reapers blog

Wer war das eigentlich
reaper, 21.06.2009

Ja genau, wer ist denn nun eigentlich dieses doofe Kind mit dem keiner spielen will? Sein Name ist Jörg Tauss und er ist gerade aus der SPD ausgetreten (verständlich) weil die dem Kipo-Sperrseiten Gesetz der CDU zugestimmt hat und will jetzt in die Piratenpartei eintreten. Damit bekämen die dann quasi noch vor der Wahl ein Mandat im Bundestag. Ein Held könnte man sagen, aber halt, was genau ist denn die politische Agenda von Jörg Tauss. Redblog hat mal nachgeschlagen und bringt klassisches neoliberales Gewäsch zum Vorschein:

  • Verlängerung Kosovo-Einsatz: dafür
  • Anbauverbot von Genmais: dagegen
  • Bahnprivatisierung: dafür

Also wieder aus der Traum vom neuen Volkshelden oder sollte man gehässig sagen, ein echter Pirat, weil sozial kennt das Parteiprogramm der Piratenpartei ja im wesentlichen von sozialen Netzen und als Folge freien Kopierens.

tags: politics cynics via: redblog.twoday.net... bunix.de...
Kommentare
comment by: Stefan ( http://www.nrtm.de / 2009-06-21 21:22:46)
Nunja, man kann sowohl von der Person, als auch vom Parteienwechsel des Herrn Tauss denken was man will, seine politische Einstellung (über Politik wird ja in letzter Zeit sowieso am liebsten gestritten) empfinde ich persönlich aber eher als positiv. Verlängerung des Kosovo-Einsatzes - nagut, ein echter Makel auf der "weißen" Weste. Ich bin gegen jedweder Genmanipulierte Nahrungsmittel, aufgrund des mangelnden Wissens über Spätfolgen. Naja und wir leben nun mal im Kapitalismus...
Mir widerstrebt der Gedanke die Worte Politiker und Held in einem Atemzug zu nennen. Ich sehe ihn, wenn überhaut eher als eine Märtyrerfigur die am Pranger von Kinderpornografie, Datenschutz und Überwachtungsstaat geopfert wird.
comment by: reaper ( http://bunix.de / 2009-06-22 08:34:03)
Na ein Märtyrer ist ja in gewisser Weise auch ein Held oder? Schließlich stirbt er glorreich für seine Sache. Zu den ausgewählten Abstimmungen oben, schau dir mal die ganze Liste an, der Herr Tauss ist nämlich in Sachen Sozial- und Kriegspolitik immer fein auf Regierungs Linie gewesen.

Ich hab ja auch erst gedacht: "Respekt, endlich mal einer der den Scheiß hinschmeißt." Aber wenn man eben schaut was er in seiner Karriere so unterstützt hat.
comment by: KurtMelnik ( http://blauerbueffel.mueller394.de / 2009-06-23 19:43:06)
Der Herr ist ein extremes Beispiel dafür, dass Leute die in Sachen Datenschutz sympathisch sind, nicht unbedingt links sein müssen.
comment by: Stefan ( http://www.nrtm.de / 2009-07-03 06:56:31)
Bei aller Liebe für die Sache sollte man eines nicht vergessen: Der Mann übt einen Beruf aus. Das soll heißen, das er wie jeder andere Politiker auch, in seiner Partei eine Art "Spezialist" ist/war, er sich also ganz besonders in einem Gebiet ausgekannt hat und dieses in seiner Partei nach seinen Vorstellungen vertreten hat. Mit allem anderen geht man eigentlich immer Parteikonform, deswegen ist man ja in so einer verinigung und nicht "Selbstständiger Politiker". Man kann von einem einzelnen Menschen nciht verlangen, sich in allen politischen belangen auszukennen geschweige denn daraus acuh noch einen eigenen Standpunkt zu vertreten. Ein Klempner zieht auch keine Mauern hoch, auch wenn das zum Hausbau notwendig ist.
comment by: reaper ( http://bunix.de / 2009-07-03 13:56:41)
Naja dann ist aber die Frage warum jemand Mitglied einer Partei ist die sich soziales Handeln auf die Fahne geschrieben hat und dann wegen des eigenen Expertenthemas Datenschutz aus dieser aussteigt.

GG Art. 38(1) spricht schließlich zum Thema Abgeordnete: Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Das ist in meinen Augen ganz allgemein ein Widerspruch zu Dingen wie Fraktionszwang und Parteiprogrammen. Auch wenn man kein Experte in Punkto Außenpolitik bin sollte man sich als Politiker eine Meinung zu den Themen bilden und diese vertreten. Typischerweise wird das dann die Linie meiner Partei sein (oder ich bin da falsch) oder sich überlegen ob man nicht in einer anderen Partei besser aufgehoben ist.

Stimme ich also immer mit meiner Partei überein, dann vertrete ich diese Meinung entweder mit meinem Gewissen oder ich bin ein verlogener Hund. Was in diesem Fall und meinen Ansichten auf das selbe hinausläuft.

In diesem Kontext ist also das handeln von Herrn Tauss eigentlich zu begrüßen, dennoch sollte man sich scharf überlegen ihn dafür zum Helden zu stilisieren während sein allgemeines Abstimmungsverhalten klassische kaptil- / imperialistisch ist.
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