reapers blog

Wanderung: Pillnitz - Borsberg - Meixmühle - Friedrichsgrund
geschrieben von: reaper, 05.04.2010

Los geht's in Pillnitz, entweder man fährt mit Bus oder Auto direkt bis zum Schloss, besser ist es aber mit der Fähre über die Elbe zu fahren. Dabei hat man noch einen schönen Blick auf die Parkanlage von der anderen Elbseite und ist schneller am Ziel. Vom Fähranleger aus durchquert man den Schlosspark, überquert die Hauptstraße und läuft zwischen den Häusern auf kleinen Nebenwegen auf den Elbhang zu. Vorbei an der Weinbergkirche geht es kurz darauf links auf den Berg hinauf. Von unten sieht man bereits die Serpentinen die sich durch den Weinberg winden. An der Straße steht ein kleines Schild das auf den Aufgang hinweist.

Zwischen Obstbäumen und Weinbergen geht es einen befestigten Weg hinauf zum Elbleitenweg. Oben angekommen folgt man diesem in Nord-Östlicher Richtung von der Stadt weg. Der Weg führt mit einigen schönen Aussichten auf das Elbtal am Hang zwischen Buchen und Eichen entlang. Auch wenn man sich hier kaum verlaufen kann ist der Weg mit einem gelben Strich markiert. Nach etwa 4 Kilometern erreicht man den Jagdweg, dieser geht nach links vom Elbleitenweg ab, steil hinauf zum Borsberg.

Entlang eines kleinen Baches klettert man hier einen schmalen aber gut gangbaren, mit rotem Punkt markierten Weg hinauf. Kurz vor der Kuppe des Borsberges mit dem markanten, leider verfallenem Turm und dem noch erhaltenen Triangulationspunkt flacht der Weg wieder ab. Die Borsbergschenke ist leider schon seit geraumer Zeit geschlossen und der Turm auch nicht mehr in begehbarem Zustand, so dass einem eine schöne Aussicht verwehrt bleibt.

Weiter geht es ein paar Meter auf dem mit rotem Punkt markierten Weg in Richtung Meixmühle. Nach der Straßenüberquerung wechselt die Wegmarkierung in einen gelben Punkt, Etwa 1,5 Kilometer geht es nun entlang von Weidenflächen und kleinen Bächen weiter bis zur Weixmühle. Diese Gastronomie liegt recht zentral und von hier ist es auch möglich dem Schönfeld-Weißiger-Bergweg zu folgen, der sich auf 30 Kilometern Länge hinzieht. Wir durchqueren jedoch das Anwesen der Weixmühle und marschieren durch den Friedrichsgrund zurück nach Pillnitz.

Nach etwa 2-3 Stunden ist die Wanderung geschafft. Auf dem ersten Drittel gibt es viele, sehenswerte Aussichten über das Elbtal während der Rest der Wanderung durch idyllische Laubwälder und Täler führt. Der Weg ist durchgängig gut gangbar und enthält keine Kletterpartien. Mit Ausnahme des Jagdweges sollte die Strecke auch mit einem Kinderwaagen zu bewältigen sein.

  • Dauer: 2-3 Stunden
  • Entfernung: ca. 10 km
  • Untergrund: Wanderweg
  • Verlauf: Pillnitz / Elbleitenweg / Borsberg / Meixmühle / Friedrichsgrund
  • Material: Übersichtskarte / GPX Track / Google Earth

an image Quelle: Openstreetmap

Mit QLandkarte Garmin Geräte betanken
geschrieben von: reaper, 18.04.2009

Ich nenne ja schon geraume Zeit einen Garmin GPS Tracker mein eigen. Das mitgelieferte Kartenmaterial ist eher flau und Detailkarten sind reichlich teuer. Zum Glück gibt es ja Openstreetmap und damit sehr präzises und umfangreiches Kartenmaterial. Der Nutzer Computerteddy aus der Openstreetmap Community hat schon seit längerem einen automatischen Weg bereitgestellt das Kartenmaterial in endgeräteverdaulichen Happen zur Verfügung zu stellen. Mit QLandkarte gibt es dann auch ein Garmin kompatibles Programm mit dem man die Karten auf das Gerät pumpen kann.

Soweit ist das alles nichts neues, außer vielleicht das jetzt unter Ubunutu 8.10 bei mir alles ohne sudo und sonstige Hakeleien funktioniert. Ulrich Küster hat im übrigen ein großartiges Frontend zur Auswahl von Computerteddys Kacheln bereitgestellt. Perverserweise nutzt er dazu Google Maps aber dennoch geht es einfach und komfortabel, einfach gesuchte Kacheln anklicken und dann von einem Mirror herunterladen. Fehl eigentlich nur das man es über das Frontend direkt laden kann.

In QLandkarte kann man die entpackten Kacheln dann importieren, zu einem Kartensatz zusammenfügen und per USB auf den Garmin hochladen. QLandkarte wird im übrigen inzwischen als QLandkarte GT/M weiterentwickelt und ist damit in einer Version für Desktop und Mobilgeräte verfügbar.

Zwei Wochen Schottland
geschrieben von: reaper, 12.08.2008

und schön ists gewesen. Nicht nur das Wetter hat mit manchem Vorurteil aufgeräumt. Geregnet hats an genau einem Tag so richtig, also so das wir nicht das machen konnten was wir wollten. Sonst war es fast immer trocken und sogar sonnig. Unsere Reise ging von Glasgow direkt in die Highlands. Zuerst Loch Lomond mit Western Highland Way, dann Fort William mit Ben und Glen Nevis. Weiter gings nach Inverness mit Loch und River Ness + Monster und schließlich nach Pitlochy in den Eastern Highlands. Auf die schnelle die ganzen Eindrücke aufzuschreiben würde der Schönheit des Landes kaum gerecht werden, doch bin ich schon dabei die Photos aufzubereiten und einen extra Reisebericht zu schreiben. Man hat ja sonst nichts zu tun wenn man keinen Urlaub hat ;)

GPS Tracker - Garmin eTrex Venture
geschrieben von: reaper, 06.06.2008

Durch das Openstreetmap (OSM) Projekt bin ich mal wieder auf die fixe Idee gekommen mir einen GPS Tracker zu kaufen. Nicht das ich jetzt unbedingt Städte damit Kartografieren will aber vor allem in weniger bevölkerten und ausgeschilderten Wandergebieten ist es manchmal hilfreich zu wissen wo man sich befindet. Eine Karte hilft zwar meist weiter aber auch nur wenn man genug Anhaltspunkte hat um die eigene Position zu bestimmen. Recht praktisch und dabei auch noch mit anderen netten Effekten behaftet ist da eben so ein kleiner GPS Tracker.

GPS Geräte gibt es inzwischen einige Jahre, die bekanntesten Vertreter sind sicher die inzwischen allgegenwärtigen Autonavigationssysteme. Zum Wandern sind diese allerdings nur bedingt geeignet, sie brauchen viel Strom, sind zu groß und nicht gerade robust gebaut. Meine Suche durch den Jungel von Geräten brachte mich Schlussendlich zum Gramin eTrex. Garmin hat eine ganze Reihe von GPS Produkten im Angebot, wobei man Grundsätzlich zwischen Modellen mit und ohne Kartenansicht und mit externer Speicherkarte wählen kann. Auf letztere kann man komplexe topografische Karten laden die es bei Garmin für teuer Geld zu kaufen gibt. Ich für meinen Teil hab mir für den Einstieg ein eTrex Venture HC zugelegt.

Das Gerät hat ein Farbdisplay mit Kartenansicht und 24 MB Platz für Kartendaten. Standartmäßig ist eine Weltkarte installiert die in Deutschlad etwa bundesstraßengenau ist (was natürlich rein gar nix nutzt). Die Karte habe ich inzwischen durch OSM Karten überschrieben (der Raum zwischen Berlin im Norden und Prag im Süden braucht dabei etwa 9 MB an Platz). Von der Qualität der Ortung bin ich angenehm überrascht, nach ca 2 Minuten hatte das eTrex seine Sateliten gefunden und zeigte eine Genauigkeit von 5 Metern an, was durchaus passt. Je nach Umgebung sinkt die Genauigkeit zwar aber für Orientierung und Routenprotokoll reicht es auf jeden Fall.

Die mitgelieferte Software ist wie so oft nur für Windowskisten gedacht, für Mac kann man inzwischen auch eine Betaversion runterladen die aber noch viele Funktionen vermissen lässt und nicht mit OSM Karten umgehen kann. Zum Glück gibt es aber noch QLandkarte als Opensource für Linux, Mac und Windows womit sich dann Karten hoch und Daten runterladen lassen.

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Geheimtipp Uckermark
geschrieben von: reaper, 23.08.2007

Richtiger Urlaub war dieses Jahr leider wieder nicht drin, aber ein langes Wochenende haben wir uns zumindest gegönnt. Ziel unseres kurzen Urlaubs war die Uckermark. Die Uckermark liegt im Norden Brandenburgs an der Grenze zu Mecklenburg etwa eine Stunde weit von Berlin. Die Gegend ist Industrielles Brachland, weite Felder, Seen, Wälder und vereinzelte Windkraftanlagen. Eben ein ruhiger aber dennoch interessanter Flecken wenn man nicht am Strand vergammeln will.

Übernachtet haben wir in der Ferienwohnung vom Café Eigenart in Wichmannsdorf bei Boitzenburg. Die Wohnung ist sehr Ikeaesk und geschmackvoll eingerichtet (mal kein Blümchensofa) und recht zentral gelegen. Im Ort gibt es eigentlich nichts außer der Kirche, der Bushaltestelle und dem Haussee (kalt, sauber und keine 5 Minuten weg). Die nächsten großen Städte mit Tankstelle und Einkaufsmöglichkeit sind Templin, Prenzlau und Angermünde. Wie bereits erwähnt haben wir ein langes Wochende (Freitag bis Montag) verbracht.

Am Donnerstag Abend kamen wir an und machten uns am Freitag auf den Weg nach Templin. In der Stadt gibt es einen Rundweg entlang der alten gut erhaltenen Stadtmauer und ein reges Treiben um den Marktplatz herum. Nach der Begutachtung der Innenstadt machten wir uns auf den Weg zum Templiner Stadtsee welchen man auf einem etwa 12 Kilometer langen Rundweg umwandern kann. Was wir dann auch taten und hier unseren einzigen Regenschauer erlebten. Der Weg unter den Buchen und Eichen entlang lohnt sich wirklich, denn auf der von der Stadt abgewandten Seite hat man einen herrlichen Blick über den See mit Wiesen im Rücken. Am Ende des Rundweges gibt es dann eine lustige Garteneisenbahn mit Knopf zum losfahren lassen *g*

Am zweiten Tag machten wir uns dann mit geliehenen Rädern auf den Weg über Boitzenburg um den Schumellensee und durch die Felder zurück nach Wichmannsdorf. Der Weg führte zuerst durch eine herrliche Sumpf-Seen-Wald Landschaft bis nach Boitzenburg wo man eine alte, meterdicke Eiche bestaunen kann die ihre verbliebenen Äste in den Himmel reckt. Fast genauso alt scheinen die roten Backsteinmauern der Boitzenburger Klosterruine zwischen den Eichen hindurch. Im Sommer gibt es hier eine kleine Freilichbühne auf der jährlich wechselnde Stücke gespielt werden. Dieses Jahr war Robin Hood dran im letzten Jahr waren es die drei Musketiere und nächstes Jahr steht wohl die Arthus Sage auf dem Plan. Das Schloß nebst Schokoladenmanufaktur und Park sind auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Hinter Boitzenburg liegt der Schumellensee mit dem Ungleichen Paar aus zwei verwachsenen Eichen und Buchen und einer idyllischen Badestelle. Überhaupt gibt es an fast jedem See Badestellen mit Steg und Sprungturm *g* Der darauf folgende Weg ist etwas problematisch, zumindest wenn man dem Wegweiser folgt, denn er führt über reichlich umgestürzte Bäume und scheint nicht mehr gepflegt zu werden, man sollte also lieber dem ausgetretenen Pfad folgen.

Der Abend führte uns nochmal nach Templin wo zwischen 21 und 0 Uhr die Wasserspiele stattfanden. Zu unserer Enttäuschung waren es eher Lichtspiele die den Part um das MKC in Templin in eine mystische Welt verwandelten. Dazu gab es Schattenspiele und verschiedene andere Theater Darbietungen der Theatergruppe Anu. Neben langsamen Lichtertanz zwischen drehenden Kerzenmobiles gab es Mond klauende Stelzenläufer und Schattenhafte Königsmärchen. Sehr schön aber leider viel zu teuer.

Tag Nummer drei führte uns nach Thomsdorf. Hier beginnt auf das Touristisch besser erschloßene Gebiet und man trifft öfter auf andere Menschen als im Boitzenburger Land. Wir machten uns hier auf den Weg zur Krüseliner Mühle und umrundeten dann den Krüseliner See auf der gut ausgeschilderten Route. Im Gegensatz zum Menschenleeren Boitzenburger Land fand man hier jedoch wenig Rastmöglichkeiten und die Wege waren zugleich Forstwege und es ist somit insgesamt weniger idyllisch aber dennoch ruhig. Am Abend besuchten wir dann noch das oben erwähnte Freiluft Theater in Boitzenburg. Mit Einbruch der Dämmerung und der untergehenden Sonne verwandelte sich die Bühne in einen zauberhaften Spielort für das Stück im Sherwood Forest. Die Karten sind mit 18 Euro recht teuer aber auf jeden Fall sind sie es wert.

Damit war der Urlaub auch fast schon wieder vorüber, auf dem Rückweg machten wir noch im Naturpark Blumberger Mühle bei Angermünde halt. Hier hat der NABU eine umfangreiche Ausstellung über natürliche Lebensräume im Allgemeinen und über die Seenlandschaft Norddeutschlands im speziellen eingerichtet die (oh Wunder) mal nichts kostet. Um das Ausstellungsgebäuder herum findet sich eine begehbare Landschaft mit Lehrpfad und Spielmöglichkeiten für Kinder die allerdings am Ende doch etwas öde und fast lieblos wirkte, hier hätte ich noch mehr erwartet.

Vier Tage sind auf jeden Fall zu wenig um alles zu sehen und alle Seen zu umrunden, aber die Gegend ist auch sehr für einen Ausflug wie den unseren geeignet. Neben Ferienwohnungen die leider schlecht im Internet zu finden sind gibt es Zeltplätze (der bei Thomsdorf sah im übrigen ganz annehmbar aus) und in den Städten auch Hotels.

Neues Gepäckstück
geschrieben von: reaper, 06.05.2007

Seit einer ganzen Weile tigere ich schon um die Regale mit Photrucksäcken rum, ohne das mich einer so richtig aus den Schuhen gehauen hat. Dabei brauche ich keinen tragbaren Photoschrank sondern eine Möglichkeit meine Kamera und Wanderkrams zu verstauen. Bisher hatte ich immer die Phototasche ohne Gurt im normalen Rucksack damit nicht alles durcheinander purzelt und Schaden anrichtet. Es gibt von den gängigen Hersteller inzwischen sogenannte Daypacks die oben ein Fach für Utensilien und unten ein separates Photofach bieten. Leider gefielen mit die meisten in Form oder Farbe nicht so recht und bei machen wirkten die Nebentaschen auch ein wenig klein, ganz zu schweigen vom oberen Fach. Eigentlich wollte ich mir am Ende ja einen Crumpler Pretty Boy bestellen, die Crumpler Taschen haben irgendwie einen etwas eigenen Stil. Sie sehen nicht so 0815 rucksackmäßig aus und sind auf den ersten Blick robust und hochwertig verarbeitet.

Schließlich habe ich kurz vor dem Bestellen noch den Crumpler Pretty Boy XL gefunden, der ist ein wenig größer als der normale Pretty Boy bietet dafür aber im hinteren Teil ein separates Notebookfach und das obere Abteil ist durch die größere Höhe auch geräumiger. Gestern kam das gute Teil nun an, ganz in schwarz mit dezent orangen Nähten und einem orangen Futeral. Das MacBook Pro passt perfekt hinten rein und die D7D krieg ich zusammen mit einem zweiten Objektiv locker ins untere Fach rein wobei noch genug Platz für Kleinkram bleibt. Im oberen Fach ist auch mehr als genug Platz, sogar eine normale Wasserflasche hat hier genug Platz.

Den Kurztest hat der Rucksack schon bestanden, die langen Wanderungen und Radtouren stehen noch aus aber ich bin zuversichtlich was den Tragekomfort angeht. Die einsame Kamera mit Kleinkram fühlte sich jedenfalls fast wie ein leerer Rucksack an ;)

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Bad Harzburg - Radauwasserfall - Eckertalsperre - Brocken
geschrieben von: reaper, 15.10.2006

Start der Wanderung ist der Parkplatz am Radauwasserfall, hier kann man direkt über die Straße am Wasserfall parken oder ein paar hundert Meter weiter im Wald. Der recht schmale Weg führt dann zunächst den Berg hinauf und immer der Eckertalsperre entgegen. Bei feuchtem Wetter kann es hier recht glitschig sein und man trifft unter Umständen auch schon auf die ersten Mountainbiker die sich im Schneckentempo den Hang hinauf quälen.

Nach etwa einer halben Stunde gelangt man auf eine feste, asphaltierte Straße der man bis zur Eckertalsperre folgt. Dort angekommen kann man das frische Talsperrenwasser an einem kleinen Brunnen verkosten und nur ein paar Schritte weiter den Blick über die höchste Staumauer Deutschlands genießen. Der See der Talsperre ist von beiden Seiten mit hohem Nadelwald eingeschloßen und bietet vor allem bei sonnigem Wetter einen grandiosen Blick.

Der Marsch führt weiter über die Staumauer wo man sich wiederum von eiligen Radlern in acht nehmen muss die auch gern mal den schmalen Weg verstopfen. Nach etwa zwei dritteln der Mauer deutet eine schwarz-rot-goldene Säule auf die ehemalige Grenze hin. Hier also "stand" der Antifaschistische Schutzwall. Eine Tafel infomiert noch über die unsinnige Teilung mitten in der Talsperre, welche die Nutzung als Trinkwassertalsperre nahezu unmöglich machte. Man verweile also einen Augenblick und sehe sich das schöne Harzpanorama mit Brocken an. Wie in weiter Ferne noch sieht man den Gipfel des Brocken mit dem gut zu erkennendem Brockenturm (nur wenn dieser nicht wolkenverhangen ist freilich).

Unter den Kiefern des Harzes geht es vorerst recht sanft um die Talsperre herum und bis zu einer kleine Einkehr. Denn dann wartet der lange Pfad zum Brocken. Zuerst noch flach, dann immer steiler geht es einen mit Betonplatten ausgelegten Weg empor. Dies ist der anstrengenste Teil der Wanderung denn es gilt jetzt 400 Höhenmeter im Akkord zu bezwingen. Für all die Strapazen entlohnt aber bei guter Sicht immer wieder ein schöner Blick beim umdrehen. Je nach Tempo kommt man dann etwa ein bis zwei Stunden später auf den Brocken an. Mit Glück gibt es hier keine Wolken. Aber auch sonst ist es ein faszinierende Anblick wenn die weichen, nebligen Wolkenschwaden zwischen den kahlen Wipfeln der toten Bäume umherziehen und sich der Brockenturm einem Dämon gleich aus dem Nebel schält.

Eins sollte man auf jeden Fall einplanen, warme Sachen denn hier oben weht ein kalter Wind. Wer nicht nach Bad Harzburg zurückmuss kann hier auch die Brockenbahn nach Wernigerode nehmen. Für Suppe und Bockwurst ist aber allemal gesorgt, wenn auch für gepfefferte Preise. Nach dem Aufenthalt auf dem Brocken, es gibt wie gesagt Berggastronomier, Dampfloks, Steingarten und Museum kann man sich auf den Rückweg machen.

Auch wenn es der selbe Weg ist, ist es doch nicht eintönig den der Blick ist ein anderer, statt des endlosen Aufstiegs sieht man stehts das Panorama des Harzvorlandes vor sich. Vorsicht ist allerdings geboten, Radfahrer quälen sich den Berg zwar hoch, dafür rasen sie aber auch wie mit reichlich 60 Sachen die Holperpiste wieder hinab. Wanderer mögen bitte stehts nach hinten schauen und zur Seite springen. (Meine Meinung, Radfahrer ham hier nix zu suchen).

Für die Wanderung sollte man schon den ganzen Tag und genügen Proviant einplanen, denn es sind wie gesagt einige Höhenmeter zu überwinden. Der Ausblick und die Höhenluft entschädigen aber für alle Strapazen :)

Bad Harzburg - Burgberg - Kreuz des deutschen Ostens - Kattnäse - Rabenklippen - Molkehaus - Bad Harzburg
geschrieben von: reaper, 08.10.2006

Los geht es auf dem kleinen Parkplatz kurz vor der Seilbahn an der B4. Hier gibt es noch keinen Parkscheinautomaten und somit ist im Zweifel das Parken gratis. Wir waren ja aber so oder so bis runter gelaufen.

Der Weg zum Burgberg windet sich in sanften Serpentinen unter Buchen und Kiefern und es macht zur Herbstzeit einen heiden Spaß durch das Laub zu rascheln. Kurz nach der Unterquerung der Seilbahn (welche man natürlich auch nutzen kann um nach oben zu kommen) gabelt sich der Weg in 5 Richtungen. Eine Kartentafel und Wegweiser helfen hier sehr bei der Orientierung. Der Weg führt jetzt durch lichten Wald bis zum Kreuz des deutschen Ostens. Dieses knapp 30 Meter hohe Kreuz soll an die vertriebenden Ostdeutschen Landsmannschaften erinnern und ist von weither mit bloßem Auge zu erkennen. Im Jahre 1998 wurde das Kreuz durch einen Orkan vollständig zerstört und im September 2000 wieder neu errichtet. Um das Kreuz herum finden sich in steinern Sockeln die Wappen der vertriebenen Landsmannschaften.

Ein wenig ab vom Weg hinter dem Kreuz findet sich ein wunderbarer Punkt für eine Rast mit schönem Blick hinab ins Tal und auf Bad Harzburg. Nach Rast und Blick geht der Weg weiter bis zu einer Weggabelung die einen zum einen in Richtung Kattnäse und zum anderen zu den Rabenklippen führt. Es lohnt sich auf jeden Fall den Schritt zuerst zur Kattnäse zu lenken. Man schlägt nach einem kurzen Marsch (etwa 10 Minutn) durch den Wald einen breiten Hangweg ein der einen bereits fantastischen Ausblick über das flache Land anbietet. Schräg nach rechts ab geht schließlich ein unscheinbarer Pfad zur Kattnäse. Einen Wegweiser gibt es hier nicht mehr aber der Intuition folgend sollte man nach oben gehen. Nach etwa 5 Minuten Weges findet man hier einen Stempelkasten und eine Infotafel. Die restlichen 100 Meter zur Kattnäse sind durch einen Trampelpfad gekennzeichnet, der sich durch den Wald windet. Die Kattnäse selbst ist jedoch mit Geländer und Treppe gut ausgebaut und der Blick von hier schlägt die bisherigen um längen. Wanderer verirren sich ob der fehlenden Wegweiser und der verschlungenen Wege eher selten, so das man sich hier guten Gewissens nocheinmal die Sonne auf den Bauch scheinen lassen kann.

Zurück führt der Weg ersteimal bis zur beschriebenen Gabelung und dann weiter zu den Rabenklippen. Hier kann man in der örtlichen Schenke einkehren oder im angrenzenden Luchs Gehege nach den Insassen ausschau halten, die hier auf ihre endgültige Auswilderung warten. Von hier kann der müde Wanderer auch den Bus hinab ins Tal nehmen oder mutig in Richtung Molkehaus weitermarschieren. Der Weg ist nun leider nicht mehr so idyllisch, da für den Busverkehr planiert und ausgebaut. Das Molkehaus liegt an einem kleinen Waldteich der nocheinmal zum verweilen einlädt. Das Molkehaus selbst ist einen gut erhaltene aber leider im Moment insolvente Gaststätte die, wenn geöffnet, sicher auch eine gute Raststätte bildet.

Der letzte Teil der Wanderung geht recht steil einen schmalen Weg bergab nach Bad Harzburg wo man schließlich am Märchenwald herrauskommt. Der Märchenwald selbst ist sicher ein lohnender Abschluß für müde Wanderskinder die noch ein Eis schlecken und die Welt der Märchen erleben wollen. Bad Harzburg ist nun auch nicht mehr weit und man erreicht vom Märchenwald aus in 2 Minuten den Kurpark über eine Fußgängerbrücke.

Die Wanderung selbst dauert je nach Laufgeschwindigkeit und Rastwilligkeit sicher zwischen 5 und 8 Stunden. Alle Angaben freilich ohne Gewähr ;)

Ein Radau Wasserfall und ein Brocken (Vier Tage Harz)
geschrieben von: reaper, 08.10.2006

Ganz ehrlich ich war ein bisschen Urlaubsreif, die Vorstellungen einiger Kunden von der Arbeit eines Programmierers sind doch auf Dauer immer wieder befremdlich. Zumindest scheint es manchem einfach mal nicht verständlich machbar zu sein das auch kleine Dinge unter Umständen aufwendig zu programmieren sind ;) Aber das ist Nebensache. Jedenfalls haben wir das lange Wochenende durch einen schönen Brückenmontag ergänzt und sind auf die schnelle mal vier Tage in den Harz gefahren.

Unsere Übernächtigung hatten wir in der Walnußhütte in Bad Harzburg gebucht. Dabei handelt es sich um einen liebevoll ausgebauten und eingerichteten, kleinen Gartenbungalow. Der Preis war mit 25€ pro Nacht mehr als nur günstig und die Lage von Bad Harzburg ist für Wanderungen fast schon optimal zu nennen.

Am Freitag Abend sind wir also hier in Dresden losgefahren und auch, bis auf einen kurzen Stau und ein brennendes Autowrack am Rand gut durchgekommen. Besonders angenehm ist die vier-spurig ausgebaute B6 im Harz zwischen Quedlinburg und Bad Harzburg. Die Straße ist breit und bei angenehmen 130 kommt man schnell und ohne lästige Ortsdurchfahrten ans Ziel. Wir kamen also noch im restlich des Tages an und nahmen die umfangreichen Info Ordner in der Hütte in Augenschein. Ganz klar, wer hier nächtigt braucht vorher keinen Reiseführer zu kaufen. Lediglich eine Wanderkarte sollte man zur Sicherheit dabeihaben.

Am Samstag morgen machten wir uns dann mit gepackten Taschen auf den Weg in die Berge. Zu Fuß wanderten wir zuerst mal in die Stadt hinab und die Einkaufsmeile entlang. Bad Harzburg selbst ist eine ganz normale Ostdeutsche Stadt aus dem Jahre 1989 mit real existierender Marktwirtschaft ;) Um genauer zu sein, vielen Häusern sieht man deutlich an das eine Renovierung nötig ist. Tatsächlich ist Bad Harzburg natürlich schon in Niedersachsen und somit auf der Westseite unseres kleinen Staates aber ein wenig fühlt man sich 10 Jahre zurückversetzt. Wenn man dann dazu noch die schicken Fachwerkaltstädte von Wernigerode oder Quedlinburg sieht, wird der Verfall und die Auswirkung von Kulturförderung noch deutlicher.

Jedoch soll dies keine Abschreckung von Bad Harzburg sein. Die Flaniermeile und der Kurpark sind durchaus sehr schön. Alte Kastanien säumen die Ladenstraße vom Bahnhof bis zur Seilbahn und zu dieser Jahreszeit sollte man in jedem Fall auf seinen Kopf acht geben denn es wird mit pieksigen Kastanien geworfen ;)

Nach dem Durchmarsch durch die Stadt jedenfalls gingen wir gemütlich den Aufstieg zum Burgberg an. Eine detailierte Wanderbeschreibung folgt in separaten Einträgen :)

Alles in allem waren es vier erholsame und anstrengende Tage vor allem das Wetter hat grandios mitgespielt :)

Edmunds Klamm und Klamme Kleider
geschrieben von: reaper, 21.08.2006

Wenn man schonmal beim Wandern ist kanns auch am Sonntag weitergehen ;) Gemeinsam mit Claudis Eltern ging es über die Grenze nach Hrensko und von dort zu Fuß in die Edmundsklamm. Ein tief in den Fels geschnittenes Tal, das voll Touristisch erschloßen ist. Geländer Wegweiser und Eintrittsbude für den Spaziergang durch die Natur. Zwischendurch ging es nur mit dem Kahn, da das stellenweise angestaute und ruhige Wasser ein Laufen nicht ermöglichte.

Aber die Fahrt lohnt sich, der Fährmann erzählt zu allerlei Felsen und Wurzeln und man bekommt beinahe das Gefühl das dort tatsächlich versteinerte Tiere im Sandstein versteckt sind. Die Kneipe in der Klamm ist allerdings scheinbar schon seit einiger Zeit einem Kiosk gewichen und manche Brücke auf dem weiteren Weg zeigt deutliche Rostspuren. Dank des wahnsinnig grünen Waldbodens hat man jedoch nur selten Gelegenheit sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Zwischendurch gabs noch Schnitzel (Schwein und Käse) mit Pommes bei tscheschischem Gesang auf Gitarre. Mit Schrecken musste ich feststellen das ich nichtmal mehr wußte was Bitte und Danke auf tscheschisch heißt... Eigentlich peinlich, in ein Land zu 'reisen' und nicht einmal die Grundvokabeln zu beherrschen, wenn man den einheimischen schon seine Währung aufdrückt.

Der Rückweg schließlich führte stellenweise an der Straße entlang zurück nach Hrensko wo uns dann ein leichter Regen bis auf die Haus durchweichte und zu einem schnellen Rückzug veranlasste. Auch wenn wir weder am Samstag noch am Sonntag viel laufen wollten sind nun doch einige Kilometer zusammengekommen und die Füße auch jetzt noch ein wenig müde :)

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