Archiv 2007

Größte Verfassungsklage mit 8 Beschwerdeführern eingereicht
geschrieben von: reaper, 31.12.2007

Ja es ist soweit die größte Verfassungsklage der Geschichte wurde der Presse bekannt gegeben. Schade nur das von den 30.000 erstmal nur die ersten 8 dabei sein können. Mehr sind scheinbar noch nicht ausgewertet:

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik haben rund 30.000 Menschen einen Rechtsanwalt zur Erhebung einer Verfassungsbeschwerde bevollmächtigt. Da die Erfassung und Auswertung der vielen Vollmachten noch nicht abgeschlossen werden konnte, ist die Beschwerde zunächst im Namen von acht Erstbeschwerdeführern eingereicht worden.

Ich stelle mir da ernsthaft die Frage warum nicht die 10.000, 20.000 oder 25.000 ausgewerteten Vollmachten genutzt werden? Rennt man nun rum und putzt Klinken für die Vollmachten damit sie dann doch nicht gleich genutzt werden? Wo ist der Unterschied ob man im Namen von 8 oder 10.000 klagt? Noch wichtiger wo ist der Unterschied ob 20.000 oder 30.000 Vollmachten nachgereicht werden?

Ganz ehrlich da freue ich mich doch gleich aufs neue Jahr, erst stimmen Abgeordnete trotz Verfassungsbedenken für ein Gesetz, dann sieht der Bundespräsident keine Beschneidung der verbrieften Rechte und dann reicht der der Verein der die Arbeit gegen die Vorratsdatenspeicherung koordinieren soll eine Klage mit weniger als einem zehntausendstel der Vollmachten ein. In dem Sinne dann rutscht gut rein ins Jahr 1983.

Mitschnitte vom 24C3
geschrieben von: reaper, 30.12.2007

Nachdem ich dieses Jahr dann doch wieder nicht in Berlin bin und es in den letzten Jahren ewig gedauert hat bis das Bildmaterial vom Chaos Kongress verfügbar war scheinen die Videos dieses Jahr quasi on the fly verfügbar zu sein. Ich kann das eigentlich nur begrüßen. Eine liste der Mirrors findet sich unter http://events.ccc.de/congress/2007/Conference_Recordings

an image

Nette Animation zu Überwachung
geschrieben von: reaper, 29.12.2007

Hier findet sich eine kleine aber sehr ansprechende und informative Flash Animation zum Thema Privatsphäre und Datenschutz.
tags: privacy

Verfassungsklage gegen Vorratsdatenspeicherung nicht vergessen
geschrieben von: reaper, 17.12.2007

Wer dem Rechtsanwalt Starostik noch keine Vollmacht zur Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung gegeben hat sollte sich sputen. Denn an Heilig Abend ist Schluss, wer seine Vollmacht nicht bis zum 24. Dezember in den Briefkasten geworfen hat bleibt leider außen vor. Auf der einen Seite ist so eine Deadline zwar Schade aber andererseits wurde sie bereits über einen Monat verlängert und schließlich müssen die Vollmachten nach Eingang ja auch geprüft werden und dann steht ja auch die eigentliche Einreichung vor der Tür.

Also los: Formular runterladen, ausfüllen, einschicken und an die Gerechtigkeit glauben!

Manitu speichert vorerst nicht
geschrieben von: reaper, 17.12.2007

Heute bekam ich von Manitu meinem langjährigen Hoster eine Mail indem dieser bekundete die Übergangsfrist bis zum endgültigen Inkrafttreten zu nutzen um eine Alternativ-Lösung, also einen Ausweg aus der Speicherpflicht zu finden.

Wir werden nicht speichern
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Das neue Gesetz sieht für Internet-Dienstleister eine Übergangsfrist

bis 2009 vor. Erst ab dann sind wir zur Einhaltung verpflichtet.

Wir haben uns entschlossen, diese Frist voll zu nutzen und auch ab

2008 KEINE Vorratsdatenspeicherung vorzunehmen. Wir bemühen uns derzeit
um eine Alternativ-Lösung, damit wir Ihnen dies dauerhaft ermöglichen
können. Weitere Details werden wir Ihnen im Laufe des kommenden Jahres
mitteilen, bitten Sie aber bis dahin, von Rückfragen hierzu abzusehen.

Zwar betrifft mich das nur indirekt da die Hoster keine Speicherpflicht für Rootserver haben, trotzdem hoffe ich das es noch mehr Provider und Hoster gibt welche die Übergangsfrist nutzen. Schließlich gibt es ja immer noch die Verfassungsklage!

Datenschutz beim Kampf gegen den Spam
geschrieben von: reaper, 15.12.2007

In der letzten Zeit meinen es die Profi Trackbacker aus der Porno- und Gesundheitsbranche wieder sehr aktiv bei mir. Derzeit bekämpfe ich die nervigen Trackbacks durch ein manuelles Freischalten, was aber auch nervt wenn mal in einem Hoch 50 Spams am Tag reingelaufen sind. Inzwischen reduziere ich die Flut ein wenig indem ich gleiche Trackbacks (Url / Herkunft / Titel) gleich ganz verwerfe. Das hilft, denn so bleibt immer nur der erste Eintrag eines Angriffs hängen.

Trotzdem würde ich das gern auch noch loswerden und hab mir mal Akismet angeschaut. Akismet wird per default mit Wordpress ausgeliefert, liegt aber auch für andere Systeme oder als flexible Bibliothek für eigene Lösungen vor. Und bei einem kurzen review der Klasse musste ich feststellen das Akismet eine ganze Menge von Daten über den kommentierenden Besucher sammelt und an den zentralen Akismet Service schickt:

$this->comment['user_agent'] = $_SERVER['HTTP_USER_AGENT'];
$this->comment['referrer'] = $_SERVER['HTTP_REFERER'];
$this->comment['user_ip'] = $_SERVER['REMOTE_ADDR']

Also Browser, Referer und IP Adresse, die Frage ist also was macht Akismet mit diesen Daten? Ein Blick in die Datenschutzerklärung klärt auf:

We don’t share your personal information with anyone except to comply with the law, develop our products, or protect our rights.

Die Daten werden also zu Zwecken der Produktentwicklung und an die Gesetzeshüter weitergegeben. Weiterhin werden Daten auf Vorrat zwischengespeichert wenn diese fälschlich als Spam erkannt wurden und Statistiken über die Nutzung erstellt werden. Also wieder eine Technik die Verbindungen zwischen Personen offenlegen kann und damit zur Falle für all die paranoiden Blogger werden könnte. Dabei sollte man bedenken das Akismet per default bei Wordpress immer dabei ist! Ich selbst werde Akismet also nicht integrieren und eher einen Bayes Filter für die Trackbacks in Betracht ziehen.

Sinn von radikalem Datenschutz
geschrieben von: reaper, 11.12.2007

Datenschutz und Freiheitsrechte sind inzwischen zu einem Thema geworden das sich verkaufen lässt. Die Vielzahl der Bürger wiegt sich zwar immer noch stur in der Sicherheit nichts Verbergen zu müssen aber die Demos der letzten Monate zeigen doch eine Menge von Menschen aus allen Schichten sich der Tragweite bewusst werden. In diesem Kontext tauchen aber verschiedentlich Ansichten auf die die weltfremd erscheinen. Ein Beispiel dafür ist die Aktion "Wir speichern nicht" des AK-Vorrat.

Hinter dieser Aktion steht der Gedanke die Webserver Logs durch einsatz eines Filtermodules zu anonymisieren. Dabei werden alle eintreffenden IP Adressen durch 127.0.0.1 ersetzt. Das ganze ist ja eine nette Idee leckt aber an allen Ecken und Kanten. Egal ob nun Firma oder private Blogger, eine gewisse Neugier über Besucherzahlen und Seitenabrufe ist immer da. Für die klassischen Server Statistiken ala Webalizer sind die IPs nur nebensache, sie dienen lediglich dem Zwecke zu wissen wie viele verschiedene Besucher da waren. Und wenn ich denn wirklich mal Probleme habe weil z.B. ein Scherzbold meint meinen Traffic mit seiner Flatrate zu attackieren vergebe ich mir selbst die Chance die entsprechende IP zu blocken. Gleiches gilt für Trackback Spam Attacken und und und.

Dabei bleibt noch ganz außen vor das ein typischer Linux Server nicht nur Webserver Logs schreibt, auch der SSH-, Mail-, FTP-Server loggt. Die Firewall und das System loggen, alle Logs abzuschalten ist eine Sisyphusarbeit sonders gleichen. Eine Arbeit die wohl kaum einem durchschnittlichen Rootserver Besitzer auch nur möglich wäre. Viel Sinnvoller als die radikale Ablehnung aller Logs (die man einfach für Administrative Zwecke braucht) wäre es doch da in meinen Augen Server Betreiber zu animieren Logs regelmäßig nach ihrer Auswertung zu löschen. Die absolute Keule zu schwingen ist übertrieben, schwer durchzusetzen und wirkt dadurch eher wie das Werk von Spinnern als wie eine ernsthafte Bestrebung sinnvolle Maßnahmen zu fördern.

Aber hier färbt scheinbar ein wenig das Handlungsschema des Feindes ab. Es wird nicht wirklich abgewogen was sinnvoll ist sondern die versucht mit klugen Sprüchen der technischen Wirklichkeit zu trotzen. Tatsächlich greift dann auch hier das vielzitierte Beispiel mit dem Frosch im heißen Wasser. Nur das die Datenschützer den Frosch ins heiße Wasser werfen und dieser die Flucht ergreift während der Feind ihn im warem Wasserbad begrüßt und langsam warmkocht.

Bundes-Innen-Anagramm
geschrieben von: reaper, 02.12.2007

Da beschäftigt man sich mit der Materie, und fragt sich jeden Tag wieso der Schäuble so scharf auf Überwachung ist und dabei ist die Lösung doch so einfach: "Schaeuble ist ein Anagramm von Belausche"

Willkommen an der Basis des Verbrechens
geschrieben von: reaper, 20.11.2007

Ja wer jetzt dachte das die Mafia in Sizilien beheimatet und Al-Kaida von Afghanistan aus operiert der hat geirrt. Und wieder ist es der gute Wolfgang Schäuble der uns in einer öffentlichen Rede belehrt:

Die globale Informationsgesellschaft ist eben auch die Basis des Verbrechens.

Jeder fällt auf Spam herein!!!
geschrieben von: reaper, 16.11.2007

In der Osnabrücker Ringvorlesung Kriminalistik sprach am Mittwochabend Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), "Innere Sicherheit in Deutschland" und verteidigte dabei Onlinedurchsuchung ebenso wie Vorratsdatenspeicherung. Am Ende seiner abschließenden Zusammenfassung erläuterte Ziercke seine Vorstellung zur Verbreitung des Bundestrojaners:

Die Online-Durchsuchung ist einerseits der heimliche Zugriff auf die Festplatte, auf der anderen Seite ist es der heimliche Zugriff durch Quellen-TKÜ. Dieses Programm, was wir da entwickeln, muss ein Unikat sein, darf keine Schadsoftware sein, darf sich nicht selbst verbreiten können und muss unter der Kontrolle dessen stehen, der es tatsächlich einbringt, wobei die Frage des Einbringens die spannendste Frage für alle überhaupt ist. Ich kann Ihnen hier öffentlich nicht beantworten, wie wir da konkret vorgehen würden. Sie können sich die abstrakten Möglichkeiten vorstellen, mit dem man über einen Trojaner, über eine Mail oder über eine Internetseite jemanden aufsucht. Wenn man ihnen erzählt hat, was für eine tolle Website das ist oder eine Seite mit ihren Familienangehörigen, die bei einem Unfall verletzt worden sind, sodass sie dann tatsächlich die Seite anklicken. Die Geschichten sind so vielfältig, dass es kaum jemanden gibt, der nicht auf irgendeine Form dieser Geschichte hereinfällt. Oder aber wir gehen den Weg über verdeckte Maßnahmen.

Quelle: heise online

Abgesehen davon das ich den Eingriff in meine Privatsphäre durch aus als persönlichen Schaden und damit den Bundestrojaner als Schadsoftware betrachten würde finde ich den Gedanken eine breite Masse von technisch versierten professionellen Terroristen mit phsychologischen Spam Maßnahmen zu erreichen absurd. Aber vielleicht findet es so ein Bombenbastler auch nett wenn er in einer Mail einen Link zu "Selbstbau Bombe in 24 Stunden" von einem fremden bekommt. Man denke nur an die BKA-Mail Welle mit ihren glaubwürdigen Anzeigen. Aber vielleicht erfindet der gute Mann ja gerade SPAM 2.0 ;)

Meine Stimme gegen Nazis! Nazis raus aus dem Internet Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken und handeln! rsp-blogs.de
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