reapers blog

WebOS ein weiteres Opfer der Monokultur
geschrieben von: reaper, 20.08.2011

Kauft man heute ein Handy, speziell ein Smartphone, so ist die Auswahl des Systems doch eher homogen. Ist es kein iPhone von Apple so ist es vermutlich ein Androide, Symbian, Blackberry, Windows oder Bada Phone, das war es dann aber auch schon fast. Betrachtet man aktuelle Marktzahlen dann wird schnell klar in Europa besteht die Welt aus Äpfeln und Androiden.

Und das macht offensichtlich den Markt kaputt. Gute Konzepte, Systeme und Strategien haben hier nichts zu suchen. Es zählen allein Verkaufszahlen und nicht die Philosophie. War eben noch Nokia der große Buh-Mann der erst Symbian die Giftspritze setzte und Meego ins Klo spülte so hat jetzt HP den Hoffnungsträger aller die ein bisschen anders sein wollten. WebOS, den Todesstoß versetzt.

Hätte Palm vor einem Jahr vernünftige Hardware auf den Markt gebracht würde heute kein grüner Androide in meiner Tasche klappern sondern ein WebOS Phone. Gleiches gilt für Maemo respektive Meego oder Openmoko. Wenn ich ein Hardware Gerät für den Alltag brauche, dann will ich mich nich ärgern wenn mein Kollege schon eine App für mein Problem hat, will nicht das mein Handy klappert und ich mir die Finger an den Kanten aufschneide oder das der Akku nicht mal einen Tag Standby durchhält. Und dennoch, oder gerade weils eher an der Hardware hapert, habe ich weiter in diese Richtung geschielt, aber im monokulturellen Wald der Systeme wurde durch HP jetzt weiter aufgeräumt und WebOS zugunsten von mehr homogenität erdolcht.

Was bleibt am Ende noch? Blackberry ist als System komplett geschlossen, Symbian röchelt vor sich hin und stirbt einen langsamen Tod des noch eine Weile supported seins. Meego hat ebenfalls keine Perspektive und Bada, Bada gibt zumindest mir das Gefühl das es technisch einen Schritt hinter der Konkurenz herhinkt und vor allem wie auch WebOS nur von einem Hersteller durch Hardware unterstützt wird.

Dateisyncronisation jenseits von Rsync und Dropbox
geschrieben von: reaper, 04.08.2011

Um Dateien auch verschiedenen Rechnern syncron zu halten braucht man in der Regel nicht viel. In Softwareprojekten wird eh eine Versionsverwaltung eingesetzt und für den Hausgebrauch tut es im Zweifel auch mal Rsync. So richtig komfortabel ist das aber auch nicht, das haben Dienste wie Dropbox oder Wuala schon vor geraumer Zeit erkannt.

So komfortabel sie auch sein mögen, so zwiespältig sind die Systeme. Alle werben damit das die Daten verschlüsselt in der Cloud liegen. Aber gerade das ist ja der Haken, die Cloud das sind am Ende Server irgendwo auf der Welt, weit weg von jeder persönlichen Kontrolle. Dazu kommt das keines der Systeme, die ich kenne, quelloffen sind.

Was mir also fehlt ist ein Dienst, ein Tool, idealerweise quelloffen das es mir ermöglicht meine Daten zwischen meinen Rechnern zu syncronisieren und für Projekte mit nicht computerafinen Leuten freizugeben. Wichtig dabei ist mir vor allem das ich selbst entscheiden können will wo ich meine Daten hoste.

Nach eingänglicher Recherche blieben 3 Tools übrig: Syncany, Sparkleshare und TeamDrive. Syncany und Sparkleshare klingen verlockend von ihren Konzepten sind quelloffen aber leider noch in recht früher Entwicklung begriffen. Syncany hat für August September ein Preview Release angekündigt und Sparkleshare tauscht Statusinformationen über einen ominösen IRC Server aus. Team Drive ist leider Closed Source erlaubt es aber auch Nutzern des kostenlosen Clients Daten auf einem eigenen Server zu hosten. Aber im Detail:

Sparkleshare nutzt derzeit Git als Backend. Alternative Backends sind aber vorgesehen. Per default ist es möglich die eigenen Daten bei Github, Gitorious, dem Gnome Projekt oder auf einem eigenen Git Server abzulegen. Clients gibt es bisher nur für Linux und Mac. Über die Qualität des letzteren kann ich wenig sagen, der Linux Client zumindes funktionierte und integriert sich nahtlos in Gnomes Dateibrowser Nautilus. Haken an der Sache ist wie bereits erwähnt das Statusinformationen per IRC ausgetauscht werden was ich persönlich für ein No-Go halte. In Zukunft will man aber hier auf XMPP setzen und ich werde das Tool mit Sicherheit im Auge behalten. Auch um Verschlüsselung muss sich der Nutzer selbst kümmern.

Syncany ist noch einen Schritt vor Sparkleshare, Die Entwickler haben für August ein Preview Release angekündigt. Von den Features klingt es vielversprechend allerdings wird es zuerst nur einen Linux Client geben was den Datenaustausch erschwert. Als Backend sind verschiedene Systeme vorgesehen, darunter SFTP, Webdav oder Cloud Dienste wie Amazon S3. Um die Verschlüsselung kümmert sich Syncany bereits Clientseitig. Alles in allem sehr vielversprechend nur leider noch nicht fertig.

TeamDrive syncronisiert seine Daten per Webdav. Per default mit einem Server von Teamdrive, optional und mit kleinen Einschränkungen aber auch mit einem normalen Webdav Apachen. Teamdrive ist ein kommerzielles Produkt, in der freien Version sind sowohl der angebotene Serverspeicher als auch die Datenmenge die der Client verwalten kann auf 2 GB beschränkt. Diese Menge lässt sich durch Aquise von Nutzern oder eine jährliche Gebühr erhöhen. Wie alle anderen Tools syncronisiert Teamdrive auf Wunsch beliebige Ordner mit dem Server und anderen Rechnern. Weitere Nutzer können eingeladen werden um auf die Daten zuzugreifen. Im Gegensatz zu Dropbox werden die Daten bereits auf Clientseite verschlüßelt. Teamdrive kommt also nicht an die Daten heran, schon gar nicht wenn sie auf dem eigenen Server liegen.

Bis Sparkleshare oder Syncany reif geworden sind werde ich mich wohl mit Teamdrive begnügen. Es tut seinen Dienst bis jetzt klaglos und für die wenigen Daten die ich zwischen Notebook und Arbeitsrechner syncron halten will sind die 2 GB ausreichend. Das wichtigste Kriterium ist erfüllt, meine Daten liegen auf meinem Server und nicht irgendwo auf ominösen Storage Kisten in den Staaten.

tags: tools web foss

Sourceforge sperrt Bewohner von Schurkenstaaten aus
geschrieben von: reaper, 26.01.2010

Klingt wie ein schlechtes Märchen, aber Sourceforge, das wohl bekannteste Portal für freie Softwareprojekte sperrt seine Seiten seit heute für Nutzer aus sogenannten Schurkenstaaten. Damit beugt sich der Betreiber Forderungen des US-Außenministeriums.

Angesichts der Vielzahl von GPL Projekten und der tiefen Verwurzelung der Open-Source-Philosophie ist dies wie ein Faustschlag ins Gesicht der freien Softwarebewegung und ein krasses Beispiel für Zensur und Ausgrenzung.

via: www.golem.de... tags: foss

Alternativer Keyserver für Ubuntu
geschrieben von: reaper, 14.01.2010

So alternative Softwarequellen über Launchpad sind eine echt feine Sache, die Repositorys sind alle ordentlich GPG signiert und so. Dumm nur wenn der default Keyserver von Ubuntu keyserver.ubuntu.com immer wieder mal down oder überlastet ist. Gestern hatte ich wieder das Problem und habe schließlich auf pgp.mit.edu zurück gegiffen.

Rawtherapee goes GPL
geschrieben von: reaper, 06.01.2010

Na wenn das nicht mal ne gute Nachricht ist. Der RAW-Konverter meiner Wahl, Rawtherapee, wird endlich unter GPL gestellt. Bisher gab es diesen nur als kostenloses Binary zum Download, ein schon lange überfälliger Schritt.

Damit sollte sich hoffentlich bald der Weg in die Repositories von Ubuntu öffnen. Irgendwie finde ich es eben doch immer schön wenn die Software mit Updates versehen einfach so auf den Rechner purzelt, ohne das man ständig hinterher laufen muss.

Neben der Lizenzänderung stehen GUI Verbesserungen auf dem Programm, sowie Verbesserungen bei der Rauschunterdrückung und Bildverbesserung. Bisher wurde erst eine erste Alpha veröffentlicht, die durchaus auch beim ersten Umherklicken mal abschmiert, aber soweit ich sehen kann ist es ein Schritt nach vorn. Wobei ich mir nicht sicher bin ob ich die Trennung von Dateibrowser und Detailansicht so toll finde.

Argumente für Open Source
geschrieben von: reaper, 04.11.2009

Im NerdyRoom findet man neue Argumente für die Verwendung von Linux. Auch wenn ich zugegebener Maßen in den letzten Jahren auch zu Linux migriert bin spricht immernoch so einiges für FreeBSD. Auf jeden Fall aber gegen Windows:

an image

PDF Geschnitzel mit PDFSam
geschrieben von: reaper, 04.11.2009

Manchmal da muss man PDFs zusammenstückeln, Seiten einfügen oder entfernen, drehen oder anders anordnen. Unter Windows gibt es da unendlich viele Tools, unter Linux primär das Kommandozeilentool pdftk. Das kann quasi alles, zwar recht intuitiv aber leider geht beim arbeiten mit visuellen Daten schnell die Übersicht flöten.

PDFSam bietet eine einfache GUI, ist in Java geschrieben und stellt über eine Reihe von Plugins verschiedenste PDF Manipulatoren zur Verfgung. Mit dazu gehört unter anderem ein grafischer Editor in dem man Seiten aus mehreren PDFs mixen und sortieren kann.

tags: tools linux foss

Der karmische Koala ist da - Ubuntu 9.10
geschrieben von: reaper, 31.10.2009

Mit nur einem Tag Verspätung wurde das neue Ubuntu 9.10 freigegeben. Geändert hat sich unter der Haube eine ganze Menge, so wurde weiter am Bootprozess gefeilt, so ersetzt man das alte Usplash durch das modernere Xsplash und der alte HAL Deamon wird auf die Abschußliste gesetzt.

Softwaretechnisch gibt es jetzt ebenfalls einige Erneuerungen, so ist unter anderem Firefox in Version 3.5 dabei und was mich besonders freut auf Eclipse kann man endlich in einer aktuellen Version begrüßen. Bisher musste man, wollte man die mitgelieferten Pakete verwenden mit einer wirklich steinalten Version klarkommen.

Allgemein ist die Liste meiner externen Repositories ziemlich geschrumpft. So finden sich Gnome-Do, Back-In-Time und Tomboy in lauffähigen und aktuellen Versionen. So bleiben am Ende nur die Repositories für den Entwickler Zweig des Gimps und Virtualbox übrig. Sehr angenehm wie ich finde.

Von Grund auf scheint alles prima zu laufen, ich habe im Zuge des Updates auch auf die 64-Bit Version umgestellt und konnte bis jetzt keine Probleme aufspüren. Natürlich mit Ausnahme des Flash Plugins, welches man von Hand installieren muss will man nicht eine halbe Tonne 32-Bit Bibliotheken installieren.

tags: ubuntu linux foss

Downloads aus den Mediatheken
geschrieben von: reaper, 15.10.2009

Mediathek, das ist so ein Buzzword aus der Fernsehbranche. Vor allem die öffentlich rechtlichen Sender stellen seit einiger Zeit einen guten Teil ihrer Sendungen für eine gewisse Zeit auch im Internet über diese Mediatheken bereit. Das ist vor allem sinnvoll da die wenigen guten Sendungen meist zu Zeiten kommen wo der arbeitstätige Mensch schon im Bett liegt. Mal ganz abgesehen davon das man ja auch für den PC Rundfunkgebühren zahlt selbst wenn man kein Radio hört oder Fernsehen konsumiert.

Was mich persönlich an den Mediatheken noch stört ist ein einheitliches Interface, so funktionieren die Dinger durch die Bank weg nicht ohne Javascript und Flash. Einige zumindest bieten die Videos auch als Stream an den man dann ja wiederum einfach speichern und später gucken kann. Sehr sinnvoll für Menschen mit instabiler der langsamer Breitbandleitung. Genau vor dem Problem stand ich gestern, eine Sendung ruckelte in der ZDF Mediathek vor sich hin und ein Downloadlink fehlte.

Nach kurzer Suche stieß ich dann auf das Sourceforge Projekt Mediathek, eine kleine Java Applikation die sich die via Stream verfügbaren Sendungen als Liste von den Servern sammelt und diese übersichtlich nach Sendern und Sendung sortiert. Mit wenigen Klicks löst man dann einen Download via VLC oder mplayer aus.

Funktioniert nach einem ersten Test prima, allerdings ist die GUI mit Ausnahme der übersichtlichen Senderliste ziemlich grottig und startet man unter Linux den Download via mplayer bekommt man nichtmal einen Status angezeit. Da ist auf jeden Fall noch viel Raum für Verbesserungen. Unterstützt werden derzeit die Sender ARD, ZDF, 3sat, Arte, MDR und Sf.

tags: web foss media tv

Firefox 3.5 unter Ubuntu
geschrieben von: reaper, 06.07.2009

Das aktuelle Release von Ubuntu (Jaunty Jackalope) enthält den Firefox in der noch aktuellen Version 3.0. Wer nun gern die gerade veröffentlichte Version 3.5 des Browsers verwenden will kann dazu von der Seite der Mozialla Foundation das generische Binary herunterladen, oder das Apt-Repository ubuntu-mozilla-security installieren.

Dazu einfach die beiden Sourcen auf der Launchpadseite des Teams angegebenen URLs in die Datei /etc/apt/sources.list aufnehmen, den GnuPG-Schlüssel installieren und die Paketdatenbank aktualisieren. Danach sollte man problemlos den aktuellen Firefox mittels apt-get install firefox-3.5 installieren können.

Natürlich sind das keine offiziellen Ubuntu Repositories, immerhin werden sie aber aktualisiert und mit Sicherheitspatches versorgt. Und spätestens in Karmic Koala sollte der 3.5er Firefox dann auch Teil der Distribution sein.

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