten haben die Lernenden mit ihren Familien hier die Möglichkeit, ihre Urlaubstage flexibel zu planen. Im ursprünglichen Konzept wird dabei von 30 frei verteilbaren Tagen gesprochen. Zusätzlich gibt es etwa 15 feste Schließtage, an denen der Schulbetrieb ruht.</p>
        <p>Auf den ersten Blick erscheint das Konzept “Urlaub statt Ferien” äußerst attraktiv. Endlich ist es möglich, außerhalb der Hauptsaison zu verreisen, Geld zu sparen und dem Reisestress zu entkommen. Auch fällt endlich die lästige Ferienbetreuung weg die es zu organisieren gilt. Zudem könnten die Lernenden von individuellen Erholungsphasen profitieren, um sich vom anspruchsvollen Lehrplan zu erholen.</p>
        <p>Praktisch fällt aber direkt eine Diskrepanz zwischen durschnittlich 75 Tagen Ferien und 55 Tagen Schulfrei auf! Ganze vier Wochen weniger Erholung im Jahr steht den Lernenden an der Unischule zur Verfügung. In der Theorie wird dies damit begründet, dass der <a href="./2023/08/Lernen-im-gebundenen-Ganztag.html">Lernalltag für die Lernenden</a> entspannter und entzerrter sei und somit kürzere Erholungsphasen ausreichen.</p>
        <p>Doch diese Verringerung und Flexibilisierung der freien Tage hat in der Praxis einige Auswirkungen auf das Schuljahr und die Schulorganisation. Urlaub lieber in der Nebensaison, heißt auf der anderen Seite, dass der Unterricht vermehrt in die heißen Sommermonate fällt. Urlaub außerhalb der Ferien bedeutet auch weniger Ferienangebote, denn sind wir mal ehrlich wer kann denn 30 Tage im Jahr verreisen. Weiter fehlen Schüler azyklisch im Unterricht und Gruppenarbeiten oder die Arbeit in <a href="2023/07/Lernen-in-Projekten-Ein-Fazit-nach-vier-Jahren.html">fest getakteten Projekten</a> wird schwieriger koordinierbar, was zu Unruhe und Zeitdruck führt.</p>
        <p>Besonders im ersten Jahr sorgten die bürokratischen Abläufe bei der Beantragung für viel Unmut und Unsicherheit bei den Familien. Die zur Verfügung stehenden 30 Tage erwiesen sich als knapp bemessen, um die Erschöpfung, die durch den langen Schultag entsteht, angemessen auszugleichen. Dies gilt nicht nur für die Lernenden, sondern auch für die Pädagogen. Letzteren entfällt eine flexible Verteilung von Vorbereitungsarbeit in der Ferienzeit, da auch sie nur 30 Tage im Jahr nicht am Kind arbeiten müssen.</p>
        <p>Auch fiel uns auf, dass sich die Verringerung der freien Tage auf die Möglichkeit auswirkt, gemeinsam mit Kindern aus Regelschulen Ferienzeit zu verbringen. Insbesondere Familien die auch Kinder in Regelschulen haben profitierten nicht von der Lösung, wenn um den Urlaub in der Nebensaison geht. Gleiches gilt für Familien in denen ein Elternteil selbst an einer Schule tätig ist. Somit stehen einige Familien vor dem Dilemma, den Urlaub doch wieder in den Ferien nehmen zu müssen.</p>
        <p>In der Ausbaustufe die wir im vierten Jahr erlebten, gab es gar nur 10 Tage flexiblen Urlaub während der Rest durch die Schule in den Ferienzeiten festgelegt wurde. Ich bin ehrlich, den Vorteil dieser Lösung kann ich als Elternteil nicht mehr erkennen.</p>
        <p>Insgesamt zeigt sich, dass das Konzept “Urlaub statt Ferien” an der Universitätsschule Dresden in der Praxis nicht unsere Erwartungen erfüllt. Die anfängliche Euphorie wird durch bürokratische Hürden, die Begrenzung der Urlaubstage und die Verringerung der freien Tage getrübt. Es ist wichtig, dass Schulen solche innovativen Ansätze ausprobieren, kritisch reflektieren und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, um den Bedürfnissen der Lernenden sowie deren Familien gerecht zu werden. Im Kontext dieser Reflektionsarbeit schmerzt es mich besonders, dass kaum ein medialer Bericht über die Schule umhin kommt diesen Konzeptanteil positiv heraus zu heben.</p>
        <p>Es ist wichtig, dass Bildungseinrichtungen und Familien gemeinsam nach Lösungen suchen, die den Bildungsprozess und die Work-Life-Learn-Balance verbessern. Schließlich sollte Bildung immer das Wohl der Lernenden im Blick haben und gerade hier denke ich hat die Unischule noch viel größere Potentiale als die Zuteilung von freier Zeit im Jahr.</p>
        <p>Abschließend möchte ich betonen, dass dies meine persönliche Meinung ist und andere Eltern und Lernende möglicherweise unterschiedliche Ansichten haben.</p>
        ]]></description>
      <pubDate>Thu, 14 Sep 2023 14:56:23 +0000</pubDate>
      <link>https://bunix.de/2023/09/Urlaub-statt-Schule.html</link>
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    <category>education</category>
    <category>unischule</category>
    <category>dresden</category>
  </item>
  <item>
    <title><![CDATA[Lernen im gebundenen Ganztag: Ein Fazit nach vier Jahren]]></title>
    <description><![CDATA[<p>Ein weiterer Baustein des Lernens an der Universitätsschule, war der gebundene Ganztag. Wie hat sich das ganze über vier Jahre entwickelt und wie sind meine Kinder damit klargekommen?</p>
    <p>Das Grundkonzept des <em>gebundenen Ganztages</em> an der Universitätsschule Dresden sieht vor, dass Lernenden nicht nur am Vormittag, sondern bis in die frühen Nachmittagsstunden in der Schule lernen und aktiv sein können. Zwischen ca. 8 und 16 Uhr sind sie in der Schule anwesend und können feste Blocks und Kurse besuchen. Dies geht deutlich weiter als simple Ganztagsangebote an regulären Schulen und gilt für alle Altersgruppen.</p>
    <p>Das Konzept verspricht dabei einige Vorteile: Eine flexible Ankunftszeit und die Möglichkeit, den Unterrichtsalltag nach eigenen Bedürfnissen zu gestalten, sollen den Lernenden und ihren individuellen Bedürfnissen zugutekommen. Sportliche und kreative Angebote sollen den Tag auflockern und das Lernen abwechslungsreich gestalten. Die Idee hinter dem Konzept ist zweifellos vielversprechend.</p>
    <p>Nachdem ich das Konzept des <em>gebundenen Ganztages</em> an der Universitätsschule Dresden näher verfolgt habe, sind mir einige Aspekte aufgefallen, die eine kritische Betrachtung verdienen. Ein Blick auf den Alltag der Lernenden im vierten Jahr der Universitätsschule zeigt, dass der Tag eher 7:30, spätestens um 8:00 beginnt damit auch jeder am <a href="./2023/07/Fruehstueck-in-der-Schule.html">verpflichtenden Frühstück</a> teilnimmt. Für Lernende die nicht im direkten Umfeld wohnen bedeutet dies bereits in den frühen Morgenstunden aufstehen zu müssen, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Die langen Tage und der frühe Start führten dazu, dass unsere Kinder immer wieder über Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und Erschöpfung klagten.</p>
    <p>In der Praxis wurde der Lerntag auch nicht bis 16 Uhr ausgedeht. In der Grund und Mittelstufe war spätestens 15:00 Schluss. Aus Sicht der Mittelstufe Montags schon um 14:00 und Freitags 13:00.</p>
    <p>Die Pausenregelungen, die anfangs als flexibel und an den individuellen Bedarf angepasst gedacht waren, erwiesen sich als zu starr. Anstelle von regelmäßigen kleinen Pausen zwischen den Unterrichtsblöcken gab es festgelegte Bewegungspausen und eine Mittagspause. Diese begrenzte Anzahl von Pausen wirkte sich negativ auf die Konzentration und die allgemeine Energie der Lernenden aus. Die Tatsache, dass unsere Kinder oft das Bedürfnis nach kurzen Pausen verspürten, jedoch nicht die Möglichkeit hatten, diese einzulegen, verstärkte das Gefühl der Erschöpfung. Diese Müdigkeit schlug sich zweifelsohne auch auf die Motivation zu lernen nieder.</p>
    <p>Negativ zu diesen restriktiven Möglichkeiten zur Pausengestaltung kam das die Lernblöcke mit 90 bis 120 Minuten am Vormittag auch deutlich länger sind als das was in normalen Schulen üblich ist und was ein normaler, erwachsener Mensch in einem Arbeitsumfeld leisten kann.</p>
    <p>Auch die ursprünglich angekündigten Ganztagsangebote, die als eine Art Auflockerung gedacht waren, erwiesen sich als enttäuschend. Die Bandbreite und Anzahl der Angebote war begrenzt, und die Lernenden konnten nur selten daran teilnehmen. Stattdessen wurde die Zeit nach unserer Beobachtung primär mit regulärem Lernen und Arbeit an <a href="./2023/08/Lernen-mit-Bausteinen.html">Lernbausteinen</a> verbracht, was die Belastung bei unseren Kindern erhöhte.</p>
    <p>Zusammenfassend muss ich sagen, dass die Erfahrungen und Beobachtungen die wir als Eltern mit unseren Kindern machen konnten, ein kritisches Licht auf das Konzept des <em>gebundenen Ganztages</em> in dieser spezifischen Umsetzung werfen. Die Idee einer flexiblen Lernumgebung mit ganztägigen Angeboten klang vielversprechend, aber die Realität zeigte, dass der lange Unterrichtstag in Kombination mit einem starren Zeitplan und begrenzten Pausen nicht den erwarteten Nutzen brachte. Dabei kann ich nur vermuten das die mangelnde Flexibilität auch ein Problem fehlenden Personals war und ist.</p>
    <p>Mein persönliches Fazit ist, dass eine Überarbeitung des Konzepts notwendig ist, um den Bedürfnissen der Lernenden besser gerecht zu werden. Ein ausgewogenerer Stundenplan, der längere Pausenzeiten und eine flexiblere Aufteilung des Unterrichts ermöglicht, könnte dazu beitragen, die Konzentration und die Lernleistung der Lernenden zu verbessern. Es ist wichtig, die Erfahrungen der Beteiligten ernst zu nehmen und das Konzept so anzupassen, dass es den Zielen einer förderlichen und gesunden Lernumgebung gerecht wird.</p>
    <p>Abschließend möchte ich betonen, dass dies meine persönliche Meinung ist und andere Eltern und Lernende möglicherweise unterschiedliche Ansichten haben.</p>
    ]]></description>
  <pubDate>Mon, 21 Aug 2023 19:56:23 +0000</pubDate>
  <link>https://bunix.de/2023/08/Lernen-im-gebundenen-Ganztag.html</link>
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<category>education</category>
<category>unischule</category>
<category>dresden</category>
</item>
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  <title><![CDATA[Urlaub in der Wildschönau]]></title>
  <description><![CDATA[<p>Dieses Jahr führten uns die Sommerferien für eine Woche in die Tiroler Alpen genauer in die <a href="https://www.wildschoenau.com/de">Wildschönau</a>. Ferienwohnung, zu fünft, ohne Auto.</p>
  <p>Unsere Reise in die malerische Wildschönau in Tirol begann mit einer Zugfahrt. Die Bahnfahrt verlief problemlos, und dank des gut organisierten Nahverkehrs war die letzte Meile zum Zielort ein Kinderspiel. Ein Bus verkehrt stündlich zwischen Wörgl und Auffach, was uns die flexibelste Anreisemöglichkeit ins Tal bot. Aus München verkehrt dabei ein EC aller 2 Stunden. Falls es bei den vorherigen Zügen Verzögerungen gäbe eine vertretbare Wartezeit. Besonders in der Hochsaison empfiehlt es sich, Plätze zu reservieren, um sicherzustellen, dass Familien zusammen sitzen können.</p>
  <p>Die Wildschönau hat sich als ein perfektes Ziel für unsere Familie mit Kindern erwiesen. Dank der inkludierten Wildschönau Card, die Teil der Kurtaxe ist, konnten wir kostenfrei den Bus zwischen Niederau und Auffach nutzen sowie die Seilbahnen in beiden Orten. Diese Karte war eine echte Erleichterung, da sie uns anstrengende Aufstiege von 600 bis 800 Höhenmetern ersparte. Unsere Wanderungen konzentrierten sich auf die wunderschönen Rundwege. Zum Beispiel genossen wir eine malerische Rundwanderung vom Markbachjob zum Mittermoosen Speichersee. Auch der Schatzberg bot einen großartigen Rundweg, den wir aus Zeitgründen leider nicht erkunden konnten. In Niederau gibt es im Tal ebenfalls charmante Wege, darunter einen faszinierenden Heilpflanzen Lehrpfad und herrliche Wege entlang der Bergbäche.</p>
  <p>Ein Tagesausflug führte uns auch zum Freizeitpark Drachenland in Oberau. Dieser Park kostet keinen pauschalen Eintritt. Jedoch müssen die meisten Attraktionen separat bezahlt werden. Die Achterbahn war zweifellos der Höhepunkt für unsere Kinder. Aus dem Tal bis hoch auf die Alm und dann in engen Kurven wieder hinab. Das Essen war ausgesprochen lecker und zu vernünftigen Preisen erhältlich. Auf eins sei hingewiesen, Schatten auf dem Gelände ist rar. Abgesehen vom Freizeitpark gibt es in der Region Museen, Sporteinrichtungen und ein Freibad, die wir jedoch nicht explizit ausprobiert haben.</p>
  <p>Unsere Unterkunft in einem Ferienhaus machte Einkäufe unvermeidlich. Glücklicherweise gibt es in allen Orten der Wildschönau Supermärkte. Dennoch sollte man schauen das das Domizil in Laufentfernung ist, manche Hütte ist auch weiter weg, hier merkt man das die normale Anreise doch mit dem Auto angedacht ist. Unsere Wahl des Ferienresorts erwies sich dabei als klug, da es nicht nur nahe am Markt lag, sondern auch an der Niederauer Seilbahn und der Buslinie.</p>
  <p>Der gut organisierte Nahverkehr der Wildschönau trug erheblich zu unserem reibungslosen Aufenthalt bei. Der stündlich verkehrende Bus zwischen Wörgl und Auffach war äußerst praktisch. Zudem gibt es einen Wanderbus rund um Oberau, der weitere Orte anfährt, aber seltener verkehrt. Die Busse waren gut frequentiert, insbesondere ab 10 Uhr, daher empfehle ich, frühzeitig zu reisen, um den Ansturm zu vermeiden.</p>
  <p><img src="./media/wildschoenau.webp" alt="Kartenausschnitt welcher den Bereich der Wildschönau zeigt" /></p>
  ]]></description>
<pubDate>Sun, 20 Aug 2023 19:26:42 +0000</pubDate>
<link>https://bunix.de/2023/08/urlaub-in-der-wildschoenau.html</link>
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<category>urlaub</category>
<category>familie</category>
</item>
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  <title><![CDATA[Lernen mit Bausteinen: Ein Fazit nach vier Jahren]]></title>
  <description><![CDATA[<p>Nach vier Jahren Unischule, möchte ich nun auch noch etwas mehr zum Konzept der Lernbausteine an der Universitätsschule Dresden wieder geben. Dieses pädagogische Konzept zielt darauf ab, das traditionelle lineare Lernen in der Schule aufzubrechen und den Schülern eine individuellere und flexiblere Lernumgebung zu bieten.</p>
  <p>Das Ziel der Universitätsschule war es dabei ursprünglich, das <a href="./2023/07/Lernen-in-Projekten-Ein-Fazit-nach-vier-Jahren.html">Lernen vollständig in Projekten</a> zu gestalten und das Wissen in kleine Bausteine zu zerhacken. Diese Bausteine, die den Lehrplan des sächsischen Lehrplans abdecken, werden in verschiedene “Lernhäuser” unterteilt um eine Grundstruktur zu erhalten. So gibt es beispielsweise ein Lernhaus für sprachliche oder naturwissenschaftliche Bausteine. Die Lernenden haben die Freiheit, die Bausteine in beliebiger Reihenfolge abzuarbeiten. Natürlich gibt es Empfehlungen basierend auf der Klassenstufe oder bestimmte Abhängigkeiten zwischen Bausteinen. Dadurch gab es ein inhaltliche Orientierung für Lernende und PädagogInnen.</p>
  <p>Eine der größten Stärken des Konzepts der Lernbausteine liegt im asynchronen Lernen. Lernende haben die Freiheit, je nach Tagesform und individuellem Lernrhythmus ihre Themen zu wählen. Dies ermöglicht es den Lernenden, in ihrem eigenen Tempo zu arbeiten und sich tiefer mit den Themen auseinanderzusetzen, die sie gerade besonders interessieren. Im Vergleich zum starren Stundenplan der herkömmlichen Schule bietet diese Flexibilität den Lernenden die Möglichkeit, ihren Lernprozess besser zu steuern und ihre Motivation aufrechtzuerhalten. Vor allem aber wird eine deutlich bessere Differenzierung möglich und Lernende verlieren nicht so leicht den Anschluss an die Mitlernenden.</p>
  <p>Die Einführung des Konzepts der Lernbausteine war jedoch nicht ohne Herausforderungen. Eine der ersten Schwierigkeiten bestand darin, dass keine schulischen Lehrbücher dieses Format unterstützen. Die Lernbegleitenden mussten daher die Inhalte für die einzelnen Bausteine selbst erstellen, was einen erheblichen zeitlichen Aufwand bedeutete. Zudem war die Qualität der Materialien sehr durchwachsen. Im ersten Anlauf waren Bausteine deutlich unterschiedlich in ihrem Umfang, ihrer Gestaltung und dem Schwierigkeitsgrad. Einige Bausteine verloren innerhalb kürzester Zeit ihre Gültigkeit und mussten ein zweites Mal erstellt oder aufgeteilt werden. Dies führte unter anderem dazu, dass sowohl Lernende, Lernbegleitende und Eltern den Überblick verloren was schon erledigt und was zu erledigen war.</p>
  <p>Da es nur wenige frontale Unterrichtseinheiten gibt, stützen sich viele Materialien auf digitale Inhalte. Dadurch variiert die Qualität der Erklärungen sehr stark. Ebenfalls stellte sich schnell heraus das Links ins Internet flüchtig sind und schnell ungültig werden können. Auch ist das ausdrucken dynamischer URLs nicht besonders komfortabel, weshalb teilweise dann mit QR Codes in den Materialien hantiert wurde. Dabei schaffte es etwas Linderung die Bausteine auch digital in einem <a href="https://padlet.com">Padlet</a> abzulegen und Links dort oder im PDF Dokument direkt zu verankern und ggf. zu bearbeiten.</p>
  <p>Eine weiteres Phänomen, welches wir beobachten konnten, war Druck eine bestimmte Anzahl von Bausteinen pro Woche abzuschließen. Da die Bausteine den Lehrplan abdecken, entstand eine Erwartungshaltung, dass sie in großem Umfang absolviert werden müssten. Dies führte in unserem Fall dazu das Lernbegleitende Druck auf Lernende ausübten, insbesondere wenn das Lerntempo oder die Lernmotivation der Lernenden nicht ausreichten, um die Erwartungen zu erfüllen. Der Tempodruck ersetze dann den Noten- und Leistungsdruck im traditionellen System.</p>
  <p>Letztendlich gibt es noch einen Punkt der mir unklar ist. Das Konzept der Bausteine schreit geradezu nach einer trivialen Digitalisierung. Ein Tool in dem alle Bausteine abgelegt sind und in welchem direkt erfasst werden kann mit welchem Erfolg welche Lernenden die einzelnen Bausteine bereits erledigt haben. In vier Jahren Schulportalsoftware wurde das nicht annähernd erreicht, was sich in falschen Zeugnissen und einem unnötigen Wust an Excel Tabellen und Notizen bei den Lernbegleitenden äußerte.</p>
  <p>Trotz einiger Herausforderungen und Anpassungen hat sich das Konzept der Lernbausteine an der Universitätsschule Dresden grundlegend als erfolgreich erwiesen. Die Möglichkeit des asynchronen Lernens und die individuelle Auswahl der Bausteine ermöglichen den Lernenden eine flexiblere und eigen motivierte Herangehensweise an das Lernen. Es bleibt jedoch wichtig, den Druck und die Erwartungen im Zusammenhang mit der Absolvierung der Bausteine zu beachten und eine ausgewogene Balance zu finden.</p>
  <p>Es sollte darauf geachtet werden, dass die Schüler ihr eigenes Lerntempo und ihre Motivation berücksichtigen können, um den Lernprozess positiv zu gestalten. In meinen Augen eine Aufgabe welche die Lernbegleitenden wahrnehmen müssten, aber nicht können da personelle Engpässe und Fluktuation, große Gruppen mit großer Diversität, fehlende Zusatzqualifikation und Zusatzaufgaben sie daran hindern.</p>
  <p>Es wäre toll, wenn sich dieses Konzept weiterentwickelt und auch an anderen Schulen eingesetzt wird, so dass es für Verlage attraktiv wird ihre Lehrmaterialien in einer bausteinartigen Struktur anzubieten. Dies könnte dazu beitragen, den traditionellen Frontalunterricht zu überwinden und eine Lernumgebung zu schaffen, die den Bedürfnissen der Schüler besser gerecht wird.</p>
  <p>Insgesamt glaube ich das der Ansatz der Lernbausteine ein innovativer und erfolgreicher Teil des Schulkonzeptes ist, welcher noch großes Potential hat. Vor allem würde man ihn konsequent digital denken und realisieren.</p>
  <p>Abschließend möchte ich betonen, dass dies meine persönliche Meinung ist und andere Eltern und Lernende möglicherweise unterschiedliche Ansichten haben.</p>
  ]]></description>
<pubDate>Wed, 02 Aug 2023 20:15:23 +0000</pubDate>
<link>https://bunix.de/2023/08/Lernen-mit-Bausteinen.html</link>
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<category>education</category>
<category>unischule</category>
<category>dresden</category>
</item>
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  <title><![CDATA[Agile Methoden: Mehr als nur Reagieren auf Veränderung]]></title>
  <description><![CDATA[<p>In einer sich ständig wandelnden Welt sind Organisationen darauf angewiesen, flexibel und anpassungsfähig zu sein. Agile Methoden haben sich als wirkungsvoller Ansatz erwiesen, um Flexibilität, Innovation und Resilienz zu fördern. Ich möchte heute dem Gedanken nachgehen, ob Agilität oft nur als Reaktion auf Veränderungen betrachtet werden kann.</p>
  <p>Agilität wird oft als die Fähigkeit interpretiert, auf Veränderungen zu reagieren. In der Tat sind agile Methoden wie Scrum oder Kanban darauf ausgerichtet, sich flexibel an neue Anforderungen anzupassen. Durch kurze Feedbackschleifen und iterative Entwicklung können Teams schnell auf Veränderungen reagieren und Anpassungen vornehmen. Betrachtet man Agilität jedoch als ausschließlich reaktive Maßnahme führt dies nach meiner Erfahrung schnell zu Frust und Resignation. Das eigentliche volle Potenzial von Agilem Vorgehen bleibt dabei unauszugeschöpft.</p>
  <p>Vielmehr setzt eine agile Denkweise proaktives Handeln voraus. Es geht darum, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, vorausschauend zu agieren und Innovation voranzutreiben. Agile Methoden bieten eine Vielzahl von Werkzeugen und Praktiken, um kontinuierliches Lernen, Feedback und Anpassungen zu fördern. Gern wird dies dann als empirisches oder evidenzbasiertes Handeln beschreiben. Es  ermöglicht es Chancen zu erkennen, Herausforderungen zu bewältigen und Innovationen voranzutreiben, bevor der Zwang entsteht rein reaktiv zu handeln.</p>
  <p>Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen liegt der ganze Fokus dann auf den Auswirkungen einer Veränderung. Eine andere wichtige Perspektive, die dann häufig übersehen wird, ist der Blick auf die Ursachen und Auslöser. Dem Prinzip der Selbsterhaltung von Systemen folgend ist es wichtig, die zugrunde liegenden Ursachen und Auslöser zu verstehen, um gezielt sich wiederholende Muster zu identifizieren und diese zu unterbrechen. Klarheit zwischen Ursachen und Auswirkungen zu erkennen und zu verstehen, schädliche Muster zu unterbrechen führt langfristig dazu Stabilität zu schaffen, sowie Innovation und Resilienz zu fördern.</p>
  <p>Am Ende steht eine ausgewogene Herangehensweise, die sowohl Reaktion als auch Aktion umfasst. Vorausschauendes Handeln und Stabilität schaffen den Raum für schnelle Reaktionen auf unvorhergesehene Veränderungen. Daraus resultiert das Systeme und Organisationen, die frühzeitig agile und evidenzbasierte Methoden einsetzen, um vorausschauend zu handeln, werden besser in der Lage sein, sich an Veränderungen anzupassen und Chancen zu nutzen.</p>
  <p>Zusammenfassend möchte ich sagen: Agilität ist mehr als nur eine Reaktion auf Veränderungen - sie ist ein ganzheitlicher Ansatz zum Umgang mit Komplexität. Durch den Fokus auf kontinuierliches Lernen, flexible Anpassung und die Nutzung von Komplexität als Chance für Innovation verbessert sich die Fähigkeit, in einer dynamischen und unvorhersehbaren Welt erfolgreich zu agieren.</p>
  <p><img src="./media/software-team.webp" alt="Ein Team von frustrierten Software Entwicklern" /></p>
  ]]></description>
<pubDate>Wed, 12 Jul 2023 14:15:23 +0000</pubDate>
<link>https://bunix.de/2023/07/Agile-Methoden.html</link>
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<category>agile</category>
<category>coaching</category>
<category>complexity</category>
<category>change</category>
</item>
<item>
  <title><![CDATA[Frühstück in der Schule: Ein Fazit nach vier Jahren]]></title>
  <description><![CDATA[<p>Ein gemeinsames Frühstück für alle Kinder in der Schule - eine Vision, die in der Universitätsschule Dresden aufgegriffen wurde. Die Idee dahinter ist vielversprechend: Gemeinschaft und Kommunikation fördern sowie eine ausreichende Energiezufuhr für einen effektiven Lernprozess gewährleisten. Doch wie sieht die Realität aus? Ich möchte hier die Vision hinter dem Schulfrühstück beleuchten, die notwendigen Bedingungen zur erfolgreichen Umsetzung aufzeigen und die beobachteten Mängel in der Praxis diskutieren.</p>
  <p>Die Vision eines gemeinsamen Frühstücks ist geprägt von der Vorstellung einer festen Gruppe von Kindern, die in einem geeigneten Raum zusammenkommen und in einer ruhigen Atmosphäre frühstücken. Pädagogen sind dabei präsent, um die Kinder zu betreuen und eine positive Gruppengemeinschaft zu unterstützen. Zudem spielt auch der Caterer eine nicht unwesentliche Rolle, schließlich muss er ein abwechslungsreiches, hochwertiges Frühstück zu einem sozialverträglichen Preis anbieten können.</p>
  <p>Jedoch stößt dies in der Praxis auf verschiedene Herausforderungen. Das Frühstück findet oft in einer großen und lauten Schulmensa statt, was eine entspannte Atmosphäre beeinträchtigt. Die Kinder kommen zu unterschiedlichen Zeiten zum Frühstück, wodurch ein erwartetes gemeinsames Frühstück in der Gruppe erschwert wird. Hinzu kommt die Abwesenheit der Pädagogen, welche ja auch den Teil der Gruppengemeinschaft sind.</p>
  <p>Ein weiterer Aspekt ist das Frühstücksbuffet, das eine begrenzte Auswahl an Speisen bietet. Zwar werden einige Grundnahrungsmittel wie Käse, Wurst, Butter, Brot, Brötchen, Cerealien, Obst und Gemüse bereitgestellt, jedoch fehlt es oft an Vielfalt und Qualität. Zudem ist es den Kindern nicht erlaubt, ihr eigenes Essen mitzubringen, was zu Unzufriedenheit und verschwendeten Lebensmitteln führen kann.</p>
  <p>Um die finanzielle Belastung für Familien mit geringem Einkommen zu mildern, wurde ein Frühstückspatenschaftsprogramm durch den Förderverein der Schule ins Leben gerufen. Dieses Programm ermöglicht es, dass Familien, die Anspruch auf das Mittagessen durch das sächsische Teilhabepaket haben, Unterstützung beim Frühstück erhalten. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass dieses Programm nur das finanzielle Problem einiger Familien löst, nicht aber die übrigen Herausforderungen des gemeinsamen Frühstücks.</p>
  <p>Angesichts der genannten Herausforderungen sollten überdacht werden, ob unter den gegebenen Umständen tatsächlich ein positiver Effekt durch das Frühstück erzielt wird. Möglicherweise ist es sinnvoll, das Projekt als Ganzes zu überdenken oder alternative Lösungsansätze zu prüfen. Eine Option wäre beispielsweise ein regelmäßiges wöchentliches gemeinsames Frühstück in den Gruppen, was den Sozialverband vermutlich genauso stärken würde. Organisiert und finanziert werden könnte dies im Rahmen von Elterninitiativen was wiederum Nähe zu den Eltern selbst schaffen würde.</p>
  <p>Zuletzt ist es wichtig anzuerkennen, dass gesunde Ernährung nicht erzwungen werden kann, indem man das Essen vorschreibt. Leider musste man genau das in letzter Zeit beobachten, denn Kompromisse seitens einiger Elternhäuser wurden durch die Schulleitung abgelehnt, oder durch neue Regeln des Caterers unmöglich gemacht. Stattdessen sollten ein offenener Dialog mit den Kindern geführt werden und ihre Vorlieben und Bedürfnisse berücksichtigen werden. Denn letztendlich wird Essen, das nicht den individuellen Präferenzen entspricht, im Zweifel nicht gegessen oder weggeworfen, was weder nachhaltig noch sinnvoll ist.</p>
  <p>Insgesamt bleibt die Vision eines gemeinsamen Schulfrühstücks relevant und wertvoll. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, die notwendigen Bedingungen wie geeignete Räume, Anwesenheit von Pädagogen und eines qualifizierten Caterers zu schaffen. Gleichzeitig sollten die beobachteten Mängel in der Realität anerkannt und nachhaltige Lösungsansätze entwickelt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass das gemeinsame Frühstück für alle Kinder eine positive Erfahrung wird, die ihre Entwicklung und ihr Wohlbefinden unterstützt.</p>
  <p>Abschließend möchte ich betonen, dass dies meine persönliche Meinung ist und andere Eltern und Schüler möglicherweise unterschiedliche Ansichten haben. Gerade das Thema Ernährung bietet viel Sprengstoff da die Definition von Qualität und Quantität der individuell sind. Ich wünsche mir, dass das Thema Frühstück an der Universitätsschule Dresden sich noch in eine konstruktive Richtung entwickelt, denn es kann eine toller Baustein für eine Schule von Morgen sein.</p>
  ]]></description>
<pubDate>Wed, 05 Jul 2023 19:23:42 +0000</pubDate>
<link>https://bunix.de/2023/07/Fruehstueck-in-der-Schule.html</link>
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<category>education</category>
<category>unischule</category>
<category>dresden</category>
</item>
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  <title><![CDATA[Lernen in Projekten: Ein Fazit nach vier Jahren]]></title>
  <description><![CDATA[<p>Vor vier Jahren wechselten meine Kinder an die Universitätsschule Dresden. Gern nennt diese sich die Schule von Morgen und will das Lernen neu erfinden. Dabei hat diese neu gegründete Schule mit vielen Widrigkeiten, Vorschriften und natürlich auch dem Lehrermangel zu kämpfen. Da meine Kinder die Schule bald verlassen möchte ich gern noch ein Fazit zu einigen Aspekten der Schule ziehen.</p>
  <p>Ein zentraler Baustein des Lernens an der Universitätsschule Dresden sollte ursprünglich das Lernen in Projekten sein. In diesem Blogbeitrag werde ich meine Erfahrungen und Beobachtungen bezüglich des projektbasierten Lernens an der Universitätsschule Dresden teilen.</p>
  <p>Der ursprüngliche Plan an der Universitätsschule Dresden sah vor, einen Großteil des Unterrichts in Form von Projekten umzusetzen. Dieser Ansatz sollte den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, selbstständig an Themen zu arbeiten, die sie interessieren und nebenbei alle wichtigen Lehrplaninhalte integrieren. Allerdings hat sich dieser Plan im Laufe der Zeit nicht wie erhofft entwickelt. Aktuell nimmt das Lernen in Projekten weniger als ein Viertel des Unterrichts ein, was auf eine Veränderung der ursprünglichen Pläne und Prioritäten hinweist.</p>
  <p>Zu Beginn des ersten Schuljahres der Unischule war der das Projektlernen zentraler Bestandteil und es gab quasi keine Fachunterricht neben Musik und Sport. Allerdings stellte sich bald der Zustand ein, das die Kinder an fünf Projekten gleichzeitig arbeiteten. Diese unstrukturierte Herangehensweise führten zu fehlendem Lernerfolg bei gleichzeitig hohem Spaß und Motivation der Schüler. Im Laufe der Zeit wurden die Projekte jedoch in klarere Strukturen eingebettet.</p>
  <p>Projekte sollten genau sechs Wochen lang dauern und sich an einem übergeordneten Thema orientieren. Ein Projekt selbst wurde im letzten Jahr konsequent über ein Lapbook in drei Phasen dokumentiert. In der ersten Phase ging es um die Planung des Projektes, das Festlegen des Themas, sowie des Produktes und dem Formulieren von Forscherfragen. In dieser Phase wurden auch die Projektgruppen bestimmt. Die zweite Phase galt dem recherchieren der Forscherfragen, dem Herstellen des Produktes und dem bearbeiten von Lernbausteinen die zum Thema passten oder sinnvoll integrierbar waren. In der letzten Phase ging es um die Fertigstellung und Präsentation von Produkt und Lerninhalten.</p>
  <p>Die ursprüngliche Idee, spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten als Bausteine in die Projekte einzubinden, wurde unterschiedlich umgesetzt. Anfangs gab es kaum eine Verbindung zwischen den Projekten und den Lernbausteinen, welche zu dieser Zeit auch noch nicht vorlagen. Später wurden Themen eingestreut, die oft nicht gut zur Projektarbeit passten und die Motivation der Kinder beeinträchtigten. Im letzten Schuljahr wurden jedoch strukturiertere Projektarbeiten beobachtet, die theoretische Inhalte, greifbare Produkte und Präsentationen umfassten.</p>
  <p>Als Eltern bekamen wir von all dem nicht viel mit. Ausgewählte Dinge wurden zu Schulfesten und am Tag der offenen Tür präsentiert. Vor den Corona Jahren gab es eine einmalige Messe bei der begeisterte Kinder ihre Projekte Eltern präsentierten. In diesem Jahr gab es dies auch einmalig, allerdings mit kurzer Vorwarnzeit an einem Freitag Vormittag zu normaler Menschen Arbeitszeit.</p>
  <p>Mein Fazit: Nach vier Jahren Universitätsschule Dresden lässt sich feststellen, dass der ursprüngliche Plan, einen Großteil des Unterrichts in Form von Projekten umzusetzen, gescheitert ist. Aktuell nimmt das Lernen in Projekten weniger als ein Viertel des Unterrichts ein. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen freier Themenwahl, sinnvoll zugeordnetem Lernen und dem Umfang der Projektarbeit zu finden. Diese zu finden hat die Schule meiner Meinung nach noch nicht geschafft. Ferner glaube ich als überzeugter Agilist, das die Wahl eines wasserfalligen Projektverlaufs zu wenig kreativen und pädagogischen Spielraum bietet.</p>
  <p>Ganz persönlich bin ich jedoch nach wie vor der Überzeugung, dass das Lernen in Projekten eine sinnvolle und erfolgreiche Methode sein kann, wenn die entsprechenden Strukturen und Rahmenbedingungen vorhanden sind. Die anfängliche Begeisterung der Kinder zu Beginn des Projektlernens zeigt, dass sie von der Möglichkeit, sich mit Themen ihrer Wahl intensiv auseinanderzusetzen, profitieren können.</p>
  <p>Um das volle Potenzial des projektbasierten Lernens auszuschöpfen, sind eine klare thematische Ausrichtung, eine strukturierte, agile Projektabwicklung und eine ausgewogene Integration von Lernbausteinen entscheidend. Es ist wichtig, dass die Kinder genügend Zeit und Ressourcen haben, um ihre Projekte umzusetzen, und dass die Projekte auf ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten abgestimmt sind.</p>
  <p>Abschließend möchte ich betonen, dass dies meine persönliche Meinung ist und andere Eltern und Schüler möglicherweise unterschiedliche Ansichten haben. Ich wünsche mir, dass das Lernen in Projekten an der Universitätsschule Dresden weiterentwickelt wird, um den Kindern eine motivierende und effektive Lernerfahrung zu bieten.</p>
  ]]></description>
<pubDate>Sun, 02 Jul 2023 19:35:42 +0000</pubDate>
<link>https://bunix.de/2023/07/Lernen-in-Projekten-Ein-Fazit-nach-vier-Jahren.html</link>
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<category>education</category>
<category>unischule</category>
<category>dresden</category>
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  <title><![CDATA[Emotion vs. Gefühl]]></title>
  <description><![CDATA[<p>Was ist eigentlich eine Emotion? Ist ein Gefühl auch eine Emotion? Gibt es einen Unterschied?</p>
  <p>Tatsächlich sind beides Begriffe die häufig synonym verwendet werden, es jedoch nicht sind. Emotionen stellen die direkte körperliche und geistige Reaktion auf einen Reiz dar. Sie sind verhältnismäßig kurzlebig und entstehen im limbischen System des Gehirns. Daher können Emotionen auf ganz unbewusst ausgelöst werden da sie direkt an die Reizwahrnehmung gekoppelt sind. Typische Emotionen sind Angst, Wut, Freude, Ekel oder Lust.</p>
  <p>Gefühle dahingegen sind die bewussten Erfahrungen die wir aus unseren emotionalen Reaktionen bei uns tragen. Sie helfen uns bewusst Reize zu interpretieren und beeinflussen unsere Reaktion darauf. Gefühle sind dabei oft langlebiger als Emotionen und können sich im Lauf der Zeit verändern. Da wir uns ihrer bewusst machen können, haben wir die Möglichkeit sie zu beeinflussen. Beispiele für Emotionen sind zum Beispiel Liebe, Hass, Glück oder Trauer.</p>
  <p>Spannend für mich war unter anderem noch die Frage wie lange eine Emotion anhält. Ich habe an verschiedenen Stellen zum Thema Wut widersprüchliche, schlecht begründete Zahlen gefunden. Manche sprechen von 8 Minuten die es dauert bis ein Wutanfall vorbei ist, andere pauschal von 90 Sekunden die eine Emotion dauert. Zumindest letzteres konnte ich auf Dr. Jill Bolte Taylor zurückführen, deren Aussage unter Trainern scheinbar recht verbreitet aber sehr unzureichend belegt ist.</p>
  <p>ChatGPT förderte mir noch zwei Studien hinter Paywalls zu Tage, welche hier konkretere Zahlen zu verschiedenen Emotionen ermittelt haben. Diese weisen aber auch klar darauf hin, das es viele Einflüsse auf die Dauer einer Emotion gibt und sich daher schlecht Mindest- oder Höchstdauern ableiten lassen.</p>
  <p>Zum Weiterlesen: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emotion">Wikipedia</a>, <a href="https://www.psychologytoday.com/us/blog/the-right-mindset/202004/the-90-second-rule-builds-self-control">Psychology Today</a></p>
  ]]></description>
<pubDate>Wed, 26 Apr 2023 19:15:42 +0000</pubDate>
<link>https://bunix.de/2023/04/emotion-vs-gefuehl.html</link>
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<category>psychology</category>
<category>mindfulness</category>
<category>coaching</category>
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  <title><![CDATA[Warum schreibe ich eigentlich (wieder) diesen Blog]]></title>
  <description><![CDATA[<p>Nun ich schreibe. Sporadisch. Wenn ich Luft, Lust und Zeit dafür habe. Aber warum eigentlich? Für mich ist das Blog schreiben manchmal eine  Form des Selbstcoachings. Das Blog hört mir einfach zu, es hat keine eigene Meinung und doch hilft das Schreiben die eigenen Gedanken zu sortieren und Ordnung ins Alltagschaos zu bringen.</p>
  <p><strong>Schreiben braucht Fokuszeit</strong></p>
  <p>Wenn ich schreiben will brauche ich dazu Fokus, Ruhe, Zeit um es zu tun. Das ist in den letzten Jahren selten geworden. Irgendwas ist immer, dass verhindert sich mal für eine Stunde einzugraben. Daher schreibe ich auch sporadisch, deshalb vergammeln viele Posts halb fertig im Repository.</p>
  <p>Und doch ist es ein gutes Gefühl wenn mal eine Mittagspause reicht um sich zu konzentrieren und etwas fertig zu bekommen. Ein paar Gedanken sortiert zu haben, etwas wertvoll geglaubtes mit der Welt geteilt zu haben und dann wieder in den Wirbel der Realität zurück zu springen.</p>
  <p><strong>Schreiben gibt Gedanken Struktur</strong></p>
  <p>Beim Schreiben muss ich langsam denken, langsamer als normal. Ich muss die Gedanken erstmal sortieren, priorisieren, strukturieren um dann das Wesentliche zu “Papier” zu bringen. Ich neige dazu Dinge tief zu durchdenken und dann manchmal stecken zu bleiben.</p>
  <p>Insofern hilft es mir meine Gedanken nieder zu schreiben und daraus neue Lösungen und Erkenntnisse für mich zu generieren. Den Weg der Gedanken noch einmal zu verfolgen hilft, einen Schritt zurück zu gehen und mich selbst aus der Sackgasse zu führen. Die vielen Abzweigungen noch einmal zu durchdenken eröffnet neue Lösungsräume. Und am Ende Klüger zu sein ist jetzt nicht das Schlechteste was möglich ist.</p>
  <p>Gleichzeitig hilft mir das öffentliche Schreiben Gedanken auch immer zu hinterfragen, mit der Realität abzugleichen und vielleicht zu relativieren. Wer mein Blog liest tut das freiwillig und es gibt bewusst keine Kommentare mehr hier. Es sind meine Gedanken, meine Struktur, meine Meinung und wer es mag darf weiter lesen, wer nicht kann weiter ziehen.</p>
  <p><strong>Schreiben hilft zu lernen</strong></p>
  <p>Was ich lese ist das eine, was ich aufschreibe etwas ganz anderes. Nicht alle meine Gedanken sind philosophische Karouselle die meine alltäglichen Probleme zu lösen versuchen. Manchmal sind da auch Dinge die ich einfach versuche zu verstehen. Indem ich sie aufschreibe muss ich sie ebenso noch einmal durchdenken und das hilft beim Verstehen und ist für mich ein Teil meines Lernprozesses.</p>
  <p><strong>Schreiben erlaubt es Gedanken zu teilen</strong></p>
  <p>Für mich selbst etwas zu schreiben ist die eine Seite. Das könnte ich auch für mich ganz allein machen und die Dateien dannach löschen, oder ich könnte Papier verwenden und es dannach zerknüllen. Aber das Veröffentlichen zwingt mich noch einmal zu lesen, zu durchdenken ob ein potentieller Leser es auch verstehen kann.</p>
  <p>Irgendwo gibt es in meinem Kopf auch Schrott-Gedankenkarousselle die es nicht wert sind am Ende veröffentlicht zu werden. Die sind aber oft auch nicht die Gedanken wert die sie konsumieren. Insofern hilft der Gedanke teilhaben zu lassen auch wichtiges vom unwichtigen zu trennen. Gedankenhygiene quasi.</p>
  <p>Alles in allem ist das Schreiben hier freiwillig, kein Stress, keine Zielgruppe, kein Feedback, keine Metriken. Eben Selbstcoaching wie eingangs geschrieben.</p>
  ]]></description>
<pubDate>Fri, 21 Apr 2023 11:55:00 +0000</pubDate>
<link>https://bunix.de/2023/04/warum-schreibe-ich-eigentlich.html</link>
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<category>reallife</category>
<category>blogging</category>
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  <title><![CDATA[Solidarität]]></title>
  <description><![CDATA[<p>Ich habe den letzten Tagen über den Begriff Solidarität nachgedacht. In meiner Wahrnehmung wird der Begriff oft ohne ein gemeinsames Verständnis verwendet. Doch was ist meine Definition von Solidarität? Ich habe mal ganz neutral ChatGPT dazu befragt und folgende Antwort bekommen die auch zu meiner Vorstellung passt:</p>
  <blockquote>
    <p> Solidarität bezieht sich auf das Prinzip der Zusammenarbeit und Unterstützung zwischen Individuen oder Gruppen in Zeiten der Not oder Schwierigkeit. Es geht darum, Verantwortung füreinander zu übernehmen und sich gegenseitig zu helfen, um gemeinsame Ziele zu erreichen.</p>
  </blockquote>
  <p>Warum ist das eigentlich so schwer? Warum funktioniert unsere Gesellschaft die, wenn man man den Medien glaubt, eigentlich nur noch von einer Krise in die nächste rutscht nicht schon lange auf dem Prinzip der Solidarität? Sollten all die Krisen nicht Grund genug sein zusammen zu halten? Sollte das nicht ein Grund sein Verantwortung zu übernehmen? Haben wir überhaupt als Gesellschaft ein gemeinsames Ziel?</p>
  <p>Ich denke wenn heute von Solidarität gesprochen wird, dann meint man oft Umverteilung von Wohlstand. Ich gehe mal in meine Kindheit zurück. Da gab es die “Kinder in Nicaragua”, die litten unter einer großen Hungersnot. Auf der anderen Seite waren wir in der DDR und wir hatten genug zu essen. Deshalb sollten wir solidarisch mit den Kindern in Nicaragua sein. Wir sollten keine Lebensmittel verschwenden und wir haben Altpapier und den Erlös nach Nicaragua gespendet. Hatten wir da aber ein gemeinsames Ziel? Die Kinder in Nicaragua und wir in der DDR? Nein, wir waren die “Privilegierten” und die waren die “Benachteiligten” und wir haben von unserem Wohlstand abgegeben.</p>
  <p>Ein Prinzip das sich mit dem Untergang der sozialistischen Staaten noch verfestig und normalisiert hat. Auch heute sind wir “Privilegierten” weiter nett, spenden ans Kinderdorf und legen unsere alten Klamotten solidarisch in die Kleiderspende. Machen wir damit aber einen Schritt hin zu einer gerechteren Gesellschaft? Lösen wir damit ein Problem? Nein. Wir verteilen Almosen, sicher aus guten Beweggründen aber Solidarität ist das nicht.</p>
  <p>Solidarität ist es aus zwei Gründen nicht. Zum einen verfolgen wir als “Privilegierte” mit unserer Handlung nicht das Ziel eine Ungerechtigkeit abzustellen. Im schlimmsten Fall erschaffen wir sogar noch eine Abhängigkeit der “Benachteiligten” von unseren Almosen. Ein solidarisches Ziel innerhalb der Gesellschaft könnte also sein, die Kleiderspende-Container überflüssig zu machen.</p>
  <p>Und da sehe ich auch den zweiten Aspekt von Solidarität. Innerhalb der Gesellschaft sollte Konsens dazu herrschen was Probleme, Symptome und Ziele sind. Es macht in meinen Augen wenig Sinn, wenn die “Privilegierten” entscheiden was gerade das Problem der “Benachteiligten” sei und wie man es lösen könnte. Dazu ist das gegenseitige Verständnis voneinander viel zu klein. Im Umkehrschluss wäre es genauso fatal wenn die “Benachteiligten” entscheiden würden wie die “Privilegierten” das Problem lösen müssen. Denn am Ende ist die Lösung eines gesellschaftlichen Problems immer eine gemeinsame Kraftanstrengung.</p>
  <p>Dazu kommt, dass unsere Gesellschaft sich an eine ungleiche Verteilung von Macht gewöhnt hat. Gleichzeit ist Macht oft an (finanziellen) Wohlstand gekoppelt. Während also in dieser Wahrnehmung eine Seite für sich beanspruchen kann die Lösung zu haben und durchzusetzen, muss die andere Seite damit leben eben keinen Einfluss zu haben und mit den Konsequenzen klar zu kommen. Kommen nicht beide Seiten zusammen um gemeinsam ein Problem und eine Lösungsmöglichkeit zu identifizieren wird auch keine solidarische Gemeinschaft entstehen.</p>
  <p>Im Gegenteil, die Gesellschaft läuft Gefahr sich noch weiter zu spalten. Nicht nur in “Privilegierte” und “Benachteiligte”, sondern in viele kleine Fraktionen die teilweise am gleichen zu arbeiten scheinen, sich aber durch unterschiedliche und konkurrierende Handlungen im Weg stehen uns sich selbst behindern.</p>
  ]]></description>
<pubDate>Mon, 10 Apr 2023 13:01:13 +0000</pubDate>
<link>https://bunix.de/2023/04/solidaritaet.html</link>
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<category>reallife</category>
<category>society</category>
<category>equality</category>
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