Archiv 2006
Rundum Neubau
geschrieben von: reaper, 06.11.2006
Einfach großartig. Eigentlich wollte ich ja nur den neuen Firefox bauen, dieser verabschiedete sich dann aber mit einem Segfault von seinem speicherresidentem Leben. Allein einen Meldung deutete auf eine Inkompatibilität zu den Gnome Paketen hin also hab ich mal eben ein Update angeworfen und das ganze Gerassel neu kompiliert.
Was einfach klingt war in diesem Falle nicht ganz trivial, da die FreeBSD Ports gerade eine tiefgreifende Änderung durchmachten. Die X11R6 Pakete residierten bisher in einem eigenen Verzeichnisbaum unterhalb von /usr/X11R6. Ein Umstand den ich nie ganz verstanden habe, aber mit dem man sich leicht arrangierten konnte. Dieses X11BASE wurde jetzt in Vorbereitung auf die Portierung von Xorg 7.1 mit dem LOCALBASE welches unterhalb von /usr/local residiert verschmolzen. Folglich müssen alle Tools die bisher noch im X11BASE liegen neu compiliert werden :(
Aber es wäre kein FreeBSD wenn das nicht ohne Probleme ginge. Einzig wegen der Download Abbrüche hier im stabilen Dresdner Bürgernetz dauerte der ganze Spaß ein bisschen länger als gedacht aber sonst ging alles ohne Bauchschmerzen von statten und ich kann jetzt hier mit dem Firefox 2.0 bloggen.
Dieses habe ich allerdings nicht zwingend meiner Updateorgie zu verdanken, sondern vielmehr der Aktualisierung eines einzelnen Ports (devel/nspr) der den Segfault verschuldete. Manchmal sind es eben doch die kleinen Dinge die das Leben verschönern.
Ach und wo wir bei verschönern sind... Mein FreeBSD auf dem Schlepp ist jetzt fast 3 Jahre alt und hat jedes Systemkern-Update von 5.1 bis 6.1 überlebt. Tja und jetzt auch den Move von X11BASE nach LOCALBASE ;)
Instabile Sicherung
geschrieben von: reaper, 29.09.2006
Traurig aber leider wahr. FuseFS ist unter FreeBSD alles andere als stabilitäts fördernd. Zwar lief mein Rechner bei ersten Tests stabil was sich aber leider falscher Eindruck herausstellte.
Primär machten sich die Probleme beim runterfahren bemerkbar. Der Rechner fror beim beenden oder neustarten von X.Org ein. Und bald machte sich eine sonst nur von Windows gewohnte Instabilität auf dem Rechner breit. Seit der Deinstallation des Kernelmoduls läuft der Rechner wieder stabil durch!
Sicherungsdateisystem (FuseFS)
geschrieben von: reaper, 08.09.2006
Fuse das steht erstmal für "File System in Userspace und ist eine der, meiner Meinung nach, großartigste Ideen. Fuse stellt eine allgemeingültige Schnittstelle zwischen Kernel-VFS und Userspace zur Verfügung. Im Klartext eine Schnittstelle für Dateisystemtreiber, die nicht im Adressraum des Kernels laufen. Das hat zum einen den Vorteil das nicht-privilegierte Benutzer Dateisysteme mounten können und bietet zum anderen die Möglichkeit verschiedene Bibliotheken für Dateisysteme zu verwenden.
Da die Treiber nicht im Kernelspace laufen ist es im Prinzip und eine feste API zur Verfügung steht sind inzwischen eine ganze Reihe mehr oder weniger kuriose Dateisystemtreiber entstanden. Mit CurlFtpFS lässt sich beispielsweise ein FTP Server ankoppeln. Das ganze ist sogar schon recht stabil und so versucht der Treiber sogar eine zusammengebrochene Verbindung wiederherzustellen.
Andere Treiber die mir einen Test interesant erscheinen lassen sind SSHFS oder SMBNetFS. Ersteres bietet die Möglichkeit per SSH erreichbare Rechner (Dateisysteme) einzubinden und letzeres erlaubt es bereits jetzt recht komfortabel unter Unix ins Samba Netzen zu browsen. Dabei wir ein Verzeichniss eingehangen in welchem man dann über die IP / Domainnamen des SMB Servers in virtuelle Verzeichnisse wechseln kann und dort wiederum in die verschiedenen Shares schauen kann :)
Ein andere noch nicht für FBSD portiertes lustiges Spielchen ist GMailFS zur Nutzung des GMail Spaces als Internetfestplatte ;)
Wie eben schon erwähnt gibt es Fuse auch für BSD. Ursprünglich handelt es sich um ein Kernelmodul für Linux, aber das Fuse4BSD Projekt hat es inzwischen portiert. Zwar ist es noch nicht im Kernel gelandet aber das über die Ports installierbare Modul verrichtet bei mir auch recht robust seinen Dienst.
Fremdgehen
geschrieben von: reaper, 03.09.2006
Normal arbeite ich ja fast nur mit dem VIM, das hcms ist im wesentlichen nur mit dem VIM gecoded und ich habe den Editor lieben gelernt. Auf der Arbeit bin ich nun aber gezwungen ein Redmonder Betriebssystem zu verwenden. Zwar gibt es den GVIM auch für Windows aber ich da hier verwendet habe auch ich der Eclipse einen Chance gegeben und sie für mein aktuelles Projekt verwendet.
Genauer gesagt kommt die Eclipse Umgebung in Version 3.1 mit dem PHPEclipse Plugin in Version 1.1.8 zum Einsatz. Weiterhin ist das Subclipse Plugin in Version 1.0.0 installiert. Der Start der Eclipse ist verhältnismäßig träge aber gegenüber der Eclipse von vor nem Jahr um einigen zügiger geworden. Die Oberfläche wirk insgesamt aufgeräumt und lässt sich schon beim ersten Versuch gut verwenden.
Im laufenden Betrieb merkt man auch vom JAVA nicht mehr allzuviel. Unter Windows, wie auch unter FreeBSD integriert sich die Oberfläche nahtlos in die Oberfläche. Subclipse integriert sich, genauso wie das mitgelieferte CVS-Plugin nahtlos in den Navigator (Dateimanager) auf alle Repository Funktionen kann über die im Kontextmenu enthaltenen Team Funktionen zugegriffen werden. Update, Commit und als Leckerli ein integriertes Syncronize für den Konfliktfall.
Entwicklungstechnisch bietet die Editorkomponente das übliche Syntax Highlighting und Folding für Funktionen und Kommentare. Vervollständigung von PHP-internen Funktionen wie auch von Klassen, Methoden und eigenen Funkionsnamen ist ebenfalls vorhanden. Beim Mouseover von Funktionen werden die Infos auf der PHP Dokumentation oder eventuelle PHPDoc Kommentare angezeigt. Für letzte bietet PHPEclipse ebenfalls eine Autovervollständigung, so das es regelrecht Spaß macht zu dokumentieren ;)
Weiterhin unterstützt Eclipse mit dem Outline die Übersicht vor allem in größeren Dateien und Klassen. Das ist auch nötig da das Folding noch nicht perfekt funktioniert und ein falten von Blöcken innerhalb von Funktionen nicht möglich ist. Zwar versuche ich meine Funktionen und Methoden eh immer auf Bildschirmgröße zu halten aber dennoch vermisse ich diese Funktion.
Sehr hilfreich ist dabei wiederum die Refaktoring Funktionalität mit der sich die Quelle von Funktionen sehr schnell und einfach
Auf jeden Fall ist Eclipse für die gemeinsame Entwicklung von größeren PHP-Projekten ein recht ausgereiftes Tool. Die Unterstützung des DBG Debuggers dürfte wohl ein sehr wichtiger Faktor sein, wobei ich eben diesen aufgrund von Konfigurationsschwierigkeiten des Debuggers noch nicht testen konnte. Den XDebug Debugger kann man leider nicht integrieren, hier gibt es lediglich einige experimentelle Versuche von verschiedenen Entwicklern. Warum hier keine Schnittstelle für den GDB (Welcher auch von XDebug unterstützt wird) existiert verwundert mich dabei am meisten.
Größter Makel an Eclipse ist aber meiner Meinung nach die Konfiguration. Viele Einstellungen werden für spezielle Editoren gemacht. So stellt man zum Beispiel die Seitenbegrenzung für JAVA ein und in PHP ist nix zu merken. Wenn man also konsistent arbeiten möchte hat man hier viel zu suchen und zu konfigurieren.
Google Earth unter BSD
geschrieben von: reaper, 13.07.2006
Google Earth ist ja inzwischen nichts neues mehr und auch das es unter Linux läuft ist inzwischen ein alter Schuh, aber dank des endlich aktualisierten Linux-DRI Ports, ist es auch unter FreeBSD nutzbar geworden. Somit bin ich nicht mehr auf die pixeligen Karten von Google Maps angewiesen ;) Wobei diese wiederum eine schöne Demonstration von AJAX darstellen.
Besonders schick finde ich ja den eingebauten Routenplaner, auf dem man sogar die Baustellen sehen kann. Schade nur das diese in der Regel einige Jahre alt sind und so muss man wohl den schnellen Deutschen Straßenbau loben das die bei Google Earth noch zu sehende Baustelle an der Dresdner Flügelwegbrück inzwischen der Vergangenheit angehört.
Einziger Wermutstropfen ist die schlechte Konfigurierbarkeit der GUI, vor allem die Schrift ist im Normalfall elend klein. Dies lässt sich jedoch wie in steiger's drafts zu lesen durch das Anlegen einer Datei unter ~/.googleearth/Registry/google/googleearthplus/User/render/guifontsize beseitigen. In die Datei schreibt man einfach die gewünschte Schriftgröße. Lieb von Google wäre es dies über eine angehübschte GUI konfigurierbar zu machen, schließlich ist Google Earth ja auch ein GUI Tool ;)
C3D2 TA: Beyond rwx-rw-r--
geschrieben von: reaper, 25.06.2006
Unter dem Motto:
fand termingerecht am 22.6.06 endlich mal wieder ein Themenabend des Chaos-Treffs Dresden statt. Das Programm war wie versprochen voll gespickt und reichte von Anfangs Informativen Vorträgen über verschiedene Sicherheitslösungen bis hin zu einem erheiternd, fast schon zynischen Vortrag über Windows Vista.
Den Auftakt machte Tristan-777 mit einer Einführung in die POSIX-ACLs. Kurz aber informativ, allein hier hätten mir ein paar Demos gefehlt, jedoch war dies am ehesten der knappen Zeit geschuldet und nicht dem Vortragenden. Ebenfalls von Tristan-777 gab es später noch einen Vortrag über GRSecurity, einer Sicherheitserweiterung für den Linux-Kernel die gleich ein ganzes Paket an Funktionen nachrüstet, bzw. absichert.
Nicht fehlen durften auch Vorträge über sudo und chroot. Und wieder einmal ging mir die default Einstellung von SUSE durch den Kopf bei der man für ein sudo das root Passwort eingeben muss. Dabei ist es doch genau das was verhindert werden soll ;) Ausgefallen ist leider Robos Vortrag über jails, von dem ich mir eigentlich einen Einstieg in die Thematik erwartet hatte.
Weiterhin wurden auch noch RSBAC und SELinux vorgestellt, wobei ich hier mit einem halben Ohr weggehorcht habe, da es ersteres recht komplex klang und SELinux im Schatten von des großartigen Vortrag zu AppArmor von Chris Schläger, dem Chef von AMDs noch recht neuen OSRC (Operating System Research Center), stand.
Ende des Themenabends schließlich war eine Collage über den Kernel- und Userspace von Windows Vista. Wo ich noch nachvollziehen kann wenn die Grafik in den Kernel gepackt wird (Windows ist nunmal eine monolithische Struktur) wusste ich bei dem Statement über den IIS (Internet Information Server = Webserver) im Kernelspace nicht mehr ob ich lachen oder weinen sollte. Manche Dinge sind sicher sinnvoll aber irgendwie doch zum Schmunzeln, aber alles wiederzugeben fällt mir schwer, zumal es dann schon nach 12 war und aufgrund des Mate Mangels die Konzentration langsam nachlies ;)
Alles in allem ein sehr informativer und gut organisierter Themanabend mit einer Menge Besucher. Bei weitem nicht alles konnte man sich merken, aber mein tapferes Notebook hat mit ganzen 10 zwischenzeitlichem Laden den Abend über durchgehalten so das ich mir Notizen machen konnte!
VIM-Plugins
geschrieben von: reaper, 05.06.2006
Das der VIM der Editor meiner Wahl ist steht nun schon seit einer ganzen Weile fest. Und auch wenn er an mancher Stelle wohl noch einer echten IDE unterlegen sein dürfte, gibt es doch zahllose Plugins welche ihn nahezu ebenso mächtig machen. Wohl vorausgesetzt das man es will ;)
nettrw.vim
Das Plugin ersetzt zum einen den integrierten Filebrowser durch einen neuen und stellt des weiteren eine einfache Möglichkeit dar, auf entfernte Rechner zuzugreifen. So ist es mit Netrw möglich Dateien per ftp, rsync, webdav oder sftp zu öffnen und zu schreiben.
http://www.vim.org/scripts/script.php?script_id=1075
checksyntax.vim
Mithilfe von CheckSyntax lässt sich eine einfache Überprüfung von Ruby und PHP Skripten über deren Interpreter durchführen. So mancher tote include oder veraltete Befehl lässt sich so aufspüren.
http://www.vim.org/scripts/script.php?script_id=1431
minibufexplorer.vim
Der MiniBufExplorer ergänzt den VIM 6 quasi um eine Tab-Bar so das man wesentlich bequemer mit mehreren Dokumenten arbeiten kann. Mit den Tabs von VIM 7 sollte das Plugin aber obsolete werden.
http://www.vim.org/scripts/script.php?script_id=159
vimspell.vim
Ebenfalls obsolete wird wohl mit VIM 7 das VimSpell Plugin, welches über ispell / aspell eine Rechteschreibprüfung von Dokumenten ermöglicht. Vor allem Hilfreich, wenn man Latex und VIM als Textverarbeitung nutzt.
http://www.vim.org/scripts/script.php?script_id=465
VIM-LaTeX
Hierbei handelt es sich um ein ganzes Paket von Plugins, welche die Arbeit mit LaTeX und VIM, nicht zuletzt durch Templates für die wichtigsten Befehle und automatisches Folding ergänzen.
http://vim-latex.sourceforge.net/
scponly
geschrieben von: reaper, 01.06.2006
SSH ist eine großartige Erfindung, ob nun die klassische Kommandozeilenverbindung, X11-Weiterleitung, Port-Forwarding oder SFTP eine Welt ohne wäre unsicherer und unbequemer. Mit Hilfe der Public-Key Authentifizierung lässt sich das lästige Auswendiglernen von neuen Passwörtern auf ein Minimum reduzieren und per -XC erzeugte X11-Weiterleitungen lassen sich dank Kompression sogar mit ISDN nutzen.
SFTP ersetzt sogar den FTP Zugang zum Rechner, doch was wenn ich nicht will das sich ein (S)FTP Nutzer auf dem Rechner umsieht? Ich kann nun statt auf SFTP auf FTPS (FTP über SSL) setzen oder mit wilden login-Skript Hacks SSH Verbindungen hart trennen. Beides sind jedoch ist bei weitem nicht optimal und hier kommt scponly ins Spiel.
Mit scponly als Shell kann ein Benutzer per scp oder sftp oder von Windows aus mit WinSCP auf den Rechner zugreifen gelingen. Daten lassen sich kopieren verschieben löschen, der Versuch per ssh eine Shell-Verbindung zu bekommen läuft jedoch ins Leere.
Weitergehend unterstützt scponly auch das automatische chrooten ins Benutzerverzeichnis um noch mehr Sicherheit zu gewinnen. Einziger Wehrmutstropfen, die Tab-Vervollständigung der ZSH in Verbindung mit scp und scponly klappt leider nicht mehr :(
VIM (noch mehr improved) 7
geschrieben von: reaper, 02.05.2006
Selten habe ich einen Artikel gelesen der mich so heiß auf ein Programm gemacht hat. Als inzwischen überzeugter VIM-User freut es mich zu lesen, dass das kommende VIM 7 Release nette Sachen wie integrierte Rechtschreibprüfung, Tabbing und eine weiter verbesserte Tab-Completion.
Sehr interessant erscheint mir auch das neue Undo, welches auch das Rückgängig machen in zeitlichen Abschnitten erlaubt. So soll es möglich sein auch zwei oder drei Stunden in der Arbeit zurückzuspringen.
Na ich bin mal gespannt wann der VIM in den Ports landet!!!
Und dann gibt es da noch Dinge denen keiner nachtrauert
geschrieben von: reaper, 09.04.2006
JAVA gibt es jetzt nativ, dafür aber Flash nicht mal mehr in der Linux-Emulation. Wir leben nunmal in er Glitz- und Glemmerwelt wo die Großen die Kleinen fressen oder zumindest verachten. Immerhin ist die Entscheidung der Portmaintainer das Linux-Flashplugin aus der FreeBSD Portsammlung zu entfernen eine Schlagzeile bei Heise wert.
Ich für meinen Teil kann gut ohne diese flimmernden und quickenden Webseiten verzichten welche der Meinung sind das HTML zur Informationsvermittlung nicht ausreichend seie. Auch wenn ich das restriktive Lizenzverhalten Macromedias für eine unverschämte Arroganz halte, weine ich dem Plugin doch keine Träne nach, muss ich mich doch endlich nicht mehr mit dem Gedanken tragen den Linux-Pluginwrapper mitsamt seinen Abhängigkeiten zu installieren.



