reapers blog
reaper, 21.06.2009
Ja genau, wer ist denn nun eigentlich dieses doofe Kind mit dem keiner spielen will? Sein Name ist Jörg Tauss und er ist gerade aus der SPD ausgetreten (verständlich) weil die dem Kipo-Sperrseiten Gesetz der CDU zugestimmt hat und will jetzt in die Piratenpartei eintreten. Damit bekämen die dann quasi noch vor der Wahl ein Mandat im Bundestag. Ein Held könnte man sagen, aber halt, was genau ist denn die politische Agenda von Jörg Tauss. Redblog hat mal nachgeschlagen und bringt klassisches neoliberales Gewäsch zum Vorschein:
- Verlängerung Kosovo-Einsatz: dafür
- Anbauverbot von Genmais: dagegen
- Bahnprivatisierung: dafür
Also wieder aus der Traum vom neuen Volkshelden oder sollte man gehässig sagen, ein echter Pirat, weil sozial kennt das Parteiprogramm der Piratenpartei ja im wesentlichen von sozialen Netzen und als Folge freien Kopierens.
tags: politics cynics via: redblog.twoday.net... bunix.de...Mir widerstrebt der Gedanke die Worte Politiker und Held in einem Atemzug zu nennen. Ich sehe ihn, wenn überhaut eher als eine Märtyrerfigur die am Pranger von Kinderpornografie, Datenschutz und Überwachtungsstaat geopfert wird.
Ich hab ja auch erst gedacht: "Respekt, endlich mal einer der den Scheiß hinschmeißt." Aber wenn man eben schaut was er in seiner Karriere so unterstützt hat.
GG Art. 38(1) spricht schließlich zum Thema Abgeordnete: Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
Das ist in meinen Augen ganz allgemein ein Widerspruch zu Dingen wie Fraktionszwang und Parteiprogrammen. Auch wenn man kein Experte in Punkto Außenpolitik bin sollte man sich als Politiker eine Meinung zu den Themen bilden und diese vertreten. Typischerweise wird das dann die Linie meiner Partei sein (oder ich bin da falsch) oder sich überlegen ob man nicht in einer anderen Partei besser aufgehoben ist.
Stimme ich also immer mit meiner Partei überein, dann vertrete ich diese Meinung entweder mit meinem Gewissen oder ich bin ein verlogener Hund. Was in diesem Fall und meinen Ansichten auf das selbe hinausläuft.
In diesem Kontext ist also das handeln von Herrn Tauss eigentlich zu begrüßen, dennoch sollte man sich scharf überlegen ihn dafür zum Helden zu stilisieren während sein allgemeines Abstimmungsverhalten klassische kaptil- / imperialistisch ist.




