Irgendwann in den 60er kam ein gewisser Ron Jones Cubberley High School in Palo Alto auf die Idee seinen Schülern nachzuweisen das ihre Behauptung Faschismus wie im dritten Reich würde in den USA nicht funktionieren. Selbst nicht von den Möglichkeiten überzeugt bracht Ron Jones sein Experiment, The Third Wave, nach 5 Tagen geschockt ab. Daraus entstand später der Stoff für einen 44 Minütigen Lehrfilm, ein Buch und unzählige Theateraufführungen.

Jetzt wurde der Stoff schließlich auf die große Leinwand gebracht und nach Deutschland verlegt. Der Lehrer Rainer Wegener, ein freiheitsliebender Späteinsteiger ins Lehramt erhält im Rahmen einer Projektwoche das Thema Autokratie an die Backe genagelt und stellt sich damit eher widerwillig seinen Schülern. Die Schüler repräsentieren das typische Klischee von heutigen Jugendlichen und besetzen vom Außenseiter bis zum Rowdie alle Rollen der Gesellschaft. Zu Beginn der Projektwoche stellen die Schüler die gewagte These auf: “Faschismus würde bei uns nicht funktionieren, dazu sind wir viel zu aufgeklärt”. Im Lehrkörper entsteht eine Idee aus der die Welle geboren wird und außer Kontrolle gerät. Innerhalb einer Woche wird der Außenseiter zum Bodyguard, die normalen Schüler zu Mitläufern, der Sohn aus reichem Haus zur ganz normalen Nummer und die Selbstunzufriedene zur Opposition. Das Ende kommt wie es kommen muss, Rainer Wegener führt seinen Schüler vor Augen das sie zu Faschisten geworden sind, die Schüler sind schockiert, verwirrt und der Außenseiter erfüllt sein Amokläufer Klischee.

Was das erschreckende bei dem Film ist, man sitzt da im gemütlichen Sessel und denkt das ist nur gestellt, das ist viel zu offensichtlich, viel zu schnell. Aber denkt man nur eine Minute darüber nach wird einem klar das Faschismus genau so funktioniert, er kommt nicht subtil versteckt daher. Faschismus gibt uns wonach wir uns sehnen, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Sicherheit. Dabei braucht er sich nicht zu verstecken weil jeder ist für ein bisschen Ruhe und Sicherheit empfänglich. Und genau das ist das gefährliche daran.

Der Film zumindest ist eine gute Empfehlung wert. Vorausgesetzt natürlich man hat kein Brett vorm Kopf oder erwartet seichte Unterhaltung. Aber das sollte sich bei der Vorgeschichte und dem Hintergrund des Filmes von selbst verstehen.

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