Im Wasapark Radebeul hat im Mai diesen Jahres ein Museum zum Leben in der DDR eröffnet. Im Erdgeschoß des ehemaligen Bürogebäudes im Plattenbaustil finden sich auf hochglanz polierte Trabis, Wartburgs und Mopeds. Die Tropfenförmigen Wohnwagen riechen modrig und beim Anblick der vielen ‘verschiedenen’ Trabis staunt man schon fast über die gebotene Vielfalt.

In den oberen Etagen gibt es Ausstellungen zum Arbeitsleben, eine Werkstatt mit reichlich Nacktpostern und staubige Büros mit gestapelten Akten. Am Ende dann erwartet einen ein Konsum mit orginal Konserven von vor der Wende. Kurz vor uns laufen ein paar Leute durch die Räume und knipsen wie verrückt die Ausstellungsstücke mit der kleinen Digitalkamera. Weiter oben noch im inzwischen vierten Stock werden schließlich Alltagsgegenstände ausgestellt. Von Musik über Fahrrad und Sportboot bis zu Küche mit Multiboy und RG (Rührgerät) ist eigentlich alles zu finden was sich vor gut 16 Jahren noch in jedem Haushalt befunden hat.

Bei alledem ließ ein, “das hatten wir auch”, Effekt nicht lange auf sich warten. Alles in allem hält sich die Ausstellung jedoch bedeckt, das ewige schwarz und weiß Malen der DDR bleibt aus. Es ist eine nostalgische und durchaus sehenswerte Ausstellung. Dennoch stelle ich mir die Frage ob eine Ausstellung auf 3.000 qm mit 20 Jahre alten Westgütern in Köln oder Hamburg für die dortigen Einwohner ebenso interessant wäre. Denn ich wage zu behaupten das auch dort vertraute Formen zu finden wären ;)


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