Das Zwillingsblog

Nerviges: Schafft man das denn?
geschrieben von: reaper, 29.12.2011

Ich glaub den nächsten der mich auf dem Parkplatz vorm Supermarkt allen ernstes fragt "Ui, Zwillinge? Schafft man das denn?" ersticke ich an Ort und Stelle, eigenhändig mit einer vollen Windel.

Natürlich schafft man das, die Frage ist so selten dämlich das man eigentlich antworten müsste: "Nein natürlich nicht, sehen sie nicht wie überfressen das eine und wie abgemagert das andere Kind ist weil wir vor lauter Stress nicht mehr wissen wen wir schon gefüttert haben."

Macht man natürlich nicht, irgendwie ist es schon ein Reflex zu antworten das alles schon irgendwie geht uns so. Man will ja nicht jammern und lügen will man auch nicht also eiert man rum obwohl man eigentlich herzhaft lachen sollte. So ist das nunmal mit dem Diktat von der glücklichen Jungfamilie.

Und die Wahrheit ist dabei nicht irgendwo in der Mitte sondern ganz klar: Ja man schafft es, genauso wie man ein einzelnes Kind groß zieht so kann man auch zwei zur gleichen Zeit versorgen. Vielleicht kostet es etwas mehr und länger Kraft.

Dabei glaube ich ja das Zwillinge sogar das große Glück haben das Zwillingseltern quasi gezwungen sind sich bei der Aufzucht des Nachwuchses auf pragmatische Ansätze zu verlassen, statt jeden modernen Scheiß mitzumachen den man heute machen muss um dem Nachwuchs den bestmöglichen Start zu ermöglichen und der Durchschnittseltern bereits an einem Kind verzweifeln lässt.

Flaschengeschichten - Teil 2 - Das Alchemielabor
geschrieben von: reaper, 14.11.2011

So jetzt war ja erst mal länger Pause, ich glaub wegen Wachstums und Entwicklungsschüben und so Sachen. Aber zurück zum Thema die Wahl der Flaschen und die Menge hatte ich ja schon angesprochen aber leere Flaschen machen weder Zwillinge noch Einlinge satt.

Auf unserem Küchentisch sieht es inzwischen aus wie in einem Alchemielabor und am Schrank hängt noch aus der Anfangszeit ein Zettel mit den Requisiten. Eine Thermoskanne mit heißem abgekochten Wasser, zwei Flaschen (240ml) abgekochtes altes Wasser, zwei Flachen (240ml) kalter Fencheltee und zwei verschiedenfarbige Kunstofftüme mit Milchpulver und eine Flasche Lefax.

Letzteres braucht sicher nicht jeder und ob der Tee nun gegens Bauchweh geholfen hat / hilft wissen wir bis heute noch nicht. Wichtig sind auf jeden Fall das heiße und das kalte Wasser. Jedes Mal frisch zu kochen dauert einfach viel zu lange und ist dazu noch pure Energieverschwendung denn sprudelnd heißes Wasser braucht man pro Flasche maximal ein 40ml. Einmal abgekocht kann man in unseren Augen das Wasser aber getrost den Tag über verwenden. Mit den 4 Flaschen abgekühlten Wasser / Tee kommt man aber ganz gut über den Tag oder durch die Nacht.

Die Kunstofftürme schimpfen sich Milchpulverportionierer und sind eigentlich nichts weiter als kleine übereinander schraubbare Plastikbecher mit einer Kappe die Spitz zuläuft damit das Pulver besser in die Flasche fluppt. Alles zusammen Spülmaschinenfest leicht und unglaublich hilfreich. Statt bei jeder Malzeit (und das sind bei Zwillingen nunmal gern 12 pro Tag) jeden Löffel Pulver einzeln zu zählen nur noch Deckel auf und Pulver rein. Das spart Zeit und Nerven. Wenn die Bälger dann am Abend im Bett sind kann man in aller Ruhe nachfüllen. Im Einsatz haben wir insgesamt 27 von den Bechern, das reicht also im Zweifel für 2 ganze Tage.

Netter Nebennutzern der Becher ist der leichtere Transport von Pulver für unterwegs. Einfach ein paar Becher abschrauben und ab in die Wickeltasche.

Flohmärkte
geschrieben von: reaper, 10.09.2011

Eine Nachbarin hatte uns den Tipp gegeben das gleich um die Ecke inder Ev. Freik. Gemeinde auf der Birkenhainer Straße zweimal im Jahr ein Kinderflohmarkt stattfindet. Nun bin ich eigentlich nicht so der Flohmarktgänger aber wenn man schon den guten Rat bekommt das es sich lohnen könne sind wir mal mit unseren zwei schlafenden Mäusen im Tuch dahin gepilgert. Und ich muss sagen es hat sich auf jeden Fall gelohnt, wir haben einige Sachen die wir für den Winter brauchen gefunden und richtig wenig Geld dafür ausgegeben.

Es lohnt sich also sicher für alle Eltern, egal ob Zwillings- oder Einlingseltern Kinderflohmärkte zu besuchen. Auf jeden Fall daheim lassen sollte man den Zwillingswaagen, denn Platz dürfte dafür in der Regel nur wenig sein und schon normale Buggys zwischen den Tischen sind echt nervig.

Für Dresden gibt es übrigens die Seite Kinderflohmarkt Dresden mit aktuellen Flohmarktterminen und auf der Seite Kinderflohmärkte gibts eine bundesweite Auflistung.

Flaschengeschichten
geschrieben von: reaper, 06.09.2011

Können die Kinder nicht gestillt werden oder reicht die Milch der Mutter nicht für beide Kinder aus stellt sich früher oder später die Flaschenfrage. Die Flaschen unterscheiden sich primär in den zugehörigen Saugern die je nach System etwas anders aussehen und allesamt das beste für die Kinder sind.

Wir haben uns nicht zuletzt aufgrund einiger bereits vorher geliehener Flaschen und dem Rat unserer Hebamme für Glasflaschen aus dem NUK First Choice System entschieden. Die Sauger sind wohl der mütterlichen Brust nachempfunden was  bei teilweise gestillten Kindern einer Saugverwirrung vorbeugen soll. Neben der Frage nach der Marke stellt sich noch die Frage nach dem Material der Flaschen, hier haben wir uns ohne lange zu überlegen grundsätzlich für Glasflaschen entschieden. Die haben zwar den Nachteil des Gewichtes und mögen Stürze auch weniger haben aber sonst nur Vorteile.

Für unterwegs haben wir einige gratis Kunstoffflaschen und daher den Vergleich: Glas lässt sich wesentlich besser reinigen und setzt nicht so schnell Beläge an wie Kunststoff. Lässt man mal versehentlich einen Tee zwei Tage in der Kunstoffflasche stinkt die Brühe bereits erbärmlich während sich in der Glasflasche höchstens ein paar Krümel auf dem Boden absetzen. Wohlgemerkt beide Flaschen waren gleich gespült und sterilisiert.

Sauberkeit ist auf jeden Fall so eine Sache. Nach Möglichkeit sollen Flaschen nach jedem Gebrauch, heiß gespült und sterilisiert werden. Das ist auf jeden Fall wichtig denn die Milchreste bieten Keimen einen perfekten Nährboden. Nun ist es aber ein ziemlicher Aufwand mit 2 Kindern immer jedesmal die Flasche zu reinigen (Heißt mit Spülmittel auswaschen, mit klarem Wasser ausspülen, sterilisieren), wir haben da den Kompromiss geschlossen und uns gleich 10 Flaschen zugelegt, nach der Benutzung landen die Flaschen in einem Wasserbad mit bissel Spülmittel und werden dann am Stück ordentlich abgespült und in die Mikrowelle verfrachtet. Das ist vielleicht nicht das Optimum an Reinlichkeit aber ein Fairer Kompromiss zwischen Hygiene und Stress.

Beim sterilisieren haben wir uns für die Mikrowelle entschieden. Es gibt wohl noch Leute die ihre Flaschen im Kochtopf desinfizieren aber das dürfte vom Energieverbrauch wohl das dümmste sein was man machen kann. Für ein Standgerät fehlt in unserer Küche irgendwie der Platz, von daher haben wir uns für das sterilisieren in der Mikrowelle entschieden. Die Mikrowelle verdampft das Wasser im Sterilisator und der Wasserdampf tötet dann die Keime auf den Flaschen ab. Wir hatten zuerst einen No-Name Sterilisator für 3 Flaschen und haben uns dann der Effizienz wegen noch einen zweiten von NUK für 4 Flaschen dazu geholt. Leider sind die Dinger inklusive Flaschen nach der Sterilisation erstmal ziemlich heiß, so dass man erstmal warten muss, daher sind zwei Geräte von Vorteil. Sowohl No-Name als auch original NUK haben uns keine Probleme bereitet. Beide jedoch passen gerade so in die Mikrowelle hinein, bei kleinen Geräten sollte man also vorher messen.

Zwillinge - doppelt so schön & halb so schlimm
geschrieben von: reaper, 31.08.2011

Ich bin ja im allgemeinen kein Fan von Ratgebern, aber wenn man auf eine Situation zu taumelt auf die man so gar nicht vorbereitet ist und zu der man nur dürftigen Rat von Familie und Freunden bekommen kann dann hilft es manchmal schon sich an ein Stück Papier zu klammern.

Von den drei Ratgebern zum Thema Zwillinge die uns in die Finger gekommen sind ist "Zwillinge - doppelt so schön & halb so schlimm" das brauchbarste und hilfreichste. Die Autorin ist selbst Mutter von Zwillingen und schreibt daher aus eigener Erfahrung. Das Buch deckt alle Themen von Schwangerschaft über die Geburt bis zur Aufzucht der Kinder ab. Die Kapitel sind gut strukturiert und die Inhalte nicht zu trocken aufbereitet.

Immer wieder finden sich Erfahrungsberichte anderer Zwillingseltern, das gibt einem spätestens dann Kraft wenn man selbst in einer blöden Situation steckt und liest das es anderen genauso ergangen ist. Im Gegensatz zu anderen Büchern ist "Zwillinge - doppelt so schön & halb so schlimm" ein eher ehrliches Buch das die anstrengenden Seiten einer Zwillingselternschaft nicht schönredet aber dennoch mit guten Tipps aufwarten kann.

 

Zwillinge - Ein Grund zu bloggen
geschrieben von: reaper, 31.08.2011

Ich denke doch schon. Auch wenn in letzter Zeit infaltionär viele Doppelkinderwaagen über den Ladentisch gehen sind Zwillinge doch etwas besonders. Stöhnen schon Eltern von Einzelkindern über Schlafmangel, Freizeitverlust und veränderte Lebensumstände so haben Zwillingseltern doppelt so viele Gründe die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen. Aber, und das finde ich ebenso wichtig, auch doppelt soviel Lachen und Freude über die Fortschritte des Nachwuchses.

Gute Ratschläge findet man dabei mehr als genug von anderen Eltern, eigenen Eltern oder deren Eltern aber so richtig verstehen was es heißt zwei Kinder auf einmal zu haben können die wenigsten. So ist mancher Ratschlag zwar gut gemeint aber einfach nicht umzusetzen weil einem Arme, Hände und Füße dazu fehlen.

Als noch frischer Zwillingsvater will ich an dieser Stelle versuchen zumindest einige der Ideen und Lösungen die wir als gut oder auch weniger gut befunden haben zu dokumentieren. Kommentare und Hinweise sind dabei natürlich jederzeit willkommen.

tags: zwillinge
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