Mit Am Ende kommen Touristen gibt es mal wieder einen Interessanten Film der sich mit der Holocaust Vergangenheit beschäftigt. Eigentlich hängen die Filme mir zum Halse raus aber die Deutschlandfunk Kritik die ich gehört hatte machte mich neugierig. Also gings am Samstag mal wieder ins KIF.

Der Film dreht sich um Sven, einen deutschen Zivi der statt nach Amsterdam nach Oswiecim (Auschwitz). Hier soll er neben der Arbeit in einer Begegnungsstätte in der Nähe der KZ-Ausstellung einem alten Zeitzeugen der das Lager überlebt hat unter die Arme greifen. Das ganze gestaltet sich schwieriger als gedacht, Fremdenhass der polnischen Jugend, die Borniertheit des alten Krzeminki und die ach so mitfühlenden Touristen. Wirkt die Handlung des Filmes doch Sprunghaft in all ihren kurzen Szenen und losen Handlungssträngen bleibt am Ende nur eine Botschaft: “Leid geht uns immer solange etwas an wie es uns nicht selbst betrifft.”

Am Ende saßen alle Zuschauer bis zum Ende des Abspanns im Saal und auch ich dachte nach und heute sind mir nur noch Schlüsselszenen im Hinterkopf:

Ein paar Azubis in einer von deutschen gekauften Chemiefabrik haben an den Zeitzeugen nur eine Frage: “Haben sie eine Nummer eintätowiert?” Antwort: “Ja” Die Azubis glotzen den entblößten Arm an und fragen: “Die ist ja total verblasst” Antwort: “Ja ich habe sie nicht erneuern lassen”. Was komisch anmutet ist genau das ich nichts anderes von Auschwitz Besuchern erwarten würde.

An anderer Stelle soll ein Mahnmal inmitten eines lebenden, atmenden Dorfes gebaut werden nur weil die Deutsche Firma meint eine Schuld begleichen zu müssen. Eine Schuld an den Polen die (Zitat aus dem Film) “Die Fabrik haben verlottern lassen”. Der Zeitzeuge soll eine Rede im Regen halten, doch kaum nach den ersten Sätzen wird er unterbrochen, Dank, Applaus, Gruppenfoto, als der Alte sich denn weigert: “Dann machen wir es eben allein”…

Der Film endet wie der Titel sagt mit einer Gruppe von Touristen die sich schon bei der Ankunft der historischen Sensibilität des Ortes bewusst sind. Aber ich will nicht noch mehr spoilern, geht lieber selbst ins Kino.

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