Wo wir doch selbst nichts zu fressen haben?!

Eine große Pfütze auf einem leeren uneingezäunten Baugrundstück in Dresden Cotta. Die Kälte der vergangenen Tage hat das Wasser gefrieren lassen und Kinder schlittern lachend durch über die glatte Eisfläche die in einer Eissporthalle nicht besser sein könnte. Ein Mann Anfang bis Mitte 30 in der Hand die Leine eines schwarzen Riesenschnauzers in Begleitung zweier Kinder.

Der Hund interessiert sich für die lärmenden Kinder, schnuppert, zerrt ein wenig aber Herrchen kann das besser, der Hund quietscht kurz auf und verliert das Interesse an den spielenden Kindern und trottet jetzt artig neben dem Herrn einher. Die Kinder erzählen das in der nächsten Woche Schulfasching sei und das sie noch Kostüme bräuchten. Der Mann ist verwundert: “Was Fasching? Wir hatten doch gerade erst Halloween!” Langsam gehe ich hinterher, und höre weiter zu.

“Halloween kommt aus Amerika, da ist es besser.”, beginnt der Mann zu erklären, “Wenn man de nach Amerika gehst da fragen die erstmal haste Geld, haste Arbeit sonst kannste dich wieder verpissen. Nich so wie hier, hier kommen die ganzen Nigger und Juden rein und fressen sich durch wo wir selber nüscht zu fressen haben.”

Inzwischen bin ich an ihnen vorbei und in mir kocht es, das Kind ist keine 10 Jahre alt und wollte nur zum Fasching, aber diese schnauzbärtige, hundeleinenzerrende Inkarnation eines Hartz IV Opfers erklärt dem Kind das Ausländer die Wurzel der Deutschen Sorgen seien. Wohlgemerkt einem jeden seine Meinung und soll der alte doch denken was er will, aber sollte nicht ein Kind die Freiheit haben seine Meinung selbst zu erfahren und sich frei zu entwickeln?!

Ich für meinen Teil versuche zu verstehen was Menschen zu so einem Hass treibt, was Menschen dazu bewegt ganze Gruppen der Bevölkerung zu verurteilen und für schuldig zu befinden. Und ich komme nicht wirklich zu einem Ergebnis…

Mikrozensus 2006

Für alle Interessierten stehen ab sofort die Mikrozensusfragebögen 2006 und eine Reihe von Links zur Verfügung :)

Stabile SSH-Verbindungen

Da ich immernoch an das Drahtlose Bürgernetz gefesselt bin, muss ich ständig mit einer instabilen Leitung kämpfen die dafür sorgt das meine SSH Verbindungen und Tunnel einfach mal zusammenklappen.

Für die Tunnel hatte ich mir schon vor einiger Zeit ein Skript geschrieben, welches mir bereits bestehende Tunnel zuerstmal abschießt und dann erst wieder neu aufbaut. Transparent geht das aber auch nur mittels eines Cron Jobs und der heißt dann wieder nutzloser Verbindungsoverhead :(

Gestern wollte ich mich eigentlich aus ganz anderem Grund mit dem Filesystem in Userspace (fuse) beschäftigen als mir das Tool autossh ins Auge viel. Dieses macht eben genau das was ich brauche, im einfachsten Fall prüft es in vorgegeben Zeitabständen ob die SSH-Verbindung noch besteht und reaktiviert sie wenn notwendigt.

In Verbindung mit Screen auf Serverseite kann man damit auch sehr angenehm remote auf einem anderen Rechner arbeiten. Wichtig ist dabei nur der Parameter -t damit eine Pseudo Termialverbindung hergestellt wird. Die Screen Parameter -D und -R veranlassen das entfernte Screen die letzte aktive Sitzung zu detachen und direkt dannach wieder zu verbinden.

autossh -t host "screen -D -R"

Wunderbar funktioniert das auch mit SSH-Tunneln. Sie Syntax ist dabei ebenfalls die selbe wie beim aufbau eines normalen SSH-Tunnels.

autossh -f -N -C -L2143:hostname:143 user@hostname

Vermutlich um Konflikte mit den klassischen SSH-Parametern zu vermeiden ist es nicht möglich die Einstellungen von autossh über solche zu steuern, daher werden diese über Umgebungsvariablen gesteuert. Verwendet man autossh regelmäßig bietet es sich also an diese in seinen shellrc file zu übernehmen.

export AUTOSSH_GATETIME=30   =>   das erste Mal nach 30 Sekunden die Verbindung prüfen
export AUTOSSH_POLL=15       =>   aller 15 Sekunden die Verbindung prüfen

Den Donnervogel zum Feuerfuchs lotsen

Ja, es ist ein Kreuz mit den Tools, wenn ich eine Mail bekomme die einen Link enthält, musste ich in letzter Zeit immer die Adresse kopieren und dann von Hand im Browser eingeben. Das ist nicht nur unbequem sondern auch höchst lästig. Zum Glück ist Abhilfe Systemweit schnell geschaffen indem man in die Datei /usr/X11R6/lib/thunderbird/defaults/pref/all-thunderbird.js drei kleine Zeilen einfügt:

pref("network.protocol-handler.app.http", "/usr/X11R6/bin/firefox");
pref("network.protocol-handler.app.https", "/usr/X11R6/bin/firefox");
pref("network.protocol-handler.app.ftp", "/usr/X11R6/bin/firefox");

X.Org 6.9.0

Normal renne ich ja nicht jeder neuen Version hinterher aber beim neuen X.Org krabbelte es mich dann doch in den Fingern. Leider wurde meine Hoffnung auf ein stabiles Suspend-to-Ram mit aktiviertem DRI nicht erfüllt und auch der TV-Out wird immernoch nicht von den xorg internen Treibern unterstützt aber dort naht ja auch für FreeBSD schon abhilfe in Form eines portierten ATI Treibers.

hanjo@guinness:~/X -version

X Window System Version 6.9.0
Release Date: 21 December 2005
X Protocol Version 11, Revision 0, Release 6.9
Build Operating System: FreeBSD 6.0 i386 [ELF]
Current Operating System: FreeBSD guinness 6.0-RELEASE-p3 FreeBSD 6.0-RELEASE-p3
 #0: Sat Jan 21 14:51:32 CET 2006     root@guinness:/usr/obj/usr/src/sys/GUINNESS i386
Build Date: 24 January 2006