Debian auf dem Freerunner und das 4GB Limit

Etwas ärgerlich ist es schon, ich hatte mir ja für den Freerunner schon eine 4GB microSD Karte zugelegt und dort ein Debian installiert. Soweit funktioniert das auch prima. Ich hab sowohl WLAN als auch USB Ethernet zum laufen bekommen und verschiedene kleine Dinge ausprobiert. Klassische GTK-Applikationen wie Pidgin laufen problemlos. Der Start dauert ein paar Sekunden aber dann kann man sich recht problemlos einloggen.

Tja ärgerlich daran ist nur das es mit 4GB Karten Probleme gibt wenn der Freerunner einschläft. Und ohne USB Kabel macht er das auch regelmäßig. Und genau das ist ja eigentlich auch gewollt. Dumm nur das die Karte beim Aufwachen nicht wieder richtig initialisiert wird, was dazu führt das man zwar die Zhone Oberfläche zu sehen bekommt aber keinen Zugriff mehr aufs Dateisystem hat. Es gibt Menschen bei denen gehts ohne Probleme, Menschen bei denen ein uBoot update hilft und bei wieder anderen gehts nie.

Nunja ich hab gestern Abend erstmal die 512er in Betrieb genommen und ein Debian draufgezimmert. Schön zu bemerken war bei diesem Debian das die Paketlisten derzeit noch sinnvoll ergänzt werden. Bei meiner Installation am Dienstag zum Beispiel waren keine Wireless-Tools dabei was für ein WLAN Gerät eigentlich immanent ist (vor allem wenn USB mal nicht verfügbar ist), gestern purzelten diese mit aus dem Netz. Gleichzeitig wurde unter anderem gleich die wpa_supplicants.conf vom laufenden System mit aufs installierte Debian kopiert.

Schade nur das nach der Installation nur noch 70 MB Platz auf der 512er Karte sind :( Aber die Dinger kosten ja nix mehr, da werd ich wohl noch ne kleine 2GB Karte kaufen die funktionieren ja wohl auf allen Freerunnern.

Die ersten paar Stunden mit dem Freerunner

Also da ist er nun, der Freerunner. Nachdem ich das Paket aus den Händen unserer QA Abteilung gerissen hatte, die dieses freundlicherweise in Empfang genommen hatte und ich es zünftig aufgefetzt hatte lag vor mir nun eine schlichte schwarze Dose mit einer grünen Banderole.

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Drinnen finden sich dann das Telefon, Akku, Ladegerät, USB Kabel und eine Transcend Micro SD Karte mit 512 MB. Oben auf in der Dose liegt noch ein kleiner Zettel: “Thank you for your efforts to Free The Phone”. Obs das auch beim iPhone gibt :P

Nun gut nach dem Öffnen quetschte ich erstmal die Speicherkarte und den Akku in das Telefon und schaltete an. Sicher der Akku dürfte nicht voll sein aber Lithium Akkus werden ja meist mit 50% verpackt. Und ja es ist ein erhebendes Gefühl den klassischen Bootvorgang zu erleben und zu sehen wie die Kernelmeldungen über den Bildschirm rattern.

Mit der normalen Installation ist dann aber erstmal nicht viel zu machen. Per default ist 2007.2 drauf, die Oberfläche macht auf mich einen sauberen, aufgeräumten Eindruck. An Software gibt es definitiv nicht viel, ein Telefonbuch, eine SMS Applikation und eine Software zum telefonieren (stimmt ist ja ein Telefon). Nicht zu vergessen natürlich ein Terminal damit man auch wirklich linuxen kann mit dem Teil. Das Default Keyboard (eine Drei-Klick-Handy-Tastatur) ist aber ob der fehlenden Sonderzeichen nicht für die Konsole zu gebrauchen.

Als nächsten Schritt musste das Handy also an per USB an den Rechner, wo man sich mit diesem per USB Netzwerk verbinden kann. Funktionierte unter Ubunutu auch ohne Probleme, ebenso das Routing. Für die Namensauflösung musste man nur noch einen passenden DNS Server in die resolv.conf schreiben. Zum testen hab ich mir dann gleich mal noch zwei Webbrowser (openmoko-browser2 und minimo) installiert. Beide funktionieren, wobei erstere Probleme mit SSL allgemein zu haben scheint und minimo bei unbekannten Root Zertifikaten absemmelt. Leider habe ich noch keinen Weg gefunden Zertifikate von Hand zu installieren. Ganz wichtig um das Terminal auch am Telefon nutzbar zu machen ist die Installation des Matchbox Keyboards (einer On-Screen QWERTY Tastatur).

Letzte Handlung am USB Netz war noch die Installation eines Debian Basissystems auf meiner 4 GB Micro SD Karte die ich in weiser Voraussicht schon gekauft hatte. Das Debian ginge auch auf die 512er aber da bliebe dann kaum noch Platz für Daten und weitere Software.

Zuhause dann wollte ich den Freerunner an mein Macbook koppeln was aber erstmal grandios fehlschlug. MacOS X kann zwar theoretisch Ethernet over USB erkennt aber nur ein Modem was mir erstmal herzlich wenig bringt. Der Versuch das gute Stück per WLAN ins Netz zu bringen scheiterte dann an den nicht aktuellen Treibern unter 2007.2 die keine WPA Verbindungen zuzulassen scheinen, so das der Freerunner erstmal offline blieb. Unter Debian ging erstmal auch nix da die wireless-tools per default nicht mit installiert werden.

So ging er also hin der erste Tag mit dem Freerunner, als nächstes auf meiner Liste steht jetzt auf jeden Fall WLAN und eine funktionierende WLAN fähige Oberfläche mit funktionierendem Powermanagement. Bei Debian hab ich da ein schlechtes Gefühl, obwohl ich schon von 70% Akkuleistung nach 24 Stunden gelesen habe.

Lauf Götterbote lauf...

… ich will meinen Freerunner endlich auf dem Tisch haben :P

Die Sendung befindet sich in der Zustellung.

Es kann sich nur noch um Stunden handeln

Bis der Freerunner auf meinem Schreibtisch landet:

Die Sendung ist an unserer zuständigen Niederlassung eingetroffen und steht zur Auslieferung bereit.

Da isser da der Freerunner...

… und das Terminal läuft :P