Archiv 2011

Integration ist für mich ein faschistoides Wort
geschrieben von: reaper, 27.06.2011

Integration? Integration ist für mich ein faschistoides Wort. Integrieren, das haben die Nazis gemacht – und alles, was nicht inte­griert war, haben sie ausgelöscht.
Quelle: Bülent Kullukcu im Interview mit der Freitag

Energiewende aber bitte mit Sahne
geschrieben von: reaper, 15.04.2011

Neuerdings ist ja Atomstrom wieder total out. Auf einmal sind sich alle einig: Die böse Atomkraft muss weg. Nur stellt sich nun die Frage wie kommt dann die alles bewegende Kraft in die Steckdose. Wie bekommt man den Kühlschrank Energieeffizienzklasse G-- dazu zu leuchten wie eine gleichwertig eingestufte Glühbirne.

Dabei ist die Technologie doch irgendwie schon verfügbar. Neben den komplett regenerativen Energien wie Wind, Sonne und Wasser oder Geothermie gibt es auch Projekte wie das ZuhauseKraftwerk von Lichtblick das mit Erd- bzw. Biogas läuft. Allen ist gemein das sie sich auf einfachstem Wege dezentralisieren lassen.

Man braucht kein riesiges Solarkraftwerk das 1 Gigawatt pro Stunde ausspuckt, sondern zum Beispiel 1000 kleine Solarflächen die jede für sich 1 Megawatt ausspucken (ok die Zahlen sind Blödsinn). Mir stellt sich also die Frage warum nicht auf jedem Dach das nach Süden zeigt schon lange so ein paar Platten rumhängen.

Und die Antwort ist ganz einfach, es fehlt das Sahnehäubchen. So eine Solaranlage kostet erst einmal eine ganze Menge und dann kämpft man mit technischen Defekten, muss das ganze Warten lassen, schaut zu wie die Zellen an Leistung verlieren und am Ende bekommt man über 20 Jahre gerechnet im besten Falle 20 Euro pro Monat Rendite. Ganz schön mies dafür das man sich auch noch das Dach verschandelt.

Egal ob es jetzt die Energieerzeugerfirmen sind die bar jeden Risikobewusstseins weiter Atom- und Kohlekraftwerke laufen lassen, ob es Firmen sind die weiter Geräte mit Energieeffizienzklassen jenseits von A++ auf den Mark bringen, oder ob es Häuslebauer sind denen ihr Dach für die paar Kröten zu Schade ist es ist immer die gleiche Ursache: Für eine Leistung erwartet man eine greifbare Gegenleistung, eben Geld und am besten viel. Das uns bei einem GAU oder einer fortschreitenden Klimaerwärmung alles Geld der Welt nix nützt weil man verdorrtes und verseuchtes Korn nun mal nicht essen kann, daran denkt wieder keiner.

Vollkorn gibts am Freitag
geschrieben von: reaper, 09.03.2011

Irgendwie ist die Antwort eines Bäckers auf die Frage nach Vollkornbrot: "Vollkornbrot gibts immer am Freitag" lustig und zugleich ein schönes Beispiel für unser Werteorientiertes System. Vollkornbrot hats eben immer zu geben.

tags: society cynics

Umsonstladen? Umsonst oder was?
geschrieben von: reaper, 02.03.2011

Umsonst hat in unserer Gesellschaft einen seltsamen Beiklang. Umsonst das ist, schlimmer noch als kostenlos, wenig wert. In unserem Miteinander sind wir darauf fixiert Geld in Waren oder umgekehrt umzuwandeln. Was ebenso wenig möglich ist wie ein Perpetuum Mobile ist daraus einen Kreislauf zu machen. Kaufe ich ein Auto kann ich es schon einen Tag später nicht mehr zum gleichen Preis verkaufen.

Fast schon unvorstellbar ist es in unserem Denken ohne Geld zu existieren. Ich bin davon nicht frei, denn es fällt mir zumindest schwer mir vorzustellen das Geld komplett abgeschafft wird. Dabei wäre das Konzept vermutlich gar nicht so schwer und in kleinen Biotopen wird es auch heute umgesetzt. In Umsonstläden beispielsweise findet ein permanenter Austausch von Waren statt ohne das Geld fließt.

Man geht in den Laden, nimmt mit was man braucht und lässt da was man nicht braucht. Klar die Waren nutzen sich von Mal zu Mal ab um Nachschub in Form von Produktion kommt man also nicht herum. Auch Verbrauchsgüter sind denkbar ungeeignet, aber das Konzept, oder besser die Philosophie dahinter gefällt mir.

In Dresden gibt es laut Internet zwei solcher Läden. Zum einen das abfallGUT auf der Heidestraße und den UmLaden auf der Alaunstraße. Ersterer ist inzwischen kein Umsonstladen mehr nach der obigen Definition, denn die Abgabe von Waren wurde auf Inhaber eines Dresden Passes bzw. Harz IV Empfänger eingeschränkt.

Eigentlich sehr Schade, rühmt man sich doch auf der Seite, der älteste Umsonstladen Deutschlands zu sein. Was mich daran stört? Das Konzept eines Umsonstladens sieht einen Gleichberechtigten Austausch von Waren vor. Die Einschränkung der Nehmer jedoch suggeriert zwei Dinge:

  1. Es gibt Leute die es nötiger haben als andere. Daraus leitet man eine Bevorzugung dieser Gruppe ab was der Gleichberechtigung widerspricht.
  2. Es gibt Leute die sich durch einen Umsonstladen bereichern und daher abgegrenzt werden. Was ebenfalls der Gleichberechtigung widerspricht.

Das Ergebnis in meiner Wahrnehmung schließlich ist das ich als Teil der Erwerbsgesellschaft zum Spender degradiert werde dessen Müll man gern als Almosen weiter verteilt. Ist sicher von einem sozial-pragmatischen Standpunkt richtig und verständlich, geht für mich aber am Konzept eines Umsonstladens vorbei.

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