Firmenkontaktmesse
Gestern und Vorgestern fand im Hörsaalzentrum auf der Bergstraße die jährliche Bonding - Firmenkontaktmesse statt. Eigentlich ja nur eine Veranstaltung für Studenten und Absolventen habe ich mich dennoch unter die Leute gemischt um den einen oder anderen Vortrag anzuhören und das eine oder andere Gespräch zu führen.
Der Bedarf an Fachinformatikern hielt sich erwartungsgemäß in Grenzen, aber dennoch konnte ich einige Interessante Firmen kennenlernen und meiner Bewerbungsliste hinzufügen. Traurig war eigentlich im ersten Moment nur ein Gespräch bei dem ich die nette Dame am Stand erst davon überzeugen musste das in den Berufschulen nicht nur Dummköpfe und hoffnungslose Fälle dahinvegitieren. Aber schließlich konnte ich doch ein Lächeln in ihr Gesicht zaubern, schließlich bestätigen ja Ausnahmen die Regel.
Was sich in jedem Fall für mich bestätigt hat, ist das ich möglichst nicht ins Consulting Geschäft einsteigen will. Nicht das mich der Kontakt zum Kunden nicht reizen würde, es sind mehr die Krawatten, die Anzüge und das nicht immer ganz ehrliche Lächeln, aber auch das Arbeitsfeld und die -zeiten schrecken mich ab.
Da bleibe ich lieber im kleinen und arbeite nicht für einen der global Player ;) Nur leider haben die kleinen meist weniger Stellen zu vergeben als die Firmenmonster… But time will tell :)
Frühling
Es ist Frühling geworden, nach dem langen Winter und dem Tauwasser kommen jetzt endlich die Blätter hervor und die Sonne trocknet den Matsch von den Wegen. Zeit also bei 17 Grad Außentemperatur endlich das Fahrrad zu nehmen und an die Elbe zu fahren. Zum Glück müssen wir dazu nur ein paar Nebenstraßen, Parkwege und fünf Minuten Autobahnzubringer überlegen, dann gehts am TJG den Holperweg hinunter und vor uns liegt die Elbe.
Heute kam dort noch ein 50 Meter langes Stück Flutschlamm dazu den es zu überwinden galt, dannach war der Weg frei. Unter der Autobahn durch und entlang des Flächenbiotops an der Elbe, welches traurigerweise eher wie eine Müllhalde aussah mit all den Tüten und Schnüren die sich zwischen den Bäumen verfangen hatten. An der alten Mühle standen schon wieder Imbissbude und Dixieklo für den kurzatmigen Großstädter bereit.
Tapfer wie wir nun aber mal sind, fuhren wir weiter durch Gohlis bis zum Niederwarthaer Stausee, wo wir uns dann mit Nudelsalat und virtuellen (vergessenen) Würstchen eine schöne Pause gönnten. Der Rückweg führte uns dann in das bedrohlich donnernde und finstere Dresden, wo wir dann nur ein paar Minuten vor dem nächsten Regenguss, trocken ankamen.
Bilder finden sich hier.

3 Jahre Berufsschule - Ein Resumee
Vor knapp drei Jahren habe ich das erste Mal mit gemischten Gefühlen die vier Etagen am Strehlener Platz erklommen und mich erstmal in die falsche Klasse gesetzt. Manchmal denke ich, ich hätte einfach dort in der Klasse des dritten Lehrjahres sitzen bleiben sollen und alles wäre schon vorbei. Doch wenn ich noch einmal richtig darüber nachdenke, dann wäre mir doch einiges entgangen und ich würde noch auf so manchem Vorurteil sitzen.
Richtig, wer kennt nicht die grausigen Geschichten über Berufsschüler die den ganzen Tag über rülpsen, saufen und an ihren tiefergelegten Autos rumschrauben. Zum ersten einen gute Nachricht, die Menge der Berufsschüler ist nicht rein hetereogen und dumm. Man kann wenn man so will recht einfach in “Nix-Raffer”, “Nix-Raffen-Woller” und “Anderen” unterteilen, wobei letztere Gruppe sich noch nach ihren Motiven unterscheiden lässt: “Umschulung”, “Studienabbruch”, “Versehentlich nicht Studiert”. Die Gruppe der “Anderen” zieht sich nach vollendetem Tag schnellstmöglich nach Hause zurück um sich dort von der Folter des Tages auszuruhen, während der Rest die Mixery Kiste aus dem Kofferraum holt und sich mit lautem “Bumm-Bumm” auf den Heimweg macht.
Ich möchte niemanden verurteilen, aber eben diese Schüler sind es die in der Öffentlichkeit das Bild des Berufsschülers prägen. Nur leider wirkt sich diese verbreitete Stimmung auf den gesamten Unterricht aus und es obliegt dem Lehrkörper das beste daraus zu machen. Unglücklicherweise finden sich nur relativ wenige darunter, welche dem Druck der Unwissenheit und dem mangelnden Wissensdrang stand halten. Die meisten knicken früher oder später ein.
Dabei unterscheiden sie sich dann eigentlich nur noch in der Art des Einknickens, so ließ sich ein besonderes Exemplar bereits auf 1000 Meter Entfernung am alkoholischen Geruch des Atems erkennen, während andere sich mit harter Rhetorik und schlechten Noten gegen die Schüler zur Wehr setzen. Aber auch das andere Extrem das nur noch gute Noten um des Klassenfriedens willen verteilen ist sicher nicht nur in einer Schule anzutreffen. In Ausnahmefällen jedoch trifft man auch Lehrkräfte an, welche sich mit ihrem Beruf identifizieren und sich darauf verstehen allen Schülern ein gewisses Gefühl von Zulänglichkeit zu vermitteln.
Denn auch der Lehrplan ist von Grund auf schlecht, oder zu einfach. Drei Jahre lang habe ich darauf gewartet etwas neues in der Schule zu lernen, aber alles was ich bekam waren kleine Brocken bereits bekannten Wissens die ich aufschnappen und daheim, für mich allein wieder verwerten konnte. Verwerten, das heißt ein Buch nehmen, Google bemühen und selbst ausprobieren. Ausnahmen bilden hier die “Nebenfächer” wie Deutsch und Sozialkunde, welche im Prinzip nach dem Abitur keinen Anspruch mehr auf Weiterbildung erheben können. Ebenso aus der Menge der Fächer in denen man nichts neues lernt ist Wirtschaft, wobei hier wiederum jeder mit sich selbst ausmachen muss welchen Nutzen es für die Ausbildung hat.
Auch wenn ich nicht glaube, das ich in naher Zukunft Preise kalkulieren und Bücher führen werde war dies doch das Fach, welches mich noch ein wenig motiviert hat nicht ständig krank zu sein. Denn der fachliche Teil, also alles was mit IT-Systemen und Programmierung war doch reichlich verkorkst. Meist hatte man das Gefühl in einer Produktschulung zu sitzen bei dem einem die Vorteile der monopolistischen Softwareentwicklung näher gebracht werden sollte. Highlights dieser Zeit waren wohl:
Rekursion ist etwas schlechtes, das darf man nicht verwenden!
Bei der Arbeit mit Visualstudio arbeitet man mit dsp, dsq und cpp!
Heute werden sie einen Deadlock erleben!
Leider müssen wir die Datenbank nach jedem Serverneustart neu einrichten, dazu klickt man auf Neue Datenbank erstellen!
Im hardwarenahen Bereich gab es leider auch nicht viel mehr Interessantes, zumal hier die Schwerpunkte auf dem abtippen von Assemblercode für eine Z80 Plattform, dem verdrahten von Telefonanlagen und der Installation von Windows lagen. Aber auch hier ein paar kurze Erinnerungen die mit diesen Fächern verbunden sind:
Du sollst doch das programmieren was an der Tafel steht!
Zum Thema Prozessoren findest du maximal Material für 20 Minuten Vortrag!
Linux, das kennen sie ja schon das brauchen wir nicht erst zu machen, wir installieren jetzt 2000 Server!
Ja das waren die Fächer der Schule und wie schon Eingangs erwähnt sind die Inhalte nicht schlecht konzipiert, nur schlecht umgesetzt, was aber zum Teil den lustlosen Schülern und zum Teil den resignierenden oder nicht pädagogisch geschulten Lehrkräften anzulasten ist. Und somit möchte ich mein Fazit noch mit einem Zitat schließen das die ganze Misere auf den Punkt bringt:
Schüler: Was sollen wir jetzt eigentlich genau machen? Lehrer: Habt ihr etwa nicht zugehört? Ihr sollt spielen!
so long and thanks for all the wasted time !!!
Und dann gibt es da noch Dinge denen keiner nachtrauert
JAVA gibt es jetzt nativ, dafür aber Flash nicht mal mehr in der Linux-Emulation. Wir leben nunmal in er Glitz- und Glemmerwelt wo die Großen die Kleinen fressen oder zumindest verachten. Immerhin ist die Entscheidung der Portmaintainer das Linux-Flashplugin aus der FreeBSD Portsammlung zu entfernen eine Schlagzeile bei Heise wert.
Ich für meinen Teil kann gut ohne diese flimmernden und quickenden Webseiten verzichten welche der Meinung sind das HTML zur Informationsvermittlung nicht ausreichend seie. Auch wenn ich das restriktive Lizenzverhalten Macromedias für eine unverschämte Arroganz halte, weine ich dem Plugin doch keine Träne nach, muss ich mich doch endlich nicht mehr mit dem Gedanken tragen den Linux-Pluginwrapper mitsamt seinen Abhängigkeiten zu installieren.
Es gibt noch gute Nachrichten
Auch wenn Heise mit stundenlangem Kompilieren maßlos übertreibt freut es mich doch in Zukunft ein ordentliches Java für FreeBSD runterladen und kompilieren zu können.