Chronologie einer Datenschutzanfrage (1)
Ich hab mir ja vor einiger Zeit den Spaß gemacht meine bei den sächsischen Polizeibehörden gespeicherten Daten abzufragen. Hatte ich schon lange vor aber durch die Vordrucke des AK-Datenbanken habe ich mir den Aufwand der Suche nach Paragraphen und Anschriften gespart. Hintergedanke bei der ganzen Sache ist die undurchsichtige Speicherungspolitik der zuständigen Behörden in Sachsen, obwohl alle Daten in einem zentralen System (IVO) verwaltet werden kann man diese nicht zentral abfragen. Nachdem ich nun am 11.08. meine Anfrage postalisch auf den Weg gebracht habe gibt es inzwischen erste Antworten.
20.08.2009
Recht schnell antworteten mir die Polizeidirektion Dresden und Sächsische Staatsministerium des Inneren, von beiden Behörden erhielt ich die Information das man für die Auskunft nicht zuständig sei und die Anfrage an das Landeskriminalamt in Dresden weitergeleitet wurde.
26.08.2009
Jetzt habe ich auch eine Rückmeldung von der Bereitschaftspolizei Sachsen, auch diese sind nicht zuständig und haben die Anfrage an das Landeskriminalamt in Dresden weitergeleitet.
Interessanter ist die Antwort der Sächsischen Informatik Dienste, diese sind auch nicht zuständig, speichern und verarbeiten die Daten zwar (so liest man zwischen den Zeilen), aber nicht für sich selbst und haben die Anfrage daher wegen der Zuständigkeit an das Sächsische Staatsministerium des Inneren weitergeleitet.
03.09.2009
Jetzt habe ich auch Post von der Bundespolizei, deren Abteilung Datenschutz offensichtlich zuständig ist und in Koblenz residiert. Man bittet mich um eine Kopie meines Ausweises als Legitimation.
Bis heute noch nichts gehört habe ich von den Zentralen Diensten Sachsen. Aber ich bleibe dran und werde berichten.
Wahlhilfen wohin man schaut
Zunächst hängt da ja überall dieses Papierzeug an Bäumen und Laternen, aber das ist ziemlich unübersichtlich. Dann stellt die Bundeszentrale für Politische Bildung wie immer den Wahl-O-Mat zur Verfügung. Ein tolles Gerät bei dem man über ein paar Kreuzchen den Autokraten seiner Wahl bestimmen kann.
Bemerkenswert bei letzterem finde ich das die Piratenpartei die ja eigentlich außer in Datenschutzkram, Bürger- und Urheberrechten aktiv ist hier auch durchaus viele Antworten gegeben hat. So ist Pirat ein Mindestlohn egal, aber gegen ein Tempolimit ist man dann doch wieder. Beschneidet ja auch das Recht auf Suizid.
Auf dem Portal Bürgerrechte wählen gibt es dann jetzt auch einen fetzigen Wahltest der sich auf die Kernthemen von Piraten beschränkt. Faszinierendste Frage in diesem Quiz: Partei will künftig den/die Innenminister/in und den/die Justizminister/in stellen. Tatsächlich ist das wieder so eine Realpolitische Frage die eigentlich erst nach der Wahl erörtert werden kann aber egal Piraten und CDU sind sich einig in einer möglichen Koalition der beiden Partner gibt es Streit um die beiden Posten. Nunja, die einen haben komische Vorstellungen von dem Job und die anderen keine Ahnung.
Fazit soweit für mich, die Piraten stehen selbst auf eigenem Terrain nicht auf Empfehlungsplatz Nummer Eins. Wohl aber die Linkspartei. Wie mir das nun weiterhilft? Gar nicht denn um mich für einen Kandidaten zu entscheiden brauche ich keine Onlineumfrage sondern muss mir die Partei- und Wahlprogramme ansehen und aus meiner subjektiven Präferenz, den Programmen und den Wahl-O-Mat gibt es derzeit eine maximal Mögliche Übereinstimmung.
Aufräumen mit dem UCDetector
Große Projekte und vor allem alte Projekte neigen gelegentlich zur Vermüllung, alte Methoden die eigentlich nicht mehr gebraucht werden bremsen den Build-Prozess und schlimmer noch werden langwierig getestet obwohl sie längst nicht mehr gebraucht werden. Das mach den Code zum einen unübersichtlich und zum anderen kostet es Zeit da die Methoden bei größeren Refakturierungen immer mit bearbeitet werden müssen.
Eigentlich, so sagt ja die Theorie passiert so etwas gar nicht, weil man immer ordentlich schaut ob mal Leichen hinterlässt aber Softwareentwicklung ist eben eine moderne Form von Krieg und da sind Leichen nun einmal nichts besonderes. Will man aber ein Projekt entschlacken wird es schwierig diese Leichen zu finden. Hat man eine konkrete Methode an der Hand kann man in Eclipse mittels Strg-G schnell nach Referenzen suchen und Leichen identifizieren aber zum Aufräumen taugt das leider wenig.
Der UCDetector (Unused-Code-Detector) ist nun ein Plugin das genau diese Aufgabe übernimmt und den Code nach Unreferenzierten Methoden und Klassen durchsucht. Es ist dabei nicht gerade schnell aber das Ergebnis ist durchaus gut. Wichtig dabei ist natürlich das man mit dem Tool nur wirkliche Referenzen prüfen kann, seltsame Magie oder Reflektion Aufrufe kann man damit nicht untersuchen. Beim entfernen von altem Code ist also weiterhin Vorsicht angebracht.
Neben den reinen Referenzchecks findet der UCDetector auch Klassen und Methoden die nur in Tests verwendet werden oder gibt Ratschläge für die Sichtbarkeit von Methoden. Wird eine Methode beispielsweise nur innerhalb der eigenen Klasse verwendet schlägt das Tool vor diese doch private zu setzen.
Die Konfiguration könnte etwas besser sein, so habe ich leider keine Möglichkeit gefunden bestimmte Klassen oder Dateimuster auszuschließen was in Verbindung mit generiertem Code teilweise etwas nervig ist.
Zielgruppen und Botschaften (3)
Ich bin ja in den letzten zwei Tagen mehrfach gefragt worden ob ich die Piratenpartei wähle bzw. gewählt habe und mit erstaunen wurde dann immer gefragt warum nicht. Jetzt bin ich grade auf die Wahlwerbespots der Äntern-Partei gestoßen und muss sagen die sind zum Teil wirklich hübsch gemacht.
Nummer Eins läuft auf das bekannte Motto: Ich bin Pirat hinaus und erinnert mich an die Spots der etablierten Parteien wo fein die Streuung der Zielgruppen und Wähler suggeriert wird. In diesem Sinne wurde da fein abgeschaut und auch die Wirklichen Zielgruppen angesprochen: Mittelstand, Bildungselite und ein einzelner Angestellter.
Nummer Zwei geht mir ein wenig ab, hier sind 90 Sekunden Ton und dann geht es weiter mit Bildern. Während der 90 Sekunden mit Ton wird viel Weisheit geredet, aber leider ist optische Aufbereitung total unverständlich. Zumindest kennt Otto-Normalwähler das Creative Commons Symbol vermutlich nicht und diese Reagenzgläser verstehe ich schon mit Text nicht so recht. Aber vielleicht auch nur eine technische Panne.
Nummer Drei ist dann wieder ein schöner Anti-Überwachungsspot der ein wenig in die Richtung von: Du bist Terrorist schlägt. Ja irgendwie hatte ich einen Augenblick lang sogar das Gefühl das Video wurde recycled. Schön gemacht, aber als Wahlspot?!
So long zu Inhalten und Zielgruppen: Urheberrechte, Freiheit, Gesellschaftsmitte. Mir fehlen immer noch die Komponenten Soziales, Außenpolitik etc. Wobei Bundeswehr ist ja sogar drin in Spot Nummer Eins, zumindest soll sie nicht im Inneren eingesetzt werden, von Angriffskriegen ist da erstmal nicht die Rede.
Spiegel TV aussperren
… das ist wie der Bildzeitung ein Interview verweigern oder einem Polizisten erklären das er einen nicht erwischt hat. Ganz offensichtlich ist sich unsere Frau Zensursula dessen aber nicht bewusst. Nicht nur das die Frau sowieso schon wegen ihrer dubiosen Kinderpornosperren im Feuer der Zensurbefürchter steht, nein sie schmeißt auch noch ein Kamerateam von Spiegel TV bei einem Wahlkampftermin raus. Vielleicht könnte man ja mit einem Rücktritt oder einem ordentlichen von Steuergeldern bezahlten PR Berater noch was retten.