Antwort eines Polizeibeamten
Dresden, Postplatz, die Bahnen stehen träge rum, eine ganze Reihe von blauen und grünen Fahrzeugen mit Blaulichten drauf versperren den Platz. Ganz in Kunststoff gerüstete Ritter laufen umher und ein Uniformierter mit leuchtender gelber Weste steht mitten auf dem Platz und sieht harmlos aus. Passant fragt: “Guten Tag, was ist denn hier los, warum wird denn gesperrt?” Beamter antwortet: “Die Frau Bonk hat zur Demo geladen, deshalb wird in Dresden der ganze Verkehr lahm gelegt.”
Fein eine schöne, neutrale und unparteiische Antwort. Na wenn eh nix geht, geh ich halt spazieren, mich hat zwar keiner persönlich eingeladen aber was solls :P
Tatsächlicher Grund für die Antifaschistische Demonstration ware im übrigen die fast schon alltäglichen Übergriffe gegenüber linken Projekten, Geschäften von Migranten oder die jüdische Gemeinde. Mehr beim AK-Antifa Dresden.
Neue Web-Frontend-Technologien in den Browsern
Unter dem verheißungsvollen Titel “When can I use…” habe ich gerade eine schöne Übersicht über die ganzen schicken neuen Webtechniken wie HTML5, CSS3, SVG & Co. gefunden. Übersichtlich gegliedert werden die allgemeinen Browsergruppen (IE, Firefox, Webkit, Chrome und Opera) in ihren verschiedenen Versionen und deren Unterstützung für verschiedene Features dargestellt.
Schöne Übersicht wenn man mal wieder rumspielen will und sicherstellen will das wenigstens die aktuellen Browser später mit dem neuen Spielkram auch umgehen können.
Syncronisation Total - Zarafa + Z-Push + Z-Sync
Nach einigem hin und her und dem nicht so ganz überzeugenden Auftritt von eGroupware mit SyncML habe ich mich nach Anraten verschiedener Dritter mal mit Zarafa beschäftigt. Zarafa selbst ist eine komplette Groupware mit Kalender, Kontakten und E-Mail an Bord. Auch dabei ist ein IMAP Gateway was allerdings noch einige Macken hat. Ohne große Umstände lässt sich der E-Mail Teil von Zarafa aber ignorieren und nur Kalender und Kontakte verwenden.
Zarafa selbst gibt es in einer nahezu uneingeschränkten Community Version zum Download. Ich verwende bei mir die aktuelle Version 6.40 die es als fertiges Debian Paket zum Download gibt. Die Installation geht auch entsprechend einfach von der Hand. Nach der Installation finden sich in unter /etc/init.d/ mehrere Server Dienste von denen man für meine Konfiguration nur /etc/init.d/zarafa-server und /etc/init.d/zarafa-ical benötigt.
Zarafa bietet verschiedene Möglichkeiten sich zu Authentifizieren, so können die Daten von einem LDAP Server, den lokalen Benutzern oder aus einer Datenbank kommen. Für meine Zwecke verwende ich derzeit letztere Variante. Die Verwaltung der Benutzer läuft lediglich über das Kommandozeilentool zarafa-admin, welches eine ausführliche Manpage mit verschiedenen Beispielen mitbringt.
Zarafa legt bei der Installation automatisch eine Konfigurationsdatei für den Apachen an so das man auch das Webfrontend ohne Umstände direkt benutzen kann, wer noch SSL konfigurieren will oder sonstige Einstellungen anpassen möchte findet alle Einstellungen unter /etc/apache2/sites-available/zarafa-webaccess.
Der von Zarafa mitgelieferte CalDAV Server läuft per default ohne SSL auf Port 8080. Um SSL zu nutzen setzt man in der Datei /etc/zarafa/ical.cfg den Parameter icals_enable auf yes und setzt dabei am besten ical_enable auf false um unverschlüßelte Verbindungen zu vermeiden. Im unteren Bereich der Datei muss man schließlich noch die Pfade zu seinen SSL Zertifikaten in den Parametern ssl_private_key_file und ssl_certificate_file hinterlegen. Dazu kann man getrost die gleichen wie vom Apachen verwenden. Um den Kalender schließlich zu abonnieren gibt man als CalDAV Pfad https://server:8443/caldav an und authentifiziert sich mit dem Passwort des Zarafa Accounts.
Um beispielsweise Mobiltelefon oder PDAs mit Zarafa zu syncronisieren gibt es das kostenlose Opensource Tool Z-Push. Dabei handelt es sich um einen Exchange Server Nachbau der quasi alle Features des Originals reimplementiert und dabei mit Zarafa zusammenarbeitet. So ist es möglich Kalender, Kontakte und wenn man Zarafa auch als Mailserver verwendet auch Mails per Push auf mobile Endgeräte zu transportieren.
Die Installation von Z-Push ist ebenfalls nicht weiter schwierig. Das Archiv entpackt man am besten in nach /var/www/z-push. In der Apache Konfiguration setzt man nun noch ein Alias
Alias /Microsoft-Server-ActiveSync /var/www/z-push/index.php
und startet den Apachen kurz durch. Danach sollt man sein Handy mittels ActiveSync oder ExchangeSync oder wie auch immer es sich nennt abgleichen können. Getestet habe ich das bisher mit meinem Nokia N97 und dem HTC Legend, beides funktioniert bisher ohne zu murren.
Am Ende bleibt noch ein Kandidat in meinem Setup übrig, der Mailclient Thunderbird hat ein eigenes Adressbuch und eigentlich möchte ich auch dieses mit meinem Telefon abgleichen um am Ende nur noch einen Satz von Daten zu haben, mal ganz abgesehen davon das der Thunderbird auch ein Prima Frontend zur Datenpflege abgibt. Für den Kalender hilft das oben beschriebene CalDAV Modul von Zarafa das natürlich auch mit Lightning funktioniert. Für das Adressbuch gibt es das Plugin Z-Sync welches eine, leider kostenpflichtige, Serverkomponente mitbringt die eine Syncronisation mit Zarafa ermöglicht.
Für Z-Sync entpackt man das Archiv mit den PHP Skripten am besten nach /var/www/z-sync und setzt sich ggf. noch ein Alias in der Apache Konfiguration. Wichtig dabei ist das der Pfad auf z-sync endet, sonst klappts nicht mit dem Clienten.
Dieser ist ein kostenloses Add-On für Thunderbird und ermöglicht die Synchronisation des Persönlichen Adressbuches mit Zarafa. Das Add-On macht noch einen etwas unreifen Eindruck. Ich würde mir ein wenig mehr Flexibilität bei der Konfiguration wünschen. Schließlich kann Thunderbird mehrere Adressbücher verwalten und auch das Synchronisieren selbst ist mir zu schweigsam, nicht mal eine Statusanzeige konnte ich bisher entdecken. Aber immerhin es scheint zu funktionieren.
Als Fazit, ich bin bisher mit dem Gespann Zarafa / Z-Push / Z-Sync recht zufrieden, vor allem die beiden ersten Komponenten spielen prima zusammen und so schwer es mit fällt das zu sagen: Es gibt mehr Handys die eine Exchange Synchronisation bieten als Handys die sich per SyncML abgleichen lassen.
Thinkpad - Trackpoint Scrolling unter Lucid Lynx
Seit einer Weile hab ich schon Ubunutu 10.04 am laufen und bin eigentlich zufrieden nur das eigentlich sehr bequeme Trackpoint scrolling geht seit dem Update nicht mehr so wie es soll. Normal kann man den Trackpoint zusammen mit der mittleren Maustaste als Scrollrädchen verwenden. Bisher half dazu eine eigene hal.d policy diese geht jetzt aber nicht mehr.
Abhilfe schafft ein zusätzlicher Konfigurationeintrag für x.org. Einfach eine Datei, z.B.: /usr/lib/X11/xorg.conf.d/20-thinkpad.conf anlegen und mit den folgenden Zeilen befüllen:
Section "InputClass"
Identifier "Trackpoint Wheel Emulation"
MatchProduct "TrackPoint"
MatchDevicePath "/dev/input/event*"
Driver "evdev"
Option "EmulateWheel" "true"
Option "EmulateWheelButton" "2"
Option "Emulate3Buttons" "false"
Option "XAxisMapping" "6 7"
Option "YAxisMapping" "4 5"
EndSection
Und nach einem Neustart des X-Servers, z.B. durch Aus- und wieder Einloggen sollte der Trackpoint wieder wie normal funktionieren.
Lightning für Thunderbird unter 64-Bit Linux
Über die Add-On Seite von Thunderbird bekommt man leider immer nur die 32-Bit Version der Kalender Erweiterung Lightning ausgeliefert. Auf den Servern der Mozilla Foundation versteckt sich aber auch eine für 64-Bit kompilierte Version. Man muss sie nur finden ;)