Manitu speichert vorerst nicht
Heute bekam ich von Manitu meinem langjährigen Hoster eine Mail indem dieser bekundete die Übergangsfrist bis zum endgültigen Inkrafttreten zu nutzen um eine Alternativ-Lösung, also einen Ausweg aus der Speicherpflicht zu finden.
Wir werden nicht speichern
========================== Das neue Gesetz sieht für Internet-Dienstleister eine Übergangsfrist
bis 2009 vor. Erst ab dann sind wir zur Einhaltung verpflichtet. Wir haben uns entschlossen, diese Frist voll zu nutzen und auch ab
2008 KEINE Vorratsdatenspeicherung vorzunehmen. Wir bemühen uns derzeit
um eine Alternativ-Lösung, damit wir Ihnen dies dauerhaft ermöglichen
können. Weitere Details werden wir Ihnen im Laufe des kommenden Jahres
mitteilen, bitten Sie aber bis dahin, von Rückfragen hierzu abzusehen.
Zwar betrifft mich das nur indirekt da die Hoster keine Speicherpflicht für Rootserver haben, trotzdem hoffe ich das es noch mehr Provider und Hoster gibt welche die Übergangsfrist nutzen. Schließlich gibt es ja immer noch die Verfassungsklage!
Code Conventions
Will man im Team gute Software entwickeln muss man sich einfach an gewisse Konventionen halten. Besonders bei Entwicklungsprozessen im Rahmen eine Extreme Programming-Projektes, bei dem der Code selbstdokumentierend sein soll ist es wichtig das der Code einfach und übersichtlich gehalten wird. Natürlich gibt es dabei eine Menge persönlicher Präferenzen. Gestritten wird da um Einrückungen, Klammerpositionen und Zeilenlängen. Wie man es macht ist am Ende eigentlich egal, nur einheitlich sollte es sein und vor allem nicht so:
// schlechter code
public function hasNext() {
$tmp = $this->position;
if ($this->valid($tmp++)) {
return true;
} else {
return false; } }
Denn räumt man den Code ein wenig auf hat man zwar mehr Lines of Code aber das ganze wird sicher nicht langsamer, denn eigentlich ist die Syntax die gleiche, nur findet man zum Beispiel Klammerfehler leichter und wie ich finde kann man auch die Funktion schneller überblicken, wenn man die zusammenhängenden Strukturen statt im Kopf gleich im Code sieht:
// c style code
public function hasNext()
{
$tmp = $this->position;
if ( $this->valid( $tmp++ ) )
{
return true;
}
else
{
return false;
}
}
Tatsächlich halte ich persönlich in diesem Zusammenhang den Java Coding Style für nicht optimal. Eher sprechen mich da die GNU Coding Styles an. Denn wenn die öffnenden geschweiften Klammern auf einer neuen Zeile stehen und der Code eingerückt auf der wiederum nächsten beginnt, dann sieht man wesentlich schneller was da zusammengehört. Und ganz ehrlich wenn der Raum zwischen öffnender und schließender Klammer nicht mehr auf eine Seite passt ist eh etwas falsch ;)
// java coding style
public function hasNext() {
$tmp = $this->position;
if ($this->valid($tmp++)) {
return true;
}
else {
return false;
}
}
Sinn von radikalem Datenschutz
Datenschutz und Freiheitsrechte sind inzwischen zu einem Thema geworden das sich verkaufen lässt. Die Vielzahl der Bürger wiegt sich zwar immer noch stur in der Sicherheit nichts Verbergen zu müssen aber die Demos der letzten Monate zeigen doch eine Menge von Menschen aus allen Schichten sich der Tragweite bewusst werden. In diesem Kontext tauchen aber verschiedentlich Ansichten auf die die weltfremd erscheinen. Ein Beispiel dafür ist die Aktion “Wir speichern nicht” des AK-Vorrat.
Hinter dieser Aktion steht der Gedanke die Webserver Logs durch einsatz eines Filtermodules zu anonymisieren. Dabei werden alle eintreffenden IP Adressen durch 127.0.0.1 ersetzt. Das ganze ist ja eine nette Idee leckt aber an allen Ecken und Kanten. Egal ob nun Firma oder private Blogger, eine gewisse Neugier über Besucherzahlen und Seitenabrufe ist immer da. Für die klassischen Server Statistiken ala Webalizer sind die IPs nur nebensache, sie dienen lediglich dem Zwecke zu wissen wie viele verschiedene Besucher da waren. Und wenn ich denn wirklich mal Probleme habe weil z.B. ein Scherzbold meint meinen Traffic mit seiner Flatrate zu attackieren vergebe ich mir selbst die Chance die entsprechende IP zu blocken. Gleiches gilt für Trackback Spam Attacken und und und.
Dabei bleibt noch ganz außen vor das ein typischer Linux Server nicht nur Webserver Logs schreibt, auch der SSH-, Mail-, FTP-Server loggt. Die Firewall und das System loggen, alle Logs abzuschalten ist eine Sisyphusarbeit sonders gleichen. Eine Arbeit die wohl kaum einem durchschnittlichen Rootserver Besitzer auch nur möglich wäre. Viel Sinnvoller als die radikale Ablehnung aller Logs (die man einfach für Administrative Zwecke braucht) wäre es doch da in meinen Augen Server Betreiber zu animieren Logs regelmäßig nach ihrer Auswertung zu löschen. Die absolute Keule zu schwingen ist übertrieben, schwer durchzusetzen und wirkt dadurch eher wie das Werk von Spinnern als wie eine ernsthafte Bestrebung sinnvolle Maßnahmen zu fördern.
Aber hier färbt scheinbar ein wenig das Handlungsschema des Feindes ab. Es wird nicht wirklich abgewogen was sinnvoll ist sondern die versucht mit klugen Sprüchen der technischen Wirklichkeit zu trotzen. Tatsächlich greift dann auch hier das vielzitierte Beispiel mit dem Frosch im heißen Wasser. Nur das die Datenschützer den Frosch ins heiße Wasser werfen und dieser die Flucht ergreift während der Feind ihn im warem Wasserbad begrüßt und langsam warmkocht.
Bugzilla Mails über Header filtern
Auf der Arbeit nutzen wir Bugzilla für die Fehlerverwaltung, dieses schickt per default bei allen Änderungen eines Bugs eine Mail an die betroffenen Entwickler. Bisher hatte ich nur nach dem Absender (also dem Bugzilla Server) sortiert und die Bug-Reports in einen extra Ordner geschoben. Nun bekomme ich aber inzwischen von mehreren Projekten Bugs zugesand was darin resultiert das diese wild durcheinander purzeln. Bei einer Suche nach besseren Filtermöglichkeiten stieß ich dabei auf die Header die Bugzilla seit Version 3 den Mails hinzufügt:
X-Bugzilla-Reason: CC
X-Bugzilla-Type: newchanged
X-Bugzilla-Watch-Reason: None
X-Bugzilla-Product: Amazing Website
X-Bugzilla-Component: frontend
X-Bugzilla-Keywords:
X-Bugzilla-Severity: enhancement
X-Bugzilla-Who: reporter@some.com
X-Bugzilla-Status: NEW
X-Bugzilla-Priority: P2
X-Bugzilla-Assigned-To: assignee@some.com
X-Bugzilla-Target-Milestone:
X-Bugzilla-Changed-Fields:
Damit werden alle wichtigen Fakten über den Bug verfügbar. Über das Product lassen sich z.B. die Bugs prima einzelnen Projekten zuordnen und man kann auch komplexe Filter basteln die z.B. eigene Bugs automatisch als TODO flaggen.
Kein Wunder das keiner was findet
Ja, also Tante Google hat mal wieder ihre Zeitgeist Statistik zu den Suchanfragen des Jahres veröffentlicht (zumindest laut heise). Auf den ersten vier Plätzen tummeln sich Routenplaner, Telefonbuch, Wetter und Wikipedia. Da frag ich mich warum sucht man sowas überhaupt. Der Routenplaner ist inzwischen in Google eingebaut, das Telefonbuch findet man unter der kryptischen Adresse telefonbuch.de ebenso wie man den Bericht darüber wie das Wetter sein sollte unter wetter.com findet. Ein Wunder eigentlich das man Wikipedia nicht auf Platz 1 sondern erst auf der 4 findet.
Ich fürchte aber das diese Statistik eine Gewisse übergreifende Wahrheit zu den Suchskills der meisten Internetnutzer zeigt. Beim Daily What the Fuck beispielsweise gibt es mit steter Regelmäßigkeit die Kategorie CODSod mit grausigen Beispielen verdrehter, komplexer und zu langer Quellcodes. Quellcodes die sich durch eine oder zwei Suchanfragen bei Google hätten umschiffen lassen können.
Ich kenne schon seit meiner Unizeit das Gefühl nach Dingen gefragt zu werden für die ich keine Lösung parat habe, ich neige dann inzwischen dazu den Frager zu vertrösten und kurz die Suchmaschine anzuwerfen. Und nicht selten ist es fast schon deprimierend wie einfach die Lösungen zu finden sind. Ich frage mich dann meist, wieso können die Leute nicht erstmal selbst suchen. Und in Hinblick auf hässlichen Code stellt sich mir dann die Frage warum der Autor nicht einfach mal hätte nach einer einfachen Lösung suchen können. Vor allem stellt sich diese Frage wenn es um so Grundlegende Dinge wie eine Formatierung oder eine Formatüberprüfung handelt. Da wird mit wilden String Operationen hantiert anstatt kurz bei Google nach einer tausend Mal beschriebenen Lösung zu suchen.
Ich erinnere mich noch an einen Auspruch des Mathe Profs: “Es ist nicht wichtig alles zu wissen, es ist wichtig zu wissen wo es steht.” Es ist also keine Schande nach einer Lösung im Netz zu suchen wenn einem nichts besseres einfällt, aber trotzdem das Begriffe wie Routenplaner oder Wikipedia die Top Suchbegriffe sind will mir nicht in den Kopf, ich meine dannach sucht man doch höchstens einmal und legt sich dann ein Lesezeichen an (vielleicht erwarte ich hier aber dann doch zuviel).