Richtiger Urlaub war dieses Jahr leider wieder nicht drin, aber ein langes Wochenende haben wir uns zumindest gegönnt. Ziel unseres kurzen Urlaubs war die Uckermark. Die Uckermark liegt im Norden Brandenburgs an der Grenze zu Mecklenburg etwa eine Stunde weit von Berlin. Die Gegend ist Industrielles Brachland, weite Felder, Seen, Wälder und vereinzelte Windkraftanlagen. Eben ein ruhiger aber dennoch interessanter Flecken wenn man nicht am Strand vergammeln will.

Übernachtet haben wir in der Ferienwohnung vom Café Eigenart in Wichmannsdorf bei Boitzenburg. Die Wohnung ist sehr Ikeaesk und geschmackvoll eingerichtet (mal kein Blümchensofa) und recht zentral gelegen. Im Ort gibt es eigentlich nichts außer der Kirche, der Bushaltestelle und dem Haussee (kalt, sauber und keine 5 Minuten weg). Die nächsten großen Städte mit Tankstelle und Einkaufsmöglichkeit sind Templin, Prenzlau und Angermünde. Wie bereits erwähnt haben wir ein langes Wochende (Freitag bis Montag) verbracht.

Am Donnerstag Abend kamen wir an und machten uns am Freitag auf den Weg nach Templin. In der Stadt gibt es einen Rundweg entlang der alten gut erhaltenen Stadtmauer und ein reges Treiben um den Marktplatz herum. Nach der Begutachtung der Innenstadt machten wir uns auf den Weg zum Templiner Stadtsee welchen man auf einem etwa 12 Kilometer langen Rundweg umwandern kann. Was wir dann auch taten und hier unseren einzigen Regenschauer erlebten. Der Weg unter den Buchen und Eichen entlang lohnt sich wirklich, denn auf der von der Stadt abgewandten Seite hat man einen herrlichen Blick über den See mit Wiesen im Rücken. Am Ende des Rundweges gibt es dann eine lustige Garteneisenbahn mit Knopf zum losfahren lassen *g*

Am zweiten Tag machten wir uns dann mit geliehenen Rädern auf den Weg über Boitzenburg um den Schumellensee und durch die Felder zurück nach Wichmannsdorf. Der Weg führte zuerst durch eine herrliche Sumpf-Seen-Wald Landschaft bis nach Boitzenburg wo man eine alte, meterdicke Eiche bestaunen kann die ihre verbliebenen Äste in den Himmel reckt. Fast genauso alt scheinen die roten Backsteinmauern der Boitzenburger Klosterruine zwischen den Eichen hindurch. Im Sommer gibt es hier eine kleine Freilichbühne auf der jährlich wechselnde Stücke gespielt werden. Dieses Jahr war Robin Hood dran im letzten Jahr waren es die drei Musketiere und nächstes Jahr steht wohl die Arthus Sage auf dem Plan. Das Schloß nebst Schokoladenmanufaktur und Park sind auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Hinter Boitzenburg liegt der Schumellensee mit dem Ungleichen Paar aus zwei verwachsenen Eichen und Buchen und einer idyllischen Badestelle. Überhaupt gibt es an fast jedem See Badestellen mit Steg und Sprungturm *g* Der darauf folgende Weg ist etwas problematisch, zumindest wenn man dem Wegweiser folgt, denn er führt über reichlich umgestürzte Bäume und scheint nicht mehr gepflegt zu werden, man sollte also lieber dem ausgetretenen Pfad folgen.

Der Abend führte uns nochmal nach Templin wo zwischen 21 und 0 Uhr die Wasserspiele stattfanden. Zu unserer Enttäuschung waren es eher Lichtspiele die den Part um das MKC in Templin in eine mystische Welt verwandelten. Dazu gab es Schattenspiele und verschiedene andere Theater Darbietungen der Theatergruppe Anu. Neben langsamen Lichtertanz zwischen drehenden Kerzenmobiles gab es Mond klauende Stelzenläufer und Schattenhafte Königsmärchen. Sehr schön aber leider viel zu teuer.

Tag Nummer drei führte uns nach Thomsdorf. Hier beginnt auf das Touristisch besser erschloßene Gebiet und man trifft öfter auf andere Menschen als im Boitzenburger Land. Wir machten uns hier auf den Weg zur Krüseliner Mühle und umrundeten dann den Krüseliner See auf der gut ausgeschilderten Route. Im Gegensatz zum Menschenleeren Boitzenburger Land fand man hier jedoch wenig Rastmöglichkeiten und die Wege waren zugleich Forstwege und es ist somit insgesamt weniger idyllisch aber dennoch ruhig. Am Abend besuchten wir dann noch das oben erwähnte Freiluft Theater in Boitzenburg. Mit Einbruch der Dämmerung und der untergehenden Sonne verwandelte sich die Bühne in einen zauberhaften Spielort für das Stück im Sherwood Forest. Die Karten sind mit 18 Euro recht teuer aber auf jeden Fall sind sie es wert.

Damit war der Urlaub auch fast schon wieder vorüber, auf dem Rückweg machten wir noch im Naturpark Blumberger Mühle bei Angermünde halt. Hier hat der NABU eine umfangreiche Ausstellung über natürliche Lebensräume im Allgemeinen und über die Seenlandschaft Norddeutschlands im speziellen eingerichtet die (oh Wunder) mal nichts kostet. Um das Ausstellungsgebäuder herum findet sich eine begehbare Landschaft mit Lehrpfad und Spielmöglichkeiten für Kinder die allerdings am Ende doch etwas öde und fast lieblos wirkte, hier hätte ich noch mehr erwartet.

Vier Tage sind auf jeden Fall zu wenig um alles zu sehen und alle Seen zu umrunden, aber die Gegend ist auch sehr für einen Ausflug wie den unseren geeignet. Neben Ferienwohnungen die leider schlecht im Internet zu finden sind gibt es Zeltplätze (der bei Thomsdorf sah im übrigen ganz annehmbar aus) und in den Städten auch Hotels.


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