reapers blog

Durchgerungen...
geschrieben von: reaper, 30.04.2007

Ich bin ja nun seit Zwei Monaten Teil der pendelnden Arbeitsgesellschaft. Mein Weg führt mich jeden Tag von Dresden zur exedio nach Thiendorf. Das sind mit dem Auto etwa 20-30 Minuten über die Autobahn. Je nach Berufsverkehr und Ampelgnade eben mehr oder weniger.

Heute habe ich nun den Brückentag genutzt und statt Urlaub endlich den Weg per Rad in Angriff genommen und besiegt ;) Die Autobahn fällt aus Gründen der Mindestgeschwindigkeit aus ;) Und das Brausen der Autos wäre auch nicht sehr angenehm. Der Weg von mir aus führt mich also erstmal durch Dresden. Fröbelstraße runter über Bahnhof Mitte, dann über die Elbe mittels Marienbrücke überqueren. Weiter gings über Bahnhof Neustadt und die Hansastraße runter, oder besser hoch. Der Hellerberg ist bei meiner miserablen Konstitution schon ne kleine Herausforderung, aber auch ohne viel Training zu schaffen, nicht schnell aber zu schaffen ;)

Nach dem steilen Teil geht es noch ein ganzes Stück weiter den Berg hoch, aber weitaus entspannter. Eigentlich geht es immer geradeaus aus Dresden raus in Richtung Volkersdorf. In Volkersdorf zeigt die Straße mit aller Finesse das im Gegensatz zu bayrischer Propaganda Ostdeutsche Straßen nicht nur gut sind. Allgemein sind die Straßen zwischen den Orten eigentlich in Ordnung, aber im Ort zeigen sich deutlich die leeren Stadtkassen.

Der Ritt geht also durch Volkersdorf, weiter nach Bärnsdorf. Hinter Bärnsdorf gibt es sogar einen separaten Radweg der einen von der engen Straße fernhält. Viel Verkehr war aber ganz allgemein hier draussen nicht mehr. Wer aus Dresden raus muss nimmt eben die Autobahn ;) Von Bärsdorf geht es dann weiter nach Berbisdorf und von dort nach Radeburg. Am ersten Kreisverkehr geht es rechts und am zweiten einmal rum und nach ganz links ins Zentrum. Das Pflaster hier ist nicht gerade angenehm für den Verwöhnten Informatikerhintern aber es kommen ja wieder bessere Zeiten ;) Ein Stück hinter dem Markt geht es dann wieder rechts ab in Richtung Königsbrück. An dieser Stelle sind übrigens etwa drei viertel des Weges geschafft. Der Straße folgt man einfach und hinter der Autobahn fährt man direkt geradeaus weiter. Der Weg ist eine typische Betonplattenkonstruktion und ein wenig ruckelig aber dafür sehr wenig befahren. Alternativ kann man auch der Landstraße folgen und nach drei oder vier Kilometern in Richtung Döbra abbiegen, das ist allerdings ein ganzes Stück weiter und weniger schön.

Der schöne Weg führt also über die Holperplatten bis rechts Zschorna ausgeschildert ist. Hier folgt man der jetzt asphaltierten Straße und kommt kurz darauf am Großteich an. Die Straße führt genau zwischen Großteich und Breitteich entlang und man kann wunderbar das Biotop beobachten. Der Rest der Strecke ist einfach, ab Ende eines Sandweges landet man in Lötzschen und kurz darauf ist man in Thiendorf am Ziel. Die Strecke beträgt insgesamt etwa 40 Kilometer und mit meiner Konstitution hab ich ziemlich genau zwei Stunden gebraucht.

tags: reallife work

Extreme Programming - Das Manifest
geschrieben von: reaper, 25.02.2007

Im letzten Beitrag hatte ich ja schon das "Extreme Programming Manifest" erwähnt. Ich habe das Buch jetzt seit ein paar Tagen durchgelesen und muss ganz ehrlich sagen das dieses Buch in weiten Teilen deckungsgleich mit meine Vorstellung von Softwareentwicklung ist. Softwareentwicklung ist keine statischer, planbarer Prozess bei dem man am Anfang sagen kann wie ein System am Ende funktionieren soll. Man kann sich eine grobe Vorstellung machen, ein paar Ziele setzen aber der Versuch auf Basis eine Pflichtenheftes komplexe Systeme zu konzipieren ist meiner Ansicht nach zum Scheitern verurteilt.

Kent Beck, erläutert in seinem "Manifest" die Grundsätze von Extreme Programming. Dabei geht er genauso intensiv auf den Iterativen Entwicklungs- und Konzeptionsprozess ein, wie auf das Zusammenspiel von Teammitgliedern. Detailiert werden die verschiedenen Rollen wie Manager, Coach, Kunde und Entwickler differenziert. Dabei wird im Grunde nichts neues erfunden, vielmehr vergleicht Kent Beck die bestehenden und bekannten Rollen mit denen die es in einem XP Projekt geben sollte. Auch wenn das Buch stellenweise fast schon schwärmerisch von den Vorteilen des Extreme Programmings erzählt bleibt der Autor nicht der Warnung schuldig, dass XP in manchen Bereichen auch nicht anwendbar sein wird. So beschreibt er Situationen und Probleme die bei der Umstellung von "klassischer" Entwicklung auf XP passieren können.

Insgesamt rückt der Autor das Entwicklungsteam in den Mittelpunkt der Arbeit. Das interessante an dem Konzept ist die feste Integration aller Beteiligten in das Team. So werden Kunden, Manager und Entwickler nicht mehr getrennt sondern als "gleichberechtigte" Partner betrachtet. Kommunikation und Selbstverantwortung werden groß geschrieben und der Kunde ist nicht mehr einfach nur der König. Hier liegt meiner Meinung nach auch eine der größten Schwachstellen von XP. In der Theorie ist es sicher leicht zu sagen, das der Kunde sich dem Team anschließt und mit dem Entwicklern zusammenarbeitet, aber dazu ist die Voraussetzung das der Kunde das auch will und versteht warum er von seiner absoluten Position des "Zieldiktators" ablassen sollte.

Auch wenn man nicht mit allen Fakten von XP arbeiten will lohnt es sich das Buch zu studieren und die Ansätze aufzugreifen. Pair-Programming, Arbeitsraumgestaltung, Automatisierte Tests und iterative Entwicklung sind nicht auf XP beschränkt sondern sollten auch in "klassischen" Teams beachtet werden.

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Gedanken über Softwareentwicklung
geschrieben von: reaper, 17.02.2007

Ich bin jetzt noch reichlich eine Woche in meiner alten Firma und langsam sehe ich persönlich ein Ende im Berg von Arbeit auf meinem Tisch. Leider nicht wie ich gehofft hatte in der Form das der Berg beseitigt ist, sondern eher in der das Form das ich die Arbeit auf meine Nachfolger verteile.

Ich selbst hätte mir gewünscht die angebrochene Arbeit am neuen Shop noch fertig zu bringen, aber projektplanerische Defizite im Unternehmen verhinderten dies effektiv. Für die Firma ist dies zwar der verhältnismäßig ungünstigste Fall aber für mich selbst ist es sehr lehrreich, ich hoffe nur das meine mahnenden Worte nicht nur auf taube Ohren stoßen.

Lehrreich ist das ganze in der Hinsicht das ich mich immo mit ein paar liegengebliebenen Büchern beschäftige. Unter anderem auch das "Extreme Programming Manifest" von Kent Beck und meine alten Vorlesungsunterlagen aus der "Softwaretechnologie". Beim letzten Projekt, wurde ich quasi ins kalte Wasser geworfen, es gab ein Konzeptpapier, welches die Front-End Funktionen des Shops beschrieb und vom Kunden abgenommen war. Ich machte mich also daran die Funktionen zu listen, die Möglichkeiten auszuloten und erstellte für mich selbst ein Arbeitskonzept. Ich nahm mir die Zeit alles Objektorientiert anzugehen (auch wenn ich mit PHP arbeiten musste) und entwarf für die Grundfunktionen Klassen und Strukturen mit Hilfe von ArgoUML.

Soweit sogut, die zur Verfügung stehende Zeit war von Anfang an zu knapp und ich war etwa zwei Wochen später fertig als geplant, nicht gut, aber im Limit der Branche. Der Kunde hatte zuerst noch einige Änderungswünsche die schnell erledigt waren, aber auf diese Wünsche folgten neue Wünsche und Änderungen und Umbauten. Aus dem kleinen Shop für 100 Artikel wurde so schnell ein System mit mehr als 500 Produkten und einem Funktionsumfang auf den jede Eierlegende Wollmilchsau stolz wäre. Dazu zählen unter anderem:

  • frei konfigurierbare Produkte (Größe, Form, Farbe, etc.)
  • Bestellungen auf Rezept mit Abhängigkeiten von der Krankenkasse
  • Länderabhängige Preis- und Lieferkostenberechnung
  • Sonderangebote basierend auf den Produkten im Warenkorb

Alles individuell entwickelt, aber vorher nicht vorgesehen. Wenn ich heute an das Projekt rangehen würde, ich würde nicht mehr versuchen von vornherein alles zu planen, ich würde mir eine Skizze der Funktionen machen, eine grobe Roadmap aufstellen und die Struktur konzipieren. Dann würde ich einen Basisshop entwickeln, dem Kunden vorlegen und ihn zwingen diesen an den Start zu bringen. Erst dann wenn der Kunde das Basissystem abgenommen hat und dieses in der Produktion ist würde ich über die zusätzlichen Funktionen nachzudenken. Würde Funktion nach Funktion implementieren und testen, ich glaube dann würde der Shop heute besser funktionieren und ich könnte ihn mit besserem Gewissen an den nächsten übergeben.

Aber die Welt ist ungerecht, schöne Softwareentwicklung ist nicht mit kleinen Budgets zu machen und vor allem nicht mit Kunden die nicht bereit sind mit den Entwicklern zu kooperieren, sondern die ihre Wünsche und Vorstellungen diktieren wollen. Mein Fazit aus den 8 Monaten Arbeit: "Softwareentwicklung lebt von der Kommunikation und nicht vom langfristigen Abschätzen von Möglichkeiten. Letzteres kann helfen den groben Rahmen einen Projektes abzustecken, aber keiner von uns hat eine funktionierende Kristallkugel, zumindest ist bei meiner die Garantie abgelaufen."

Tool Driven Developement in PHP
geschrieben von: reaper, 12.07.2006

Nun ich habe ausgelernt, mir wurde alles nur mögliche Wissen vermittelt und ich bin nun bereit dieses ohne Rücksicht auf zukünftige Entwicklungen aufzunehmen. Gut ok, nicht wirklich ;) Jedenfalls bin ich bei fairnet (meinem neuen Arbeitgeber) damit beschäftigt ein komplexes Shopsystem in PHP zu konzipieren.

Dabei soll das System möglichst leicht erweiterbar und Objektorientiert konzipiert sein. Ersteres versteht sich von selbst und letzteres sollte ja eigentlich ersteres begünstigen. Nun ist es so das es für JAVA und auch C++ CASE-Tools wie Sand am Meer gibt, PHP aber doch eher die kleine Skriptsprache ist. Ich habe zwar schon einiges von der verbesserten OO-Implementierung der Zend Engine 2 gehört, allerdings noch keine Zeit gehabt mich näher damit zu beschäftigen. Nun, jetzt hatte ich sie und kam zu dem Entschluß der Idee meines Kollegen zu folgen und nach einem CASE-Tool für PHP ausschau zu halten.

Leider erstmal ohne Erfolg, die einzigen Tools die ordentliches Round-Trip-Engeneering bieten sind jedoch teuer und Closed Source. Erfreulicherweise haben sich aber im Team von ArgoUML einige Leute gefunden, welche ein Plugin für PHP, C++ und C# geschrieben haben. Dieses erlaubt einen Export von Klassendiagrammen in die o.g. Sprachen und auch ein nachträgliches bearbeiten in der Entwurfsansicht.

Dabei greift ArgoUML auf einen einfachen Trick zurück, der gesamte Nutzercode wird zwischen Kommentare geschrieben und bei einer Veränderung der Klassenstruktur nicht angetastet. Das ganze funnktioniert dabei so gut, dass ich es wohl nicht nur für das eine Projekt verwenden werde, so habe ich schon angefangen die Template Bibliothek zu redesignen und PHP5 / 4 tauglich zu machen.

Der generierte Code von ArgoUML ist sehr sauber und enthält direkt Kommentare im PHPDoc / JAVADoc Format, welche auch zu Doxygen kompatibel sein sollten. Durch den Export aus ArgoUML kann man auch sehr schön die Unterschiede zwischen den OO-Modellen von PHP 4 & 5 ersehen. Hatte PHP 4 noch nicht einmal Datenkapselung, geschweige denn Vererbungsabstraktion gibt es all das in PHP 5, so dass man beispielsweise seine Objekte auch nach dem Singleton Entwurfsmuster gestalten kann.

tags: work web

Prüfung
geschrieben von: reaper, 28.06.2006

Drei Jahre hab ich nun mit Berufsschule und -schülern gerungen. Mit wenig Geld volle Arbeit geleistet und verschieden schlechte und bessere Kurse besucht. Gestern nun durfte ich endlich meine betriebliche Projektarbeit: Schnittstelle zur Leistungsmessung von Skriptsprachen vor einer Prüfungskommision der IHK verteidigen. Und ganz ehrlich ich hatte so meine Sorgen das da drei Volldeppen sitzen, aber ich muss sagen das ich positiv überrascht war. Zwar waren die Blicke während ich den Beamer aufbaute (ja die IHK stellt den nicht) eher abweisend und gelangweilt aber im laufe der Präsentation zog meiner Ansicht nach so etwas wie Interesse in die müden Gesichter.

Nach der eigentlichen Präsentation (15 Minuten lang) musste ich für 5 Minuten vor der Tür warten und wurde dann zu einem sehr kurzen Fachgespräch gebeten. Die Fragen beschränkten sich jedoch auf die Benutzersicht von BenchIT und waren schnell beantwortet. Der Vorsitzende der Kommision tauschte noch kurz ein paar Blicke mit seinen Beisitzern und schickte mich dann erneut vor die Tür.

Wenige Minuten später wurde mir dann drinnen wieder sehr herzlich und freundlich gratuliert. Im Wortlaut war meine Belegarbeit: Sehr solide und interessant zu lesen und die Präsentation: Sehr gut strukturiert und informativ. Für mich hört sich das dann erstmal gut an. Das genaue Ergebniss wird dann erst offiziell von der IHK zugesandt so das ich noch nicht die genaue Note weiß :(

Zumindest ist damit meine Ausbildung damit zu Ende und es heißt für mich Abschied nehmen vom ZIH und damit auch von der aktiven Arbeit an BenchIT. Ein separater Artikel über BenchScript ist bereits in Arbeit ;)

tags: work reallife

Next Step
geschrieben von: reaper, 09.05.2006

Der nächste Schritt ist vollbracht, heute war der schriftliche Teil der Fachinformatiker Abschlußprüfung. Das ganze fand im Randgebiet von Dresden im Berufsförderungswerk statt. Beginn war um 8 und ich trudelte gegen 7 im Zielgebiet ein. Aus vorheriger Erkundung wusste ich bereits das es knapp um Parkplätze bestellt war, aber ich hatte die Berufsschüler einmal mehr unterschätzt.

Fahrgemeinschaften sind out und Autos tiefergelegt, der Sprit ist zum heulen teuer aber wenn in einem Auto mal mehr als eine Person anreist dann ist das schon einen Applaus wert. Nun ich habe auch noch Platz gefunden, ob fehlender Dusche und eineinhalb Stunden Busfahrt musste ja auch ich mit dem Auto kommen. Immerhin hab ich Hoffi (Mitazubi am ZIH) mitgenommen.

Vorweg, die Prüfung besteht aus drei Teilen, wobei der dritte aus 21 Multiple-Choice Fragen besteht und die anderen beiden aus je 6 Handlungsschritten, von denen man immer einen abwählen kann.

Die Prüfung ging dann auch pünktlich los, die Bögen wurden verteilt und auf der ersten Frageseite grinste einen ein Screenshot aus einem Access Formular an, welches eine Webseite darstellen sollte und in welche man die Usability Fehler finden sollte. Nun hätte man jetzt in der Schule mal was davon gehört... Naja ich will nicht klagen, mein Gehirn dürfte die Aufgabe gemeistert haben. Der Rest des ersten Handlungsschrittes drehte sich um Viren, Würmer und Phishing Mails (das war wohl der aktuelle teil der Prüfung :P)

Schritt 2 brachte nun eine Reihe von Access Screenshots mit sich, welche den Prototypen einer Webseite darstellen sollten, aus welchem man die Datenbank ableiten und skizzieren sollte. Nun auch nicht so schwer aber dann kam Schritt 3.

Im oberen Bereich der Seite prangten ein paar in UML notierte Klassen ohne jede Verbindung. Das war dort auch die Aufgbabe, abmalen und sinnvoll verbinden. Nun ich hab die Aufgabe gestrichen, denn das ist nicht der Sinn von UML das man Brocken nimmt und dann zusammenschustert, UML ist ein Entwurfstool und kein Baukasten!

Die restlichen drei Aufgaben stellten verschiedene Variationen von Fallauswahlen und Schleifen Kodierung in Struktogramm, PAP oder Pseudocode dar. Leider hab ich mich mit der Zeit vertan und in Schritt 2 und 4 mit dem Malen der Datenbank und eines Struktogramms zuviel Zeit vertrödelt, so das die restlichen zwei Aufgaben wohl oder über in Altgriechischen Pseudocode Glyphen endeten, die Prüfer mögen mir verzeihen und nicht alle Punkte streichen. Allgemein war jedoch ein lautes Murren über die zu knappe Zeit wahrzunehmen.

Teil Zwei der Prüfung war der allgemeine Teil, da war ein bisschen Netzwerk, ein bisschen Englisch Übersetzung, ein Datenbankentwurf (auf Basis eines Rechnungsvordrucks) und ein paar Fragen zur Bildschirmarbeitsplatzverordnung. Letzteres konnte man vollständig aus dem Handbuch abschreiben, so ich die Aufgaben nicht falsch verstanden habe. Den Abschluß bildete eine einfache Zuschlagskalkulation und zwei kurze Fragen nach Einzel- und Gemeinkosten.

Auf jeden Fall war die Zeit ausreichend, wenn nicht sogar reichlich bemessen. Somit ging ich in den dritten Teil und kreuzelte mich durch die Fragen. In der Mitte fand sich leider auch eine Gehaltsberechnung mit Vermögenswirksamen Leistungen, was mich etwas aus dem Konzept brachte, ich hoffe aber auf gnädige Prüfer und das sie die Folgefehler erkennen.

Somit ist nun der erste Große Abschnitt der Prüfungen abgehakt und am Montag geht meine Projektdokumentation zu BenchIT an die Prüfungskommision und am 27ten Juni ist die Präsentation.

tags: work reallife

Firmenkontaktmesse
geschrieben von: reaper, 26.04.2006

Gestern und Vorgestern fand im Hörsaalzentrum auf der Bergstraße die jährliche Bonding - Firmenkontaktmesse statt. Eigentlich ja nur eine Veranstaltung für Studenten und Absolventen habe ich mich dennoch unter die Leute gemischt um den einen oder anderen Vortrag anzuhören und das eine oder andere Gespräch zu führen.

Der Bedarf an Fachinformatikern hielt sich erwartungsgemäß in Grenzen, aber dennoch konnte ich einige Interessante Firmen kennenlernen und meiner Bewerbungsliste hinzufügen. Traurig war eigentlich im ersten Moment nur ein Gespräch bei dem ich die nette Dame am Stand erst davon überzeugen musste das in den Berufschulen nicht nur Dummköpfe und hoffnungslose Fälle dahinvegitieren. Aber schließlich konnte ich doch ein Lächeln in ihr Gesicht zaubern, schließlich bestätigen ja Ausnahmen die Regel.

Was sich in jedem Fall für mich bestätigt hat, ist das ich möglichst nicht ins Consulting Geschäft einsteigen will. Nicht das mich der Kontakt zum Kunden nicht reizen würde, es sind mehr die Krawatten, die Anzüge und das nicht immer ganz ehrliche Lächeln, aber auch das Arbeitsfeld und die -zeiten schrecken mich ab.

Da bleibe ich lieber im kleinen und arbeite nicht für einen der global Player ;) Nur leider haben die kleinen meist weniger Stellen zu vergeben als die Firmenmonster... But time will tell :)

tags: work reallife

3 Jahre Berufsschule - Ein Resumee
geschrieben von: reaper, 12.04.2006

Vor knapp drei Jahren habe ich das erste Mal mit gemischten Gefühlen die vier Etagen am Strehlener Platz erklommen und mich erstmal in die falsche Klasse gesetzt. Manchmal denke ich, ich hätte einfach dort in der Klasse des dritten Lehrjahres sitzen bleiben sollen und alles wäre schon vorbei. Doch wenn ich noch einmal richtig darüber nachdenke, dann wäre mir doch einiges entgangen und ich würde noch auf so manchem Vorurteil sitzen.

Richtig, wer kennt nicht die grausigen Geschichten über Berufsschüler die den ganzen Tag über rülpsen, saufen und an ihren tiefergelegten Autos rumschrauben. Zum ersten einen gute Nachricht, die Menge der Berufsschüler ist nicht rein hetereogen und dumm. Man kann wenn man so will recht einfach in "Nix-Raffer", "Nix-Raffen-Woller" und "Anderen" unterteilen, wobei letztere Gruppe sich noch nach ihren Motiven unterscheiden lässt: "Umschulung", "Studienabbruch", "Versehentlich nicht Studiert". Die Gruppe der "Anderen" zieht sich nach vollendetem Tag schnellstmöglich nach Hause zurück um sich dort von der Folter des Tages auszuruhen, während der Rest die Mixery Kiste aus dem Kofferraum holt und sich mit lautem "Bumm-Bumm" auf den Heimweg macht.

Ich möchte niemanden verurteilen, aber eben diese Schüler sind es die in der Öffentlichkeit das Bild des Berufsschülers prägen. Nur leider wirkt sich diese verbreitete Stimmung auf den gesamten Unterricht aus und es obliegt dem Lehrkörper das beste daraus zu machen. Unglücklicherweise finden sich nur relativ wenige darunter, welche dem Druck der Unwissenheit und dem mangelnden Wissensdrang stand halten. Die meisten knicken früher oder später ein.

Dabei unterscheiden sie sich dann eigentlich nur noch in der Art des Einknickens, so ließ sich ein besonderes Exemplar bereits auf 1000 Meter Entfernung am alkoholischen Geruch des Atems erkennen, während andere sich mit harter Rhetorik und schlechten Noten gegen die Schüler zur Wehr setzen. Aber auch das andere Extrem das nur noch gute Noten um des Klassenfriedens willen verteilen ist sicher nicht nur in einer Schule anzutreffen. In Ausnahmefällen jedoch trifft man auch Lehrkräfte an, welche sich mit ihrem Beruf identifizieren und sich darauf verstehen allen Schülern ein gewisses Gefühl von Zulänglichkeit zu vermitteln.

Denn auch der Lehrplan ist von Grund auf schlecht, oder zu einfach. Drei Jahre lang habe ich darauf gewartet etwas neues in der Schule zu lernen, aber alles was ich bekam waren kleine Brocken bereits bekannten Wissens die ich aufschnappen und daheim, für mich allein wieder verwerten konnte. Verwerten, das heißt ein Buch nehmen, Google bemühen und selbst ausprobieren. Ausnahmen bilden hier die "Nebenfächer" wie Deutsch und Sozialkunde, welche im Prinzip nach dem Abitur keinen Anspruch mehr auf Weiterbildung erheben können. Ebenso aus der Menge der Fächer in denen man nichts neues lernt ist Wirtschaft, wobei hier wiederum jeder mit sich selbst ausmachen muss welchen Nutzen es für die Ausbildung hat.

Auch wenn ich nicht glaube, das ich in naher Zukunft Preise kalkulieren und Bücher führen werde war dies doch das Fach, welches mich noch ein wenig motiviert hat nicht ständig krank zu sein. Denn der fachliche Teil, also alles was mit IT-Systemen und Programmierung war doch reichlich verkorkst. Meist hatte man das Gefühl in einer Produktschulung zu sitzen bei dem einem die Vorteile der monopolistischen Softwareentwicklung näher gebracht werden sollte. Highlights dieser Zeit waren wohl:

Rekursion ist etwas schlechtes, das darf man nicht verwenden!

Bei der Arbeit mit Visualstudio arbeitet man mit dsp, dsq und cpp!

Heute werden sie einen Deadlock erleben!

Leider müssen wir die Datenbank nach jedem Serverneustart neu einrichten, dazu klickt man auf Neue Datenbank erstellen!

Im hardwarenahen Bereich gab es leider auch nicht viel mehr Interessantes, zumal hier die Schwerpunkte auf dem abtippen von Assemblercode für eine Z80 Plattform, dem verdrahten von Telefonanlagen und der Installation von Windows lagen. Aber auch hier ein paar kurze Erinnerungen die mit diesen Fächern verbunden sind:

Du sollst doch das programmieren was an der Tafel steht!

Zum Thema Prozessoren findest du maximal Material für 20 Minuten Vortrag!

Linux, das kennen sie ja schon das brauchen wir nicht erst zu machen, wir installieren jetzt 2000 Server!

Ja das waren die Fächer der Schule und wie schon Eingangs erwähnt sind die Inhalte nicht schlecht konzipiert, nur schlecht umgesetzt, was aber zum Teil den lustlosen Schülern und zum Teil den resignierenden oder nicht pädagogisch geschulten Lehrkräften anzulasten ist. Und somit möchte ich mein Fazit noch mit einem Zitat schließen das die ganze Misere auf den Punkt bringt:

Schüler: Was sollen wir jetzt eigentlich genau machen?

Lehrer: Habt ihr etwa nicht zugehört? Ihr sollt spielen!

so long and thanks for all the wasted time !!!

tags: work reallife fun

Dokumentationen ala IHK
geschrieben von: reaper, 30.03.2006

Mein Abschlussprojekt kommt jetzt langsam aber sicher in die Endphase. Der Quellcode steht bis auf ein paar Messkerne und die ersten Seiten der Dokumentation sind bereits geschrieben und damit kommt dann auch schon das Dilemma. Laut den Vorschriften der IHK darf die Dokumentation (Projektbericht) selbst maximal 10 Seiten umfassen, dazu kommen dann noch maximal 7 Seiten Benutzerdokumentation (Handbuch) und maximal 30 Seiten Anhang. Von diesen 30 gehen natürlich schonmal die 7 für die Benutzerdokumentation ab ;)

Mein persönliches Problem dabei ist nun das mir 10 Seiten vorn und hinten nicht reichen. Ich hab noch keine Zeile zur Realisierung geschrieben, hab aber schon mehr als die Hälfte der Seiten verbraucht. Nun dachte ich ich könnte vielleicht von der Benutzerdokumentation ein paar Seiten übertragen um wenigstens die Messergebnisse diskutieren zu können. Aber die IHK hat da einen besseren Vorschlag:

f: Die Frage ist nun einfach inwiefern ich hier Seiten zwischen den beiden Dokumenten 'tauschen' darf.
ihk: Ein tauschen der Seitenanzahl ist nicht möglich, aber Sie können ja auch noch andere Anlagen (z. B. Messergebnisse) bringen.

Na da frag ich mich was das soll, ob es nun in der Dokumentation steht wie es sich gehört oder dann nochmal 5 Seiten im Anhang ausformulierter Text sind ist doch wohl egal. Nunja ich werde mal keinen Punktabzug riskieren und meine Dokumentation IHK-Wunschgemäß flach schreiben und den sinnvollen Inhalt in Anhänge verpacken. Dann ist da zwar 1/4 Doku und 3/4 Inhalt aber wenn es nicht anders gewünscht ist :P

tags: work reallife fun

(X)HTML - Kurs durchgestanden
geschrieben von: reaper, 16.02.2006

Den Montag und Dienstag verbrachte ich unter mehr oder weniger widrigen Umständen im Weiterbildungspool des ZIH. Grund dafür war der jährliche HTML-Kurs für den Ausbildungsverbund der Sächsischen Staatministerien. Eigentlich sollte man die Organisatoren mal kräftig durchschütteln ist doch HTML etwas das heute eigentlich schon vor einer Ausbildung zum Fachinformatiker bekannt sein sollte, nicht das es so furchtbar wichtig wäre es zu können, es sollte einfach keine Hürde darstellen.

Auf Nachfrage bestätigten mir dann zwei der Delinquenten das sie wohl noch gar nichts mit dem HTML anfangen könnten und sowas auch noch nie gesehen hätten. Also gut, da müssen dann eben alle durch den Urschleim durch. Wie ich dann aber doch feststellen konnte, war das auch gut so, denn auch wenn die Kinderchen schon die eine oder andere grellrote und grüne Seite in der Schule gehackt haben, von sauberem HTML hatten sie durch die Bank weg noch nichts gehört.

Besonders bedeutsam fand ich die zum Teil aufkommende Meinung:

Warum soll ich denn das unbedingt Validieren lassen, meine Homepage ist nur mit Tabellen gemacht und die kann man in jedem Browser anschauen, der Validator sagt aber das die nicht in Ordnung seie. Das ist doch ein Haufen unnützer Arbeit!

Bei einer solchen Einstellung wundert es mich dann mal wieder nicht wenn so viele IT-Projekte den Bach runter gehen und soviele qualifizierte Facharbeiter entlassen werden. Wie dem auch sei ich versuchte mit mittelmäßigem Erfolg an dieser Stelle zu erklären das die Mehrarbeit die man in die Entwicklung einer sauberen Seite steckt auf Dauer auszahlen würde aber Betriebswirtschaftliches Denken wird wohl weder in Staatsministerien noch in Privathaushalten groß geschrieben.

Nach der Abhandlung der wichtigsten HTML Elemente und nachdem dann endlich alle ihre Abschlussübung mit grünem Licht durch den Validator gejagt hatten machte ich mich also an die große Aufgabe den Kindlein CSS näher zu bringen. Hatte ich beim HTML noch das Gefühl stellenweise einfach auf betäubte Ohren zu stoßen, so machte mir hier erschreckender Weise schon das technische Verständnis sorgen. Hauptproblem der Teilnehmer war es das Konzept der Trennung zwischen Design (CSS) und Code (HTML) zu begreifen. Es dauerte zum Teil doch recht lange bis die letzten Tags aus den CSS-Dateien verschwunden waren.

Aber auch hier kämpfte ich auch am zweiten Tag noch gegen den Glauben das man doch alles mit HTML machen könne und doch eine Stylesheetklasse in einer seperaten Datei mehr Arbeit machen würde als das hinzufügen eines bgcolor Attributes in jeder einzelnen HTML Datei. Wenigstens konnte ich alle dazubringen einen einfaches Design ohne Tabellenverwendung zu erstellen. Wobei ich mir hier eingestehen muss das es tatsächlich für einen Anfänger schwer sein dürfte alle Möglichkeiten aus dem Stehgreif zu erfassen und zu verwenden. So reichten die Ansätze vom Einbinden einer Grafik als Hintergrundbild bis hin zu komplex verschachtelten divs. Ich denke hier muss das nächste Mal noch ein wenig mehr erklärt und demonstriert werden.

In Folge der sich am ersten Tag dahinschleppenden HTML-Lektion und den schwierigkeiten mit den Stylesheets kam der Zeitplan leider total ins Wanken und für Barrierefreiheit und die grundlegenden Rechtsgrundlagen blieb nur der Schnelldurchlauf. Ebenso fielen die Übungen in der neuen XML-Lektion unter den Tisch und mit Ausnahme eines einzelnen der schon vorgearbeitet hatte blickten mich nur entgeisterte Augen an. Was mich aber dann doch noch erschütterte war das nur ein einziger der Schüler etwas mit dem Begriff News-Feed anfangen konnte, war ich doch bisher der Meinung das dies eine inzwischen gangbare und weit verbreitete Technik sei.

Wenn ich nun den ausgewerteten Fragebögen glauben darf interessieren sich die meisten wenig für Randinformationen wie die Barrierefreiheit oder die rechtlichen Belange im Netz. Aber das ist ja auch eigentlich nur eine nette Zugabe im Kurs wohingegen es mich schon nachdenklich stimmt wenn da einige Leute meinen das die XML-Lektion mit der verbliebenen Stunde noch zu lang wäre und gekürzt werden solle.

So bleibt mir nur zu hoffen das mein Nachfolger im nächsten Jahr ebenfalls unbeschadet nach zwei Tagen die Tür zum Schulungsraum verschließt nachdem der letzte Rechner abgestürzt ist ;)

tags: work reallife
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