Neues Gepäckstück
Seit einer ganzen Weile tigere ich schon um die Regale mit Photrucksäcken rum, ohne das mich einer so richtig aus den Schuhen gehauen hat. Dabei brauche ich keinen tragbaren Photoschrank sondern eine Möglichkeit meine Kamera und Wanderkrams zu verstauen. Bisher hatte ich immer die Phototasche ohne Gurt im normalen Rucksack damit nicht alles durcheinander purzelt und Schaden anrichtet. Es gibt von den gängigen Hersteller inzwischen sogenannte Daypacks die oben ein Fach für Utensilien und unten ein separates Photofach bieten. Leider gefielen mit die meisten in Form oder Farbe nicht so recht und bei machen wirkten die Nebentaschen auch ein wenig klein, ganz zu schweigen vom oberen Fach. Eigentlich wollte ich mir am Ende ja einen Crumpler Pretty Boy bestellen, die Crumpler Taschen haben irgendwie einen etwas eigenen Stil. Sie sehen nicht so 0815 rucksackmäßig aus und sind auf den ersten Blick robust und hochwertig verarbeitet.
Schließlich habe ich kurz vor dem Bestellen noch den Crumpler Pretty Boy XL gefunden, der ist ein wenig größer als der normale Pretty Boy bietet dafür aber im hinteren Teil ein separates Notebookfach und das obere Abteil ist durch die größere Höhe auch geräumiger. Gestern kam das gute Teil nun an, ganz in schwarz mit dezent orangen Nähten und einem orangen Futeral. Das MacBook Pro passt perfekt hinten rein und die D7D krieg ich zusammen mit einem zweiten Objektiv locker ins untere Fach rein wobei noch genug Platz für Kleinkram bleibt. Im oberen Fach ist auch mehr als genug Platz, sogar eine normale Wasserflasche hat hier genug Platz.
Den Kurztest hat der Rucksack schon bestanden, die langen Wanderungen und Radtouren stehen noch aus aber ich bin zuversichtlich was den Tragekomfort angeht. Die einsame Kamera mit Kleinkram fühlte sich jedenfalls fast wie ein leerer Rucksack an ;)

Waldschlößchenbrücke
Seit einer halben Ewigkeit wogt nun der Streit um die Waldschlößchen Brücke. Nach all dem Hin und her mit Bürgerentscheid, Verfassungsklagen, Demos und viel Gezeter wurde im letzten Jahr die Stadt übergangen und das sächsische Regierungspräsidium ordnete den Bau quasi an.
Ich persönlich bin nicht grundsätzlich gegen eine Brücke über die Elbe, auch nicht gegen eine Brücke an dieser Stelle, was mich wütend macht ist das die Brücke über welche immer gesprochen wird ein weiterer Beweis architektonischer Geschmacklosigkeit ist. Moderne Kunst gewissermaßen, ein Monster aus Stahl und Beton in einer Landschaft mit Elbe, Elbwiesen, Schlössern, Wäldern. Eben ein Ort wo man sich gern mit seiner Zeitung in die Sonne legt und den Sonntag genießt. All das wäre zerstört durch den Klotz aus Beton und Stahl. Was mich so wütend macht ist das beharren auf dieser einen Brücke, warum lenkt man nicht ein und diskutiert mit der UNESCO darüber welche Alternativen es gibt. Ich bin mir sicher das es auch eine architektonische Lösung gäbe, welche sich in das Elbtal einfügt ohne das Gesamtbild zu zerstören. Es wäre sicher eine Veränderung aber die Zeit steht nunmal nicht still und alles entwickelt sich, ich frage mich nur ob man dabei über Leichen gehen muss.
In Dresden gibt es seit längerer Zeit ein Aktionsbündnis gegen die Brücke, auch wenn man wie ich nicht gegen eine Brücke im allgemeinen ist sondern nur gegen diese eine Brücke möge man sich auf der Unterschriftenliste des Fachrates für den Erhalt des Weltkulturerbes eintragen.
Bundestrojaner
Nun ich hielt die Erbauer der hölzernen Trojanischen Pferdes eigentlich für recht, innovativ und in gewisser Weise sollte man vielleicht auch den ersten Computertrojanern einen gewissen Respekt zollen, aber das was man hier in einem Interview auf dem Deutschlandradio lesen, bzw. hören konnte bringt einem zugleich das lachen und das heulen bei. Aber man lese selbst und denke an die alten Mythen.
Peter Welchering: Dahinter steckt, dass die bisherigen Online-Durchsuchungen nicht besonders erfolgreich verlaufen sind. Denn nach allem, was bisher bekannt wurde, sind die Programmierer der Geheimdienste noch längst nicht so weit, dass solch ein Bundestrojaner, der dann die Festplatteninhalte via Internet an den Geheimdienst schickt, einfach per Mail oder über eine Web-Seite auf den Zielcomputer angesetzt werden kann. Das zweite Problem: Offensichtlich hat das gezielte Ausspähen von Personal Computern und Festplatten nicht funktioniert, und es hat nicht schnell genug funktioniert. In einem Fall sollen Festplatteninhalte von 120 Gigabyte über Wochen hinweg an die Zieladresse des Verfassungsschutzes von einem Trojaner geschickt worden sein. Der betroffene PC-Besitzer, der da online ausgespäht wurde, hat das wohl nach 14 oder 15 Tagen gemerkt, weil er über ausgewertete Systeminformationen mitbekam, dass 120 Megabyte von seinem Rechner aus ins Netz geschickt wurden. Die Rechneranalyse ergab dann, dass ein Trojanisches Pferd Schadsoftware von einem Rechner eines V-Mannes herunter geladen hatte. Diese Schadsoftware bestand im Wesentlichen aus einem Programm, dass einen Port im Router der überwachten beziehungsweise online durchsuchten DV-Anlage öffnete und über diesen Port Dateien an einen Rechner schickte, dessen IP-Adresse maskiert war. Dass eine solche Online-Durchsuchung dann offenbar nach Tagen, wohlgemerkt während sie noch läuft, bemerkt wird, ist nicht nur blamabel, sondern gibt natürlich auch den betroffenen Besitzern durchsuchter PCs Möglichkeiten der Gegenwehr an die Hand. In einem anderen Fall hat der Besitzer eines online durchsuchten PCs unbestätigten Informationen zufolge den Trojaner gleich beim Einschleusen bemerkt, die Aktivitäten des Bundestrojaners genau analysiert und der Zieladresse dann regelrechten Datenmüll geschickt.
Soweit sogut, die Nutzung wurde also aufgrund von Stümperhaftigkeit abgesagt und nicht aus moralischen Bedenken (nicht das man das glauben würde). Aber wenn man nun die Analogie zum alten Holzgaul zieht hat man wohl das Pferd so groß und so schwer gemacht das der dümmste Einwohner Trojas erkennen müsste das hier nicht nur Holz drin ist. Aber auf der anderen Seite beruhigt es mich auch, heißt doch so ein Verhalten des Trojaners das man sich vor dem Ausspähen mit möglichst großen Platten und geringen Bandbreiten ‘wehren’ kann ;)
Aber es geht noch offensichtlicher
Welchering: Dazu schweigt sich die Bundesregierung auch aus. Es gibt allerdings Hinweise, dass der Verfassungsschutz den Bundestrojaner bisher auf zwei Verbreitungswegen in die Zielrechner geschleust hat. Zum einen, das ist sozusagen die sichere Methode, sollen Verfassungsschutzmitarbeiter einfach in Büroräume eingedrungen sein und den Bundestrojaner dann händisch auf die Zielrechner überspielt haben. Mit dem zweiten Verbreitungsweg, von dem man aus so genannten informierten Kreisen hört, haben die Verfassungsschützer damit offensichtlich keine so guten Erfahrungen gemacht. Sie sollen mit Trojaner verseuchte CDs verteilt haben. Und das Problem dabei soll gewesen sein: Neben den Zielrechnern, die sie online durchsuchen wollten, sind auch andere Rechner mit diesem Trojaner wohl verseucht worden. Und das soll zur Folge gehabt haben, dass so viele Daten an den Zielrechner geschickt worden sind, dass der Sammelrechner, auf dem die ganzen Durchsuchungsdaten landen sollten, sich offensichtlich wie bei einem Denial of Servcie Angriff verhalten hat. Das heißt, ob der vielen Daten soll der einfach in die Knie gegangen sein.
Tja da sehe ich nun die tapferen, aber vor Hunger geschwächten griechischen Belagerer die ihr Holzpferd vor die Tore Trojas zerren und ihr bis an die Zähne bewaffnetes SEK dann dort einsteigen lassen. Wobei es die letzten Krieger noch einsteigen und die Griechen noch mitschieben weil es zu schwer ist…
Schäuble auf Stoff
Nein der Herr Innenminister ist nicht drogenabhängig, auch wenn einige seiner Äußerungen in letzter Zeit darauf hin deuten könnten, möchte ich das nicht behaupten. Nachdem sich die einschlägige Community nun schon seit geraumer Zeit mit Stasi 2.0 und der Schäublone im Banksy Style seine Zeichen hat gibt es das ganze auch nach anfänglichem hin und her als Shirt zu bestellen.
Durchgerungen...
Ich bin ja nun seit Zwei Monaten Teil der pendelnden Arbeitsgesellschaft. Mein Weg führt mich jeden Tag von Dresden zur exedio nach Thiendorf. Das sind mit dem Auto etwa 20-30 Minuten über die Autobahn. Je nach Berufsverkehr und Ampelgnade eben mehr oder weniger.
Heute habe ich nun den Brückentag genutzt und statt Urlaub endlich den Weg per Rad in Angriff genommen und besiegt ;) Die Autobahn fällt aus Gründen der Mindestgeschwindigkeit aus ;) Und das Brausen der Autos wäre auch nicht sehr angenehm. Der Weg von mir aus führt mich also erstmal durch Dresden. Fröbelstraße runter über Bahnhof Mitte, dann über die Elbe mittels Marienbrücke überqueren. Weiter gings über Bahnhof Neustadt und die Hansastraße runter, oder besser hoch. Der Hellerberg ist bei meiner miserablen Konstitution schon ne kleine Herausforderung, aber auch ohne viel Training zu schaffen, nicht schnell aber zu schaffen ;)
Nach dem steilen Teil geht es noch ein ganzes Stück weiter den Berg hoch, aber weitaus entspannter. Eigentlich geht es immer geradeaus aus Dresden raus in Richtung Volkersdorf. In Volkersdorf zeigt die Straße mit aller Finesse das im Gegensatz zu bayrischer Propaganda Ostdeutsche Straßen nicht nur gut sind. Allgemein sind die Straßen zwischen den Orten eigentlich in Ordnung, aber im Ort zeigen sich deutlich die leeren Stadtkassen.
Der Ritt geht also durch Volkersdorf, weiter nach Bärnsdorf. Hinter Bärnsdorf gibt es sogar einen separaten Radweg der einen von der engen Straße fernhält. Viel Verkehr war aber ganz allgemein hier draussen nicht mehr. Wer aus Dresden raus muss nimmt eben die Autobahn ;) Von Bärsdorf geht es dann weiter nach Berbisdorf und von dort nach Radeburg. Am ersten Kreisverkehr geht es rechts und am zweiten einmal rum und nach ganz links ins Zentrum. Das Pflaster hier ist nicht gerade angenehm für den Verwöhnten Informatikerhintern aber es kommen ja wieder bessere Zeiten ;) Ein Stück hinter dem Markt geht es dann wieder rechts ab in Richtung Königsbrück. An dieser Stelle sind übrigens etwa drei viertel des Weges geschafft. Der Straße folgt man einfach und hinter der Autobahn fährt man direkt geradeaus weiter. Der Weg ist eine typische Betonplattenkonstruktion und ein wenig ruckelig aber dafür sehr wenig befahren. Alternativ kann man auch der Landstraße folgen und nach drei oder vier Kilometern in Richtung Döbra abbiegen, das ist allerdings ein ganzes Stück weiter und weniger schön.
Der schöne Weg führt also über die Holperplatten bis rechts Zschorna ausgeschildert ist. Hier folgt man der jetzt asphaltierten Straße und kommt kurz darauf am Großteich an. Die Straße führt genau zwischen Großteich und Breitteich entlang und man kann wunderbar das Biotop beobachten. Der Rest der Strecke ist einfach, ab Ende eines Sandweges landet man in Lötzschen und kurz darauf ist man in Thiendorf am Ziel. Die Strecke beträgt insgesamt etwa 40 Kilometer und mit meiner Konstitution hab ich ziemlich genau zwei Stunden gebraucht.
