Es ist jedes Jahr das Selbe um den 13ten Februar, zum Jahrestag der Bombadierung Dresdens verwandelt sich das sonst beschauliche und bürgerliche Dresden in einen Hexenkessel. Nazis rufen zum Gedenken an die Deutschen Opfer des zweiten Weltkrieges auf und die Antifa organisiert Widerstand. Wenn ich das schon höre kocht es in mir hoch und ich könnte mich heute ärgern das ich mich am Mittwoch schon so früh aus der Innenstadt verabschiedet habe. Am heutigen Samstag nun hatten sich nochmal die Nazis unter dem Banner der Ostdeutschen Landsmannschaften angekündigt. Im Gegenzug waren diverse Kundgebungen von Antifa und dem Bündnis für Demokratie angekündigt.

Erstere wurde bereits im Vorfeld verboten, ebenso wurde am Mittwoch seitens des Ordnungsamtes alles getan um einen Reibungslosen Ablauf des revisionistischen Gedenkens zu gewährleisten. Dennoch gelang es beginnend mit einer Kundgebung am Wiener Platz um 10 Uhr den antifaschistischen Widerstan in der Stadt zu organisieren und vom Dr. Külz Ring zur Synagoge zu marschieren. Gegen 14:30 machte sich die Geh Denken Demo vom Goldenen Reiter aus auf dem Weg zur Dresdner Synagoge, was den Nazis gehörig die Planung verhagelte. Von der einen Seite blockierten die Antifas die geplante Route der Faschisten und von der anderen verstopfte die Latschdemo den Weg der braunen.

Schon der Weg zum goldenen Reiter zeigte das sich etwas regt in der Innenstadt, die Bahnen mussten das Zentrum samt Postplatz umfahren. So führte uns unser Weg zum Pirnaischen Platz und von dort zu Fuß an der Synagoge entlang wo etwa 100-200 schwarz gekleidete Antifaschisten warteten. Überall waren wie jedes Jahr Polizeikräfte aus ganz Deutschland präsent. Am Goldenen Reiter begann pünktlich die Kundgebung. Den Auftakt machte der Dresdner OB welcher am Ende seiner Rede an all die appelierte “die hinter Ihren Gardinen zuschauten” sich gegen das faschistische Gedankengut zu wehren.

Mit etwas Verzögerung ging es dann zum Carolaplatz über die Brücke zur Synagoge wo sich Geh Denken und Antifamucke quasi trafen. Die Antifa löste ihre Demo hier offiziell auf und machte sich in kleinen Gruppen auf den Weg zum Postplatz. Von der Synagoge ging es dann weiter durchs Zentrum zurück zum Carolaplatz. Auf dem Schloßplatz allerdings musste man nun den grausam langen Zug der Nazis mit ansehen und hilflos “Nazis raus” und “Diese Stadt hat Nazis satt” skandieren, an ein Rankommen an die braunen Übermenschen war dank doppelter Polizeistaffel nicht zu denken.

Das der Demowaagen zu dieser Zeit noch durch die Stadt irren musste (Aussage eines Ordners) machte das ganze noch deprimierender. Was genau passiert ist und wieso die Route überhaupt so gelegt war das der Waagen von den Demonstranten getrennt war wird noch zu klären sein. Wir jedenfalls haben den Demozug dann auch vor der Abschlußkundgebung verlassen und uns einen Weg ins warme gesucht. Immerhin konnte der Marsch der Nazis minimiert werden, so dasss die braunen nur eine kleine Runde über Augustus und Marienbrücke zum Postplatz drehen konnten. Den endlosen Heerwurm voller Nazis werde ich wohl noch eine Weile im Kopf haben.

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