Ich glaube ich leide unter einer seltenen Resistenz gegen Massenmedien, ich gehe lieber in ein Konzert als vor der Glotze das Elfmeterschießen zwischen Argentinien und Deutschland anzustarren und mit der deutschen Trikolore zu wedeln. Nun gut es ging also zusammen mit meinem Schatz (deren Idee es auch war) zur Wild Roses Crew in die Neustadt. Besser in die St. Pauli Ruine am Königsbrückerplatz. Das Publikum war wegen Fußball eher dünn und der Beginn wurde wegen des Spieles dann auch nach hinten verschoben, dafür aber um so angenehmer.

Es hatte den ganzen Tag geregnet, doch jetzt am Abend schien die Sonne noch einmal mit aller Kraft in das alte rote Backsteingemäuer und die Musik reichte von Gospel über Jazz bis hin zu rockigen Coversongs von Silly. Dabei hat die Wild Roses Crew einen ganz eigenen Stil entwickelt und hält sich nicht stur an die vorgegeben Muster der jeweiligen Musikrichtung. So verwandelte sich das melancholische “Bye bye” das man noch mit der rauchigen Tamara Danz im Kopf hat in eine lockere, emotionale Vision ohne dabei den Kontakt zum orginal zu verlieren.

Alles in allem ein sehr gelungener Sommerabend und sowohl Ort als auch Interpreten lohnen einen zweiten Besuch.


Kommentare