Umsonst hat in unserer Gesellschaft einen seltsamen Beiklang. Umsonst das ist, schlimmer noch als kostenlos, wenig wert. In unserem Miteinander sind wir darauf fixiert Geld in Waren oder umgekehrt umzuwandeln. Was ebenso wenig möglich ist wie ein Perpetuum Mobile ist daraus einen Kreislauf zu machen. Kaufe ich ein Auto kann ich es schon einen Tag später nicht mehr zum gleichen Preis verkaufen.

Fast schon unvorstellbar ist es in unserem Denken ohne Geld zu existieren. Ich bin davon nicht frei, denn es fällt mir zumindest schwer mir vorzustellen das Geld komplett abgeschafft wird. Dabei wäre das Konzept vermutlich gar nicht so schwer und in kleinen Biotopen wird es auch heute umgesetzt. In Umsonstläden beispielsweise findet ein permanenter Austausch von Waren statt ohne das Geld fließt.

Man geht in den Laden, nimmt mit was man braucht und lässt da was man nicht braucht. Klar die Waren nutzen sich von Mal zu Mal ab um Nachschub in Form von Produktion kommt man also nicht herum. Auch Verbrauchsgüter sind denkbar ungeeignet, aber das Konzept, oder besser die Philosophie dahinter gefällt mir.

In Dresden gibt es laut Internet zwei solcher Läden. Zum einen das abfallGUT auf der Heidestraße und den UmLaden auf der Alaunstraße. Ersterer ist inzwischen kein Umsonstladen mehr nach der obigen Definition, denn die Abgabe von Waren wurde auf Inhaber eines Dresden Passes bzw. Harz IV Empfänger eingeschränkt.

Eigentlich sehr Schade, rühmt man sich doch auf der Seite, der älteste Umsonstladen Deutschlands zu sein. Was mich daran stört? Das Konzept eines Umsonstladens sieht einen Gleichberechtigten Austausch von Waren vor. Die Einschränkung der Nehmer jedoch suggeriert zwei Dinge:

  1. Es gibt Leute die es nötiger haben als andere. Daraus leitet man eine Bevorzugung dieser Gruppe ab was der Gleichberechtigung widerspricht.
  2. Es gibt Leute die sich durch einen Umsonstladen bereichern und daher abgegrenzt werden. Was ebenfalls der Gleichberechtigung widerspricht.

Das Ergebnis in meiner Wahrnehmung schließlich ist das ich als Teil der Erwerbsgesellschaft zum Spender degradiert werde dessen Müll man gern als Almosen weiter verteilt. Ist sicher von einem sozial-pragmatischen Standpunkt richtig und verständlich, geht für mich aber am Konzept eines Umsonstladens vorbei.


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