reapers blog

Mangelwirtschaft
geschrieben von: reaper, 26.08.2011

In der DDR gabs ja quasi gar nichts, keine Bananen, keine Dübel, keine Schrauben. Die Wende brachte uns die endlose Welt des Konsums, es gibt heute alles, zu jeder Zeit, in jeder Menge und zu jedem Preis. Nein halt, im Zweifel in Abhängigkeit des Preises den man zu zahlen bereit ist, so wie Schwarzmarkt in der DDR. Soweit hatte ich das System verstanden, aber jetzt bekomme man mal im Juni ein Kind, das wächst und gedeiht und braucht im August eine neue Mütze weil die alte mit dem rasanten Wachstum nicht mehr Schritt hält.

Ich: Ich suche so eine leichte Sonnenschutzmütze für Säuglinge.
Fachverkäuferin: Nee, da haben wir jetzt nichts mehr, die gibts um die Zeit nicht mehr.
Ich: *deute auf die Sonne* Wie es ist doch aber Hochsommer mit 30 Grad im Schatten.
Fachverkäufering: Ja, man kann nicht kaufen wenn man es braucht.

War da nicht was mit immer und überall, alles kaufen?

Ich lebe im Internetghetto von Dresden
geschrieben von: reaper, 17.08.2011

Heute kurz im Kaufland gewesen und auf dem Weg vom Parkplatz kurz in den Telekomverschlag abgebogen um mal nach LTE und VDSL Ausbau zu fragen. Die Antwort darauf (Gedächtnissprotokoll):

Telekom: LTE ist in Dresden nicht geplant. Wir bauen derzeit überall VDSL aus. Wo wohnen sie denn?
Ich: Dresden Cotta
Telekom: Ach in Cotta da passiert in den nächsten 30 Jahren nix. Da ziehen doch nur so Aussteiger Typen hin die leben wollen wie in den 70er Jahren.
Ich: Ich würde dann gern meinen ISDN Anschluß kündigen, den gabs nämlich in den 70ern noch nicht...

Ich mein ist doch wohl ne Frechheit?! Schlimm genug das ich ginge es nach der Telekom hier noch mit 64 Kilobit surfen soll, aber das ich jetzt ein technikverweigernder Aussteiger und quasi selbst Schuld bin an meiner mangelnden Bandbreite schlägt dem Fass den Boden aus.

Immerhin mein Bild von der Telekom wurde mal wieder gefestigt :P

Energiewende aber bitte mit Sahne
geschrieben von: reaper, 15.04.2011

Neuerdings ist ja Atomstrom wieder total out. Auf einmal sind sich alle einig: Die böse Atomkraft muss weg. Nur stellt sich nun die Frage wie kommt dann die alles bewegende Kraft in die Steckdose. Wie bekommt man den Kühlschrank Energieeffizienzklasse G-- dazu zu leuchten wie eine gleichwertig eingestufte Glühbirne.

Dabei ist die Technologie doch irgendwie schon verfügbar. Neben den komplett regenerativen Energien wie Wind, Sonne und Wasser oder Geothermie gibt es auch Projekte wie das ZuhauseKraftwerk von Lichtblick das mit Erd- bzw. Biogas läuft. Allen ist gemein das sie sich auf einfachstem Wege dezentralisieren lassen.

Man braucht kein riesiges Solarkraftwerk das 1 Gigawatt pro Stunde ausspuckt, sondern zum Beispiel 1000 kleine Solarflächen die jede für sich 1 Megawatt ausspucken (ok die Zahlen sind Blödsinn). Mir stellt sich also die Frage warum nicht auf jedem Dach das nach Süden zeigt schon lange so ein paar Platten rumhängen.

Und die Antwort ist ganz einfach, es fehlt das Sahnehäubchen. So eine Solaranlage kostet erst einmal eine ganze Menge und dann kämpft man mit technischen Defekten, muss das ganze Warten lassen, schaut zu wie die Zellen an Leistung verlieren und am Ende bekommt man über 20 Jahre gerechnet im besten Falle 20 Euro pro Monat Rendite. Ganz schön mies dafür das man sich auch noch das Dach verschandelt.

Egal ob es jetzt die Energieerzeugerfirmen sind die bar jeden Risikobewusstseins weiter Atom- und Kohlekraftwerke laufen lassen, ob es Firmen sind die weiter Geräte mit Energieeffizienzklassen jenseits von A++ auf den Mark bringen, oder ob es Häuslebauer sind denen ihr Dach für die paar Kröten zu Schade ist es ist immer die gleiche Ursache: Für eine Leistung erwartet man eine greifbare Gegenleistung, eben Geld und am besten viel. Das uns bei einem GAU oder einer fortschreitenden Klimaerwärmung alles Geld der Welt nix nützt weil man verdorrtes und verseuchtes Korn nun mal nicht essen kann, daran denkt wieder keiner.

In Schulen darfs auch mal kuschelig sein
geschrieben von: reaper, 15.03.2011

Und wenn da nur 15 Kinder sitzen, sich die Lehrkraft auf alle konzentrieren kann da kann das ja quasi nicht gehen. Da fällt es doch sofort auf wenn der Kalle der Susi in der Nase bohrt. So oder so ähnlich kommen die Äußerungen von Dresdens Schulbürgermeister Lehmann bei mir an.

…da ist eben die Frage: Kanns dort auch mal eng zugehen? Und da sage ich, ja – es wird auch eng zugehen. Es ist nicht die ideale Geschichte, aber es wird im Prinzip bei diesem hohen Schüleraufkommen, was sich auch über längere Zeit halten wird – Gottseidank werden wir eine Stabilität haben – dann wirds aber auch wieder zurückgehen – werden wir quasi nicht einfach ein oder zwei Schulen neu für 10 oder 15 Jahre eröffnen können, um sie dann wieder zu schließen.
Quelle: SZ-Online

Ich glaub ja wirklich langsam CDU ist eine ansteckende Krankheit, eine unheilbare noch dazu. Ich kenn da ja auch Lehrer die mit 25+ Kindern in einen Raum gesperrt werden und wo aus Personalmangel Unterrichtsgänge mit 25 Kindern und einer Betreuungsperson fällig werden.

Schon jetzt verklagen Eltern Grundschullehrer wegen schlechter Noten oder einer nicht der Phantasie entsprechenden Bildungsempfehlung, wie soll denn das weitergehen wenn die Klassenstärken weiter steigen und die Qualität der Lehre immer weiter sinkt und Schulen zu Aufbewahrungseinrichtungen verkommen von denen man erwartet das perfekte Intelligenzbestien heraus purzeln.

Die Politik jammert über Fachkräftemangel und die NPD heult das Tschechen die Wohnungen putzen kommen aber wenn es mal 10 - 15 Jahre eng wird in den Schulen, das schadet doch bestimmt nix müssen sich die ausgebrannten Lehrer eben mal zusammen reißen und ein paar Überstunden schieben, geht doch in der freien Wirtschaft auch.

Wir sind Helden: Ich glaub, es hackt.
geschrieben von: reaper, 25.02.2011

Die Werbeagentur der BILD, welche die großartige Kampagne mit den sogenannten Prominenten und ihrer Meinung über die BILD hat bei der Band "Wir sind Helden" angefragt und eine Antwort erhalten die auch online verfügbar ist:

Liebe Werbeagentur Jung von Matt,

bzgl. Eurer Anfrage, ob wir bei der aktuellen Bild -Kampagne mitmachen wollen:

Ich glaub, es hackt.

Die laufende Plakat-Aktion der Bild-Zeitung mit sogenannten Testimonials, also irgendwelchem kommentierendem Geseiere (Auch kritischem! Hört, hört!) von sogenannten Prominenten (auch Kritischen! Oho!) ist das Perfideste, was mir seit langer Zeit untergekommen ist. Will heißen: nach Euren Maßstäben sicher eine gelungene Aktion.

Quelle: Wir sind Helden

Den gesamten Text der verfassten Antwort gibt auf der Homepage von Wir sind Helden, allerdings ist der Server derzeit leicht überlastet.

Digitale Revolution bei der DVB?!
geschrieben von: reaper, 23.09.2010

Geht es nach den Dresdner Verkehrsbetrieben sollen Fahrpläne aus Papier bald der Vergangenheit angehören. Die 800 Haltestellen sollen mit digitalen Infoterminals ausgerüstet werden und das Papier soll wegfallen.

Kosten soll der Spaß 10 Millionen Euro, was für mich einen faden Beigeschmack hat, wenn die Einzelfahrt gerade die 2 Euro Marke erreicht hat.

Ginge es wirklich um Verkehrsentlastung, Klimaschutz und solchen Kram müsste der ÖPNV eh kostenlos sein. Aber vermutlich will man ja sogar Wälder schonen indem man die Fahrpläne nicht mehr druckt sondern auf späterem Sondermüll digital anzeigt :P

Da digitale Fahrpläne die Busse und Bahnen auch nicht verlässlicher oder pünktlicher machen finde ich das eine nutzlose Investition.

Die Waffen des Klugscheißer
geschrieben von: reaper, 24.08.2010

Das Los des Klugscheißers ist schon kein einfaches, allgemein ist er verrufen, keiner mag ihn hören oder seine geistigen Ergüsse lesen. Dabei hat er doch so viel zu sagen und muss hilflos mit ansehen wie alle anderen in ihr Verderben rennen. Dabei verschließt er vor Schreck so fest die Augen das er gar nicht mehr sieht das die anderen auch überleben, das sie gar nicht alles falsch machen und das seine Sorge völlig überflüssig gewesen ist.

Doch in unserer modernen Gesellschaft hat er seine Waffen gefunden, einen Grund sich Gehör zu verschaffen, ein Argument das keiner verneinen kann. Und das allerbeste es ist sogar in unserer Verfassung verankert: Die Meinungsfreiheit. Ja ein jeder darf seine Meinung sagen, vielerorts wird sogar geklagt das zu wenige ihre Meinung sagen. Eine fatale Waffe in den falschen Händen, ist doch die Meinung eines jeden gleich viel wert, gilt es doch als unschicklich sie nicht zu achten.

Doch liebe Klugscheißer da draußen, seine Meinung sagen zu dürfen, bedeutet nicht sie sagen zu müssen. Seine Meinung nicht zu sagen bedeutet nicht das sie falsch ist, oder das man sie geheim halten muss, aber es gibt Situationen da ist sie einfach fehl am Platze. Manchmal da ist es ratsam zu überlegen ob die eigene Meinung den anderen interessiert und ob die eigene Meinung dem anderen weiterhilft. Ob die eigene Meinung eine Situation verkompliziert, das Gegenüber in innere Konflikte bringt, oder gar verletzt.

Jede Meinung sollte respektiert werden, aber zu diesem Respekt gehört es auch zu entscheiden ob die eigene Meinung wirklich etwas zur Verbesserung der Situation beitragen kann. So als Beispiel: Wenn jemand gerade einen Kuchen bäckt von dem man nie essen wird, dann interessiert es einfach nicht ob man die Sorte Kuchen mag oder nicht.

Rollenspieltheorie oder wie man ein Hobby zur Qual machen kann
geschrieben von: reaper, 11.08.2010

Es brennt mir schon eine Weile auf der Zunge und immer wenn ich so Blog, oder Foreneinträge lese in denen es um Rollenspieltheorie geht stellt sich mir die Frage wozu man das überhaupt braucht.

Ich meine jetzt nicht die mehr oder weniger komplexen Regelwerke und Spielweltbeschreibungen oder Ratschläge wie man in bestimmten Situationen des Rollenspiel reagieren kann, wie man Stimmung aufbaut oder Spieler entlohnt. Was ich meine sind große Blasen von Erklärungen wie man besseres Rollenspiel macht. Wenn ich lese das da ein Rollenspieler den Spielern "die Funktionsweise und Mittel des cinematischen Spiels erläutern" will frage ich mich was der Zweck einer solchen Übung ist.

Ich persönlich glaube das Rollenspiel eine Herzenssache ist. Entweder man mag es und wächst hinein oder man mag es nicht, dann hilft auch das beste Lehrbuch nichts. Rollenspiel ist etwas für die Freizeit und Spaß zu haben und da finde ich es eher stressend und frustrierend wenn ich dabei auch noch beachten muss wie ich actionreich, wie ich erzählerisch oder cinematisch spiele.

So fällt mir beispielsweise bei manchen Cons auf, dass man bei der Rundenanmeldung umfangreiche Auswahlen zu Spielstilen findet. Ich finde das nicht grundsätzlich falsch aber teilweise verschwimmen die Begriffe und sorgen in meinen Augen eher für Verwirrung als für Aufklärung.

Ich zum beispiel bezeichne meine Kader 13 Abenteuer als cinematisch und actionreich, der Theoretiker jedoch würde mir die Bezeichnung cinematisch gar nicht erlauben da er dafür völlig andere Voraussetzungen sieht. Durch manche Rollenspiel Theorie entsteht einfach eine Komplexität die in meinen Augen gar nicht notwendig ist und vor allem nur zu enttäuschten Erwartungen führt.

Im Grunde soll jeder auf seine Art spielen und glücklich werden, aber ich finde es sehr traurig auf Zeitgenossen zu stoßen die mir den Spaß nehmen in dem sie mich darüber belehren wie ich zu meistern habe, welche tollen Techniken ich verwenden könnte und mir wissenschaftliche Vorträge darüber halten wie mein Rollenspiel besser werden kann.

Nichts gegen Ratschläge oder Kritik wenn man das Gefühl hat im Spiel benachteiligt worden zu sein oder wenn man eine Idee hat wie der Meister eine Situation in Zukunft schöner gestalten kann. Aber Rollenspiel ist etwas kreatives, persönliches und sollte vom Herzen kommen. Theoretische Abhandlungen töten zumindest bei mir die Lust am Spiel, denn ich will als Meister eine Geschichte erzählen die den Spielern Spaß macht und als Spieler in eine andere Welt abtauchen und Abenteuer erleben.

tags: rpg reallife
Meine Stimme gegen Nazis! Nazis raus aus dem Internet Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken und handeln! rsp-blogs.de
Soweit nicht anders angegeben, stehen die Bilder/Texte unter der Creative Commons Attribution Non-Commercial Share Alike Lizenz. Logos gehoeren dem jeweiligen Eigentümer.