reapers blog

Die Waffen des Klugscheißer
reaper, 24.08.2010

Das Los des Klugscheißers ist schon kein einfaches, allgemein ist er verrufen, keiner mag ihn hören oder seine geistigen Ergüsse lesen. Dabei hat er doch so viel zu sagen und muss hilflos mit ansehen wie alle anderen in ihr Verderben rennen. Dabei verschließt er vor Schreck so fest die Augen das er gar nicht mehr sieht das die anderen auch überleben, das sie gar nicht alles falsch machen und das seine Sorge völlig überflüssig gewesen ist.

Doch in unserer modernen Gesellschaft hat er seine Waffen gefunden, einen Grund sich Gehör zu verschaffen, ein Argument das keiner verneinen kann. Und das allerbeste es ist sogar in unserer Verfassung verankert: Die Meinungsfreiheit. Ja ein jeder darf seine Meinung sagen, vielerorts wird sogar geklagt das zu wenige ihre Meinung sagen. Eine fatale Waffe in den falschen Händen, ist doch die Meinung eines jeden gleich viel wert, gilt es doch als unschicklich sie nicht zu achten.

Doch liebe Klugscheißer da draußen, seine Meinung sagen zu dürfen, bedeutet nicht sie sagen zu müssen. Seine Meinung nicht zu sagen bedeutet nicht das sie falsch ist, oder das man sie geheim halten muss, aber es gibt Situationen da ist sie einfach fehl am Platze. Manchmal da ist es ratsam zu überlegen ob die eigene Meinung den anderen interessiert und ob die eigene Meinung dem anderen weiterhilft. Ob die eigene Meinung eine Situation verkompliziert, das Gegenüber in innere Konflikte bringt, oder gar verletzt.

Jede Meinung sollte respektiert werden, aber zu diesem Respekt gehört es auch zu entscheiden ob die eigene Meinung wirklich etwas zur Verbesserung der Situation beitragen kann. So als Beispiel: Wenn jemand gerade einen Kuchen bäckt von dem man nie essen wird, dann interessiert es einfach nicht ob man die Sorte Kuchen mag oder nicht.

tags: cynics society reallife

Es brennt mir schon eine Weile auf der Zunge und immer wenn ich so Blog, oder Foreneinträge lese in denen es um Rollenspieltheorie geht stellt sich mir die Frage wozu man das überhaupt braucht.

Ich meine jetzt nicht die mehr oder weniger komplexen Regelwerke und Spielweltbeschreibungen oder Ratschläge wie man in bestimmten Situationen des Rollenspiel reagieren kann, wie man Stimmung aufbaut oder Spieler entlohnt. Was ich meine sind große Blasen von Erklärungen wie man besseres Rollenspiel macht. Wenn ich lese das da ein Rollenspieler den Spielern "die Funktionsweise und Mittel des cinematischen Spiels erläutern" will frage ich mich was der Zweck einer solchen Übung ist.

Ich persönlich glaube das Rollenspiel eine Herzenssache ist. Entweder man mag es und wächst hinein oder man mag es nicht, dann hilft auch das beste Lehrbuch nichts. Rollenspiel ist etwas für die Freizeit und Spaß zu haben und da finde ich es eher stressend und frustrierend wenn ich dabei auch noch beachten muss wie ich actionreich, wie ich erzählerisch oder cinematisch spiele.

So fällt mir beispielsweise bei manchen Cons auf, dass man bei der Rundenanmeldung umfangreiche Auswahlen zu Spielstilen findet. Ich finde das nicht grundsätzlich falsch aber teilweise verschwimmen die Begriffe und sorgen in meinen Augen eher für Verwirrung als für Aufklärung.

Ich zum beispiel bezeichne meine Kader 13 Abenteuer als cinematisch und actionreich, der Theoretiker jedoch würde mir die Bezeichnung cinematisch gar nicht erlauben da er dafür völlig andere Voraussetzungen sieht. Durch manche Rollenspiel Theorie entsteht einfach eine Komplexität die in meinen Augen gar nicht notwendig ist und vor allem nur zu enttäuschten Erwartungen führt.

Im Grunde soll jeder auf seine Art spielen und glücklich werden, aber ich finde es sehr traurig auf Zeitgenossen zu stoßen die mir den Spaß nehmen in dem sie mich darüber belehren wie ich zu meistern habe, welche tollen Techniken ich verwenden könnte und mir wissenschaftliche Vorträge darüber halten wie mein Rollenspiel besser werden kann.

Nichts gegen Ratschläge oder Kritik wenn man das Gefühl hat im Spiel benachteiligt worden zu sein oder wenn man eine Idee hat wie der Meister eine Situation in Zukunft schöner gestalten kann. Aber Rollenspiel ist etwas kreatives, persönliches und sollte vom Herzen kommen. Theoretische Abhandlungen töten zumindest bei mir die Lust am Spiel, denn ich will als Meister eine Geschichte erzählen die den Spielern Spaß macht und als Spieler in eine andere Welt abtauchen und Abenteuer erleben.

tags: rpg reallife

Es ist Sommer, es ist warm, wir haben einen grandiosen, schönen großen Balkon. Leider ist dieser mit Kunststoff überdacht, was bei einem lauen Regen angenehm ist verhindert allerdings auch effektiv das Grillen auf dem Balkon und bis in den Garten zu gehen und für zwei Menschlein zu grillen ist immer zu Aufwendig.

Ein Kollege brachte mich kürzlich auf die Idee eines Balkongrills. Dieser nennt sich Bruce und ist in verschiedenen Onlineshops für etwa 50 Euro zu kaufen. Der Preis hat mich zuerst abgeschreckt aber nun habe ich mir das gute Stück dann doch bestellt. Und heute kam er nun endlich an: "Bruce der Geländergrill".

Der Grill sieht im wesentlichen aus wie ein Blumenkasten aus schwarzem Metall und wird auch wie ein solcher am Geländer des Balkons befestigt. Im Kasten befindet sich eine separate verzinkte Feuerwanne damit man ihn leicht säubern kann. Insgesamt ist es eine stabile Konstruktion auch die Gefahr das die Würste in die Tiefe stürzen ist nicht wirklich gegeben. Der Rost liegt etwa zwei Zentimeter in der Wanne, so dass nichts versehentlich runter rollen kann.

Ein erster Test bescheinigt dem Grill eine gute Hitze, durch die schmalen Lüftungslöcher am Boden zieht der Grill gut Luft und wird schnell sehr heiß. Eine grandiose Erfindung, vom Platz her genau richtig für Zwei - Vier Personen.

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tags: reallife bbq
M.I.A. Born Free
reaper, 29.04.2010

Stephan hat das Video unter dem Titel Muntermacher gepostet, ich tagge es mal unter reallife denn soweit ist es vom Alltagsdenken gar nicht entfernt. Nicht unbedingt fürs Frühstück geeignet.

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Quelle: ROMAIN-GAVRAS on Vimeo.

tags: reallife via: umgebungsgedanken.momocat.de...
Willkommen in 2010
reaper, 01.01.2010

Jetzt ist mir auch klar warum gestern keiner meine Anzeige wegen nächtlicher Ruhestörung und der Verwendung von Feuerwerkskörpern entgegennehmen wollte. Muss wohl Silvester gewesen sein. Naja jetzt braucht man wieder neue Kalender, wenn man noch so altmodischen Kram aus Papier verwendet und darf sich neue Sachen für das neue Jahr vornehmen die man dann doch nicht einhält und die man schon hätte im November oder August in Angriff nehmen können.

Naja aber immerhin liegt Schnee und man muss den ganzen Dreck nicht sehen der da letzte Nacht in die Luft geballert wurde. Willkommen also im Jahr 2010 und 365 neuen Tagen um sich neue Ziele zu setzen, alte zu verwerfen, die Welt zu verändern oder zu resignieren, zu Jammern oder zu Ändern, dem Fahrplan zu folgen oder nach einer Abkürzung zu suchen.

Egal was ihr da draußen machen wollt, wichtig ist das ihr es tut!

tags: cynics reallife

Ob es nun wirklich nur an der Waldschlößchenbrücke liegt oder ob noch andere Faktoren mitspielen sei mal dahingestellt. Offiziell schließt aber das größte Programmkino in Dresden wegen der durch die Waldschlößchenbrücke zurückgegangenen Besucherzahlen.

Aufgrund meiner abgelegenen Lage war ich eher selten im Metropolis zu Gast aber dennoch ist es Schade, war es doch ein schönes modern eingerichtetes Kino in dem Mainstream und Alternatives Kino friedlich koexistierten. Wie lange das Kino geschlossen bleibt ist offen, klar ist aber das ein wenig benutztes Kino schneller verschleißt als ein regelmäßig gereinigtes.

tags: dresden media reallife
Chalkmobbing
reaper, 11.11.2009

Nach dem stark flüchtigen Flashmobbing kommt jetzt mit Chalkmobbing, so eine Kombination aus spontanem konspirativem Treffen und flüchtigem Graffiti.

Beim Chalkmob wird nun nicht mehr nur rumgehampelt wie beim Flashmob sondern mit Kreide auf den Boden gemalt. Sprüche und Bilder, also quasi Graffiti nur mit Kreide und somit theoretisch wasserlöslich. Ich persönlich bin mir ja nicht sicher ob jemand meine Sauklaue lesen oder meine Bilder interpretieren könnte aber ein Spaß ist es sicher. Unklar ist mir auch was das Ordnungsamt dazu sagt, ich erinnere mich nur an mit Wasserfarbe vor den Bahnhof gemalte Sprüche gegen Nazis und die prompte eine Anzeige.

Auf jeden Fall eine nette Idee und im Zweifel sind die Informationen eines Chalkmobs haltbarer und die Reichweite größer als beim normalen Flashmob. Ich bin ja mal gespannt auf die Bilder und das Feedback. Stattfinden soll der Spaß in Dresden am 14.November ab 14 Uhr auf der Prager Straße.

tags: demo dresden reallife politics

Bei coloradio ist jetzt eine Online-Petition für den Erhalt der freien Radios, in Sachsen geschaltet. Angesichts der platt geschliffenen Medienlandschaft und der miserablen Qualität des öffentlichen Rundfunks sind die freien Radios trotz ihrer Beschränkten Sendezeit und Reichweite einer der wenigen Lichtblicke in der heutigen Medienlandschaft.

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tags: dresden media reallife
Die Mauer ist weg...
reaper, 10.11.2009

... und das Fernsehen war voll mit lachenden, glücklichen Menschen. Es wurden all die interviewt die vor 20 Jahren direkt ihre Fresse in die Kamera gehalten haben und natürlich sind alle glücklich. Manchmal frag ich mich ob nur ich leere Fabrikhallen, verwaiste Schulen und Schlagen vor Ämtern sehe, die es vor 20 Jahren noch gar nicht gab.

Sicher ich will weder die Mauer zurück noch will ich Teil eines totalitären Staates sein, aber die Dämonisierung der DDR und die Glorifizierung des vereinigten Deutschlands das sind zwei Extreme, mit denen ich mich einfach nicht identifizieren kann. Es wird immer kritischer Umgang mit der DDR gefordert, aber nie höre ich etwas von einem kritischen Umgang mit der Wende und ihren Folgen.

Was mir auch bei der ganzen Feierei unklar bleibt, wenn wir doch jetzt so ein einiges Vaterland sind, warum definiert sich Deutschland immer noch über Ost-West-Vergleiche? Warum also schreien wir auf wenn unsere abgegebene Souveränität entscheidet im Westen die Infrastruktur zu sanieren, wir sind doch ein Volk?!

tags: deutschland reallife politics
Gestern im Fressnapf
reaper, 08.11.2009

So aus dem Gedächtnis habe ich noch den Dialog einer Familie am Kleintier Gehege:

Kind: Die sind so süß, ich möchte so einen kleinen.
Mutter: Aber die bleiben gar nicht so klein.
Kind: Oh ja, der kleine schwarze ist so süß.
Vater: Und wo soll der dann hin.
Mutter: Na auf den Fußboden oder auf den Schreibtisch.
Vater: Auf den Schreibtisch? Da ist doch gar kein Platz.
Mutter: Da räumen wir das weg, das braucht doch eh keiner.


Und ich fühl mich schlecht, hab ich mich doch zusammengerissen die Familie an zu sprechen. Haustiere sind keine Wegwerfartikel die man einfach so nebenbei kauft. Abgesehen davon das in Tierheimen und Pflegestellen dutzende Kleintieren auf eine Vermittlung warten sollte der Weg zum Kauf eines Tieres erst passieren wenn alles geklärt ist. Also wer kümmert sich darum, wo kommt der Stall hin, wie groß muss der Stall sein, was für ein Tier will ich und was für Ansprüche hat das Tier.

Ja, so im gehen sah ich nur noch die Familie, mit Waagen, Stall und Kleinkram drauf und ich denke mal einem kleinen Hasen. Wobei die Betonung auf einem Hasen liegt, man sollte die kleinen Gesellen nicht allein halten, oder kann sich jemand vorstellen allein unter Hasen zu leben? Zur Kommunikation und zum sozialen Kontakt brauchen auch Kleintiere einen Partner und zwar von der selben Art. Auch wenn sie beide klein sind und sich nicht umbringen, Hasen und Meerschweine können sich nicht verstehen.

Schande auf jeden Verkäufer der einzelne Tiere verkauft oder schlimmer noch Tiere unterschiedlicher Gattung und vielleicht gar nicht nachfragt wie das Tier leben wird. Und Schande auf mich das ich mal wieder nichts gesagt hab...

tags: reallife tierschutz
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