Review: Freiheit statt Angst in Berlin 2008

Gestern war ich nun in Berlin, entgegen meiner ursprünglichen Planung war ich dann doch mit fast vollem Auto unterwegs statt mit der Bahn zu fahren. Und ich muss sagen es hat sich gelohnt. Wir waren relativ pünktlich zum Demoauftakt am Neptunbrunnen hinter dem Alexanderplatz der schon gut gefüllt war. Auf den ersten Blick wirkte es allerdings mager, zumindest nicht mehr als im letzten Jahr aber der Zustrom von Teilnehmern hinter uns lies noch eine ganze Weile nicht nach und mit Beginn der Demo war schonmal klar das sich die kritische Masse im Gegensatz zum Vorjahr (damals ca. 15.000 Teilnehmer) nochmals vergrößert hatte. Nach ein paar Auftaktworten, dem klassischen Einüben der Parolen wie “Freiheit statt Angst”, “Stoppt den Überwachungswahn”, “Wer heut noch drüber lacht, wird schon morgen überwacht” oder auch “Wir sind sind hier, wir sind laut, weil man uns die Daten klaut” ging es dann los.

Der Tross mit zig Waagen und vielen tausend Demonstranten kam zügig in Bewegung und wälzte sich einem endlosen Heerwurm gleich die Kar Liebknecht Straße in Richtung Brandenburger Tor entlang. Der Zug war bemerkenswert bunt auch wenn die Grünen die Demo scheinbar als Wahlkampfveranstaltung sahen und überall mit Grünen Ballons mit Schäublone und Webseite der Partei verteilten. Zumindest im Vorderen Teil des Zuges blieb es die ganze Demo lang ruhig. Trotz grimmig dreinschauender Polizei kam es nach meiner Beobachtung zu keinen Ausschreitungen seitens der Ordnungsmacht wie im letzten Jahr. Wie scheinbar typisch für so große Aufzüge waren Parolen leider eher Randerscheinungen und wurden nicht von der Masse sondern nur von den Lautis und einzelnen Gruppen getragen. Spass hat es trotzdem gemacht bei teilweise guter Musik, strahlendem Sonnenschein mit dem Strom zu schwimmen.

Eindrucksvoll war schließlich das Ende der Demonstration. Der Zug führte nicht direkt zum Pariser Platz sondern über die Scheidemannstraße am Bundestag vorbei in einer großen Kurve um das Brandenburger Tor zum Pariser platz. Als dieser schon überwiegend voll war konnte man durch die Baustelle am Brandenburger Tor noch nach Ende des Demozuges sehen der erst nach einer gefühlten Ewigkeit vollständig auf der Straße des 17. Juni Platz fand. Dann war aber auch Zeit für die Abschlussreden im Licht der untergehenden Sonne die den Zug die ganze Zeit begleitet hatte. Die Reden waren flammend wie erwartet und mit Rednern wie Dr. Motte, Monty Cantsin, Ralf Bendrath oder Patrick Breyer gut besetzt. Wahrlich peinlich war jedoch der Mensch von den Montagsdemos das Thema Überwachung mit genau einem Satz Anschnitt und mit seinem monotonen Vortrag gefühlt dafür sorgte das sich der Platz anfing zu leeren.

In der Nachlese finde ich wieder die Recherchen der Medien erschreckend, die Tagesschau übernimmt tatsächlich die erste beste Schätzung von Teilnehmern und plappert von 12.000 Teilnehmern. Selbst die Polizei korrigierte inzwischen inoffiziell ihre Schätzung auf 50.000 Teilnehmer, padeluun vom AK-Vorrat sprach gar davon die magische Grenze von 100.000 Teilnehmer erreicht zu haben. Mir persönlich ist es nun egal ob es 100- oder 50-tausend Menschen waren. Am wichtigsten war das es nicht nur schwarz gekleidete Autonome, Informatiker oder Verschwörungstheoretiker auf die Straße getrieben hat, sondern ganz normale Menschen die langsam, auch Dank der Pannen bei Telekom und Co. langsam sensibel auf das Thema reagieren.

Und ja der Marsch wurde wahrgenommen, nach der Demo saßen wir noch auf der Karl Liebknecht Straße bei einer Currywurst und unterhielten und noch mit zwei Finnen die sich selbst von den Ausmaßen des Zuges überwältigt sahen und glatt ein Erinnerungsfoto von den abgekämpften Demonstranten machen wollten.

Hopp Hopp Schäuble wegtreten... Freiheit statt Angst in Berlin

Ohne viele Worte noch eine Last-Minute Erinnerung an die große Freiheit statt Angst Demo morgen in Berlin!

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Openoffice 3 auf den Mirrors

Wie ich gerade sehe dümpelt die finale Version von Openoffice 3 auf verschiedenen Mirrors ein, es ist also in kürze mit der offiziellen Veröffentlichung zu rechnen :) Aber wer jetzt schon will kann sich vor dem großen Ansturm der Microsoft Office Leidenden schon mal selbst beglücken.

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Die richtige Richtung - Qtopia Extended

Nach vielen Versuchen mit den offiziellen Openmoko Distributionen wurde ich in Leipzig beim kleinen Openmoko Stammtisch auf Qtopia aufmerksam und gab dem guten Stück eine Chance. Als erstes probierte ich die Version 4.3.2 und muss ehrlich sagen das sich das schon eher wie ein Smartphone anfühlte. Fast die gesamte Oberfläche ließ sich mit dem Finger bedienen und nur die Tastatur ist einfach zu fummelig für die Finger. Inzwischen habe ich mit das brandneue (mit leichten Bugs geschlagene) Qtopia Extended auf den Freerunner geflashed und habe jetzt wieder Hoffnung das mit dem Freerunner noch gutes passieren kann. Die verfügbare Peripherie wird komplett unterstützt soweit ich das sehen kann.

GSM funktioniert mit der Einschränkung das hier das berüchtigte Echo wieder zurück ist. WLAN funktioniert ohne Probleme mit den Abstrichen der schlechten Antenne des Freerunners wunderbar, inklusive WPA2, und kann recht komfortabel über die GUI eingerichtet werden. GPS funktioniert allem Anschein nach mit der mitgelieferten Testsoftware, die leider keinerlei Interaktive Funktionen wie Tracking oder gar Karten bietet. Bluethoot funktioniert in beiden Richtungen prima, ich kann mit dem PC auf dem Freerunner rumkopieren und kann auch Daten von meinem anderen Handy rüberziehen.

Auch Softwareseitig macht Qtopia einen soliden Eindruck. Klassische Telefonie mit Adressbuch, Anruferlisten und Direktwahl sind dabei. Für Multimedia Genuss sorgen ein Mediaplayer und ein Bildbetracher und fürs Internet sind EMail und Browser gleich an Board. Man muss hier allerdings auch Abstriche machen, SSL geht im Browser nur mit bekannten Zertifikaten und das EMail programm verwendet IMAP ähnlich POP3 nicht online.

Von der Nutzbarkeit fühlt es sich wirklich recht smart an. Nahezu alles ist mit dem Finger zu bedienen, die gesamte Hardware lässt sich per GUI Dialog konfigurieren und alles wirk aus einem Guss. Das große Manko von Qtopia bleibt aber die verfügbare Software. Hat man bei Om2008.x oder gar Debian die Möglichkeit teilweise sogar normale Desktop Applikationen wie auch auf dem großen Rechner zu verwenden, scheitert dies bei Qtopia am fehlenden X11. Denn Qtopia schreibt direkt auf den Framebuffer ohne Umweg über den XServer. Für ein Gadget wie den Freerunner finde ich das aber zu verschmerzen, denn zum Hacken und Spielen hab ich noch Debian auf der SD-Karte.

Abschließend noch ein großer Lichtblick, mit Qtopia und deaktiverten Schnittstellen hält der Akku locker 4-5 Tage aus wenn man das Telefon einfach nur mit sich herumträgt. Es sich also im Suspend befindet. Das ist immer noch wenig aber bei weitem mehr als die 20 Stunden unter Om2008.x. Alles in allem ist Qtopia schon ziemlich genau das was ich eigentlich von einer Oberfläche eines Smartphones erwartet. Mit Ecken und Kanten zwar aber ein guter Schritt in eine richtige Richtung.

Das ZSH Buch ist da

Ein Buch das man wohl auch unrezensiert mal eben im Affekt bestellen kann dürfte das zsh-Buch von Julius Plenz und Sven Guckes sein. Auf 200 Seiten gibt es eine Einführung in die Untiefen der besten Shell aller Zeiten. Schon deshalb und weil mich mit der zsh eine fast schon religöse Verehrung verbindet freue ich mich auf eine zügige Lieferung lieber online Buchversand!