Langsam schieben sich die auf ihre Einkaufswagen gestützten Leiber durch die engen Gassen des Supermarktes und bleiben kopfschüttelnd, fast hilflos vor den Regalen stehen. Aus der Reihe neben an eine laute Unterhaltung über den Hubert der letzte Woche verstorben ist, nur 4 Wochen vor seinem 80ten und wieder stockt der Marsch zwischen den Regalen.

Schon in der Woche war mir aufgefallen das es in der Finsterwalder Innenstadt fast nur Menschen über 60 gab und ich schob es auf die Tageszeit, Kinder und Jugendliche gehören in die Schule und der Durchschnittserwachsene ins Büro. Aber ein Einkauf am Samstag ernüchtert. Auf der kurzen Fahrt eine Junge Frau im Alter um die 20 und zwei Mitvierziger in weißem Kittel die aus Pflegedienstautos steigen. Wohin man schaut werden die Haare lichter und grauer.

Zurück im Supermarkt, zurück in die Schlange an der Kasse. Da wo in Dresden Studenten und Schülerinnen die Waren über den Barcode Scanner zerren sitzen Frauen zwischen 50 und 60 in deren Gesichtern sich die Arbeit spiegelt. Die Arbeit und die Angst vor dem was nach dem schlecht bezahlten Aushilfsjob kommt.

Aber das ganze lässt sich leicht in Zahlen pressen, denn ein Altersdurchschnitt von 50 in einer 18.000 Seelenmetropole spricht Bände und ich fange an zu verstehen warum sich Ärtzte und Unternehmen sträuben aufs Land zu ziehen. Aber es gibt auch Lichtblicke, zumindest gibt es noch Kinderkleidung in den Läden und Frauen die Kinderwagen über den löchrigen Asphalt schaukeln.

So kommt mir ein Lied von Reinhard Mey, über eine junge Frau vom Lande in den Kopf die ihr Heil in der Stadt sucht:

... ja in der Stadt da ist was los, hier auf dem Land versumpfst de bloß ...

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